Punkte neu 30 transparentWillkommen im Kulturbüro Göttingen - Ihrem Veranstaltungsportal für Göttingen

Dienstag, 14 Februar 2017 09:50

Eine Begegnung mit der Vielfalt der amerikanischen Kultur

geschrieben von
Das Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung von Garret Keast Das Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung von Garret Keast © Photo: Hafner
Das GSO mit der "Kulturellen Begegnung" im Deutschen Theater

Musik spricht eine Sprache, die von allen verstanden wird und doch setzt jede Kultur einen eigenen Akzent. „Kulturelle Begegnungen“ heißt der dreiteilige, musikalische Zyklus, in dem Musik aus fremden Ländern vom Göttinger Symphonie Orchester (GSO) im Deutschen Theater aufgeführt wird. Am Sonntag, dem 12.2.2017 wurde der Zyklus für dieses Jahr mit der Perspektive USA angestoßen.

Unter der Leitung des Dirigenten Garret Keast spielte das GSO fünf Stücke amerikanischer Komponisten, die den Zeitgeist der USA in einer Spanne von mehr als 100 Jahren hörbar machten.

Zuerst erklangen die ersten drei Sätze von Edward MacDowells „Indian Suite“. Dieser in Europa ausgebildete und stark von Franz Liszt geprägte Komponist griff in dieser Suite das wachsende Interesse an den amerikanischen Ureinwohnern und der Bewahrung ihrer Kultur auf. Mit einer beispielhaften Fülle an Melodielinien vertonte er Themen wie Ernte, Liebe und Krieg. Dabei bedient er sich oft originaler Melodien der Indianer und flocht sie in seine Klangnetze ein.

Als nächstes wurde Putnam's Camp von Charles Ives, dem einzigen nicht in Europa ausgebildeten Komponisten des Abends, gespielt. Dieses Stück feuerte eine Salve an verschiedensten patriotischen Melodien ab. Obwohl diese experimentelle Musik die Gefahr birgt, in einem Klangwirrwarr zu versinken, konnte Garret Keast den Tönen eine klare Führung geben und so mit diesem abstrakten Stück amüsieren.

Die nächste Begegnung war mit Aaron Copland. In seinem Stück „Appalachian Spring“ vereinigte er Elemente von Folk, geistigen Werken, Tänzen und bekannten Liedern und schuf eine Klangwelt, die die berühmte amerikanische Freiheit und das Motto des Optimismus „anything goes“ aufleben ließ.

„Banjo und Fiddle“ von William Kroll sorgte für den virtuosen Höhepunkt des Abends. Das Banjo gilt als „Bardeninstrument der Cowboys“ und stammt ursprünglich aus Afrika. In diesem Stück mimte eine Geige beide Instrumente: das Banjo durch flinkes Pizzicato und die Fiddle durch quirliges Streichen.

Zum Abschluss erklangen Ausschnitte aus dem berühmten Musical „West Side Story“ von Leonard Bernstein. Diese Musical erzählt nicht nur eine berührende Liebesgeschichte in Mitten von rivalisierende Gangs in New York, sondern wartet auch mit herrlicher Musik auf. In jedem Stück breitete sich ein Fächer an Emotion aus, geschwungen von fließenden Harmonien und packenden Rhythmen.

Der Abend wurde von Marianne Betz moderiert. Sie stellte jeden Komponisten vor und erläuterte den Hintergrund jedes Stückes im zeitgeschichtlichen, gesellschaftlichen und musikalischen Rahmen. Das machte die Darbietung auch informativ. Garret Keast legte bei seinen Interpretationen Wert auf intensiven Ausdruck und passende Klangfarbe. Die Dynamik überzeugte und verlieh den Werken einen heiteren, auflebenden Charakter. Das GSO spielte mit gewohnter Klasse und Sicherheit, hätte sich aber gemeinsam mit dem Dirigenten noch feiner abstimmen können.

Der Tenor des Abends war die Vielfalt. Die Diversität der amerikanischen Kultur fand sich in der Musik wieder. Jeder Komponist war eigen und jedes Stück entfaltete eine reich gemischte Klangwelt. Die USA wurde und wird definiert und gezeichnet von Vielfältigkeit. Damit hatte dieser Abend eine Botschaft, die man besonders in diesen Zeiten nicht vergessen sollte.

Im nächsten Teil des Zyklus am 9. April 2017 können Sie den Britischen Inseln begegnen. Besser gleich Karten vorbestellen bevor sie weg sind.

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Jetzt schon Tickets sichern

Kulturticket

Gandersheimer Domfestspiele

Europäisches Filmfestival