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Dorothée Neff

  • Über eine dunkle Wand gleiten die Lichtstreifen wie Wellenbewegungen sanft dahin. Noch kauert Volker Muthmann am Rand des Bühnenraums. Schon das Schweigen seines Lazarus erzählt viel von der Erschöpfung des gestrandeten Reisenden und seinem Lebensüberdruss. Mit diesem verweigert er sich seiner Umgebung schon so lange und ist ganz bei den Stimmen in seinem Kopf.

  • Mit ernstem Blick warten Dorothée Neff, Benjamin Kempf und Christoph Türkay auf den Beginn der Nachtbar. Dorothée Neff reinigt langsam, beinahe meditativ ein Messer, mit dem sie Sushis geschnitten hat. Benjam Kempf spielt fernöstliche, auch meditative Klänge auf der E-Gitarre.

  • Zu einer schönen Prinzessin gehört natürlich die edle Robe, die das Bild von Anmut, Grazie und Attraktivität noch bestärkt. In diesem Fall erweist sie sich allerdings als wenig praktisch, wenn Gaia Vogel und Dorothee Neff jetzt unter einem Waschtisch hervorkriechen und in Elfriede Jenineks „Prinzessinnendramen“ auf der DT-2 Bühne nicht nur reichlich Stoffbahnen raffen müssen.

  • Zum Saisonfinale herrschte auch am Deutschen Theater Freibadstimmung. Und das nicht nur mit der Aussicht auf eine ganze Serie proben- und aufführungsfreier, sonniger Tage: Auch wurden die Theatermacher verabschiedet, die das Haus zum Spielzeitende verlassen. Nach der musikalisch dramatischen Poolparty mit David Bowies Musical „Lazarus“ steuerte das Ensemble mit dem soundstarken Support von „Minor Tom and the Young Dudes“ mit der DT-NachtBar einfach die nächste Poolparty an. Die war zur Abwechslung vom traditionellen BellevueTreffpunkt auf die DT-2-Bühne verlegt worden, mit mehr Platz für die vielen Partygäste und vor allem für eine wunderbar verspielte Freibadkulisse auf der Zuschauertribüne.

  • Gemeinsam heult es sich viel schöner, über eine weitere kaputte Ehe und dann auch über weibliche Rollenmuster, die in der Gender-Debatte ständig unter die Räder kommen. Auf der Bühne des Deutschen Theaters leuchtet jetzt das Schild „Crying Room“ auf, für sechs Schauspielerinnen und ihren gemeinsamen Chor. In dem ist alles erlaubt, auch hysterisches Kreischen, sich krümmen und scheinbar verzweifelt ausflippen. Taschentücher sind ausreichend vorhanden, um dabei auch ein bisschen Makeup zu verschmieren, und noch mehr Power, um anschließend ganz entspannt für ein gemeinsames strahlendes Lächeln zu posieren. Dafür gibt es auch Sonderapplaus, bevor es wieder um „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ geht und das emotionale Desaster einer erfolgreichen Modedesignerin, die sich unsterblich aussichtslos verliebt.

  • Rubrik: Theater, Literatur

    Junge Leute im Haus, das ist doch schön, denkt sich Anne. Doch schon der Antrittsbesuch mit Johannes und Eddi rückt die Verhältnisse in ein ganz anderes Licht. „Wir sind die Neuen“ verkünden die Drei auf der Bühne des Deutschen Theaters und das auch mit der Aussicht auf ein gemeinschaftliches Miteinander. Das sehen ihre jungen Nachbarn ganz anders. Mal was Schweres tragen, ginge ja noch. Hauptsache, der Putzdienst im Hausflur wird eingehalten. Barbara, Katharina und Thorsten sind vor allem im Examensstress. Da nervt einfach der ständige Krach, den dieses Alt-68er-Trio macht. Dauernd reden die miteinander, streiten sich über Internetanschlüsse und alte Beziehungsgeschichten und hören auch noch Musik.

  • Von oben herab segelt ein Kreuz und bohrt sich in den Bühnenboden. Wumm. Moritz hat sich die Kugel gegeben. Irgendwann ist ihm alles zu viel geworden, was sein Körper mit ihm macht. Diese feuchten Träume, die Verwirrung in so vielen schlaflosen Nächten. Dann ging in der Schule auch alles daneben mit dem ewigen Leistungsdruck. Er ist nicht das einzige Opfer in Frank Wedekinds Schauspiel „Frühlings Erwachen“ und dieser Geschichte jugendlicher Ausbruchsversuche, wo die Welt aus den Fugen gerät und vor allem das Gefühlsleben, das so schwer zu begreifen ist und zu beschreiben, wo manchmal die Worte einfach versagen. Umso mehr berührt seine „Kindertragödie“ in der Musicalfassung „Spring Awakening“, die Niklas Ritter am Deutschen Theater inszenierte. Die verwirrenden Sehnsüchte und Ängste bekommen eine musikalische Stimme und das Innenleben der Figuren spiegelt sich auch in der Sprache der Bilder.

  • Eingehüllt in sanft blau- und rotfarbenes Licht nimmt das Publikum vor einem Tisch mit kleinen Leselampen Platz. Auf den Stufen im Zuschauerraum sind große Teppiche und Sitzkissen ausgelegt. Alles erinnert ein klein wenig an eine träumerische Welt, wie in 1001 Nacht.

  • Jeder Nachtbar wohnt ein Zauber inne – an jedem letzten Freitag in einer Spielzeit. In der Dezember-Nachtbar ist es der Weihnachtszauber, der sowohl die Ensemblemitglieder als auch das Publikum regelmäßig in Scharen in das Rangfoyer des Deutschen Theaters treibt und gute Laune verbreitet.

  • „Singen!“ skandiert der Bühnenchor. Diese Tosca darf einfach nicht sterben. Singen soll sie auch unmittelbar nach der heimtückischen Ermordung ihres Geliebten. Jetzt endlich erheben die oft so teilnahmslos anmutenden Beobachter der Ereignisse ihre Stimme. Und das nicht etwa gegen eine gnadenlose Staatsmacht und ihre ebenso gnadenlosen Helfershelfer, sondern einzig für eine weitere Arie. Die Künstlerin gewährt ihnen noch eine tragische Melodie. Doch im Grunde gilt sie nur diesem einen letzten Ton, in dem ihr unendlicher Schmerz ungetröstet verhallt. So wie Giacomo Puccinis berühmte Oper hat auch das Schauspiel Tosca in der Inszenierung von Joachim Schloemer am Deutschen Theater dafür keine Worte mehr.

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