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Mittwoch, 15 März 2017 19:16

Aulakonzert mit dem Dover Quartet (USA)

geschrieben von Elisabeth Staehelin
Das DOVER QUARTET, Banff-Preisträger von 2013, ist am Sonntag zu Gast in Göttingen: zum 5. Aulakonzert der Kammermusikgesellschaft spielt das Quartett Werke von Mozart, Barber und Beethoven.

Das Dover Quartet arbeitete am Curtis Institute mit renommierten Kammermusikern wie Shmuel Ashkenasi, Arnold Steinhardt, Joseph Silverstein und Peter Wiley zusammen und ist derzeit das Graduate String Quartet-in-Residence an der Rice University's Shepherd School of Music in Houston (Texas). 2013 wurde das Dover Quartet das allererste “quartet-in-residence” am Curtis Institute of Music.
Das Quartett ist nach dem Werk DOVER BEACH von Samuel BARBER benannt, einem der berühmtesten Schüler des Curtis Institute. - Kürzlich erhielt das Ensemble den Cleveland Quartet Award.

Das Programm am 19. März 2017 um 19.45 Uhr in der Göttinger Universitätsaula:

Mozart: Streichquartett F-Dur KV 590
Samuel Barber: Streichquartett op.11 (1936), Original zur Version des „Adagios für Streichorchester”
Beethoven: Streichquartett B-Dur op.130 mit der Großen Fuge op.133

Eintrittskarten gibt es an allen Reservix-Vorverkaufsstellen und online hier im Kulturbüro Göttingen.

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    Das letzte Aulakonzert dieser Saison mit dem Ensemble Oxalys und der Mezzosopranistin Christianne Stotijn

    Eine Bruckner-Sinfonie in der Universitätsaula? Bei der vom Komponisten vorgesehenen Besetzung gerät der ehrwürdige Saal an seine Grenzen – sowohl von der Kapazität als auch von der Akustik her gesehen.

    Da kommt das Motto der diesjährigen Saison der Aulakonzerte „Zauberhafte Arrangements“ sehr entgegen. Denn für diese Sinfonie gibt es eine Fassung für kammermusikalische Besetzung. Auf die Initiative von Arnold Schönberg wurde 1918 in Wien der „Verein für musikalische Privataufführungen“ gegründet. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit und vor allem der Musikkritiker wurden exklusiv für die Vereinsmitglieder Aufführungen realisiert. Und weil die Mittel für ein großes Orchester fehlten, wurden die Werke bearbeitet. In diesem Fall haben das Hanns Eisler, Erwin Stein und Karl Rankl vorgenommen.

    Beim letzten Aulakonzert der Göttinger Kammermusikgesellschaft waren die Vereinsmitglieder ebenfalls anwesend, aber die Öffentlichkeit war zugelassen, und die Musikkritiker ebenfalls – zum Glück! Eingeladen war das „Ensemble Oxalys“ aus Belgien.

    Es ist erstaunlich, welche Klangvielfalt das zehnköpfige Orchester erzeugen kann. Das wurde bereits gleich zu Beginn des Werkes deutlich: zum Tremolo der natürlich nur einfach besetzten Geigen und der Bratsche setzten die Celli mit dem unglaublich lyrischen Thema des ersten Satzes ein. Die Celli? So klang es jedenfalls. Es spielte jedoch „nur“ Amy Norrington mit ihrem Cello, und das mit einem solch satten Ton, dass man mehrfach hingucken musste, ob es wirklich nur ein Instrument war. Szenenapplaus ist bei Konzerten klassischer Musik nicht üblich, angemessen wäre er gewesen. Genauso bei dem entrückend schönen Geigensolo (Shirly Laub) im zweiten Satz. Und nicht minder beeindruckend waren die Bläser mit Nathalie Lefèvre (Klarinette) und Anthony Devriendt (Horn). Wagner-Tuben? Niemand hat sie vermisst! Und was an Klangfarben im Orchester fehlte, wurde mit Klavier und Harmonium ergänzt.

    Durch diese kleine Besetzung wurde der Charakter der Musik von Anton Bruckner besonders deutlich. Die unglaubliche Vielfalt an Melodien ließen die Musik auf die Zuhörer direkt einwirken. Damit ist nichts gegen die Originalversion der Sinfonie gesagt – aber dieses Arrangement hat seinen ganz eigenen Reiz.

    Das setzte sich nach der Pause fort: das Orchester wurde noch etwas vergrößert: Flöte, Oboe, Fagott und Celesta gesellten sich dazu – und natürlich die Mezzosopranistin Christianne Stotijn. Denn auf dem Programm stand nun „Der Abschied“ – der letzte Satz aus dem „Lied von der Erde“ von Gustav Mahler. Diese „Symphonie mit Singstimme“ stellt die Einsamkeit des Menschen in den Mittelpunkt. Die von Mahler ausgewählten Texte chinesischer Lyrik von Hans Bethge waren dabei für den Komponisten eher Mittel zum Zweck: die menschliche Stimme ist eher als Farbe eingebettet in den Orchesterklang zu verstehen.

    Hier wird die durchsichtige Besetzung mit dem Ensemble Oxalys zu einer besonderen Herausforderung, hat Mahler doch nicht nur nahezu kammermusikalische Passagen in seiner Symphonischen Dichtung komponiert, sondern auch kräftige Tutti, gewaltige Ausbrüche und Emotionen. Die Musikerinnen und Musiker setzten diese Effekte gekonnt ein – bis hin zu dem denkwürdigen Schluss.

    Das gleiche gilt für Christianne Stotijn, die ihren Part sehr ausdrucksstark gestaltete. Bisweilen neigte sie zu Übertreibungen, die nicht recht in den Saal passten. Starkes Vibrato und große Schwere waren deplatziert. Angemessener wäre eine saubere Intonation und etwas Textverständlichkeit gewesen, so wie es von Stotijn in den lyrischeren Passagen zu hören war. Während im Orchester die ungeheure Dynamik des Stückes jederzeit gekonnt auf die Besetzungsgröße heruntergebrochen wurde, gelang der Solistin dieses nur streckenweise. Was ihr aber definitiv gelang, waren die Emotionen in Mahlers „Lied von der Erde“ und speziell in diesem letzten Satz „Der Abschied“ zum Ausdruck zu bringen.

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    Die Kammermusikgesellschaft startet bereits eine Woche früher in ihre neue Saison. Das Motto lautet dieses Mal „Geliebter Brahms – aus dem großen Reichtum seines Kammermusikwerks“. Den Beginn macht Carolin Widmann (Violine) und Alexander Lonquich (Klavier) am 24. September in der Aula der Universität.

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