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Literarisches Zentrum

  • Das Literarische Zentrum präsentiert in seinem Frühjahrsprogramm acht sehr unterschiedliche, aber jeweils sehr spannende Abende.

  • Das Klischee vom konservativen katholischen Freifräulein auf einem provinziellen westfälischen Adelshof hält sich wacker. Annette von Droste-Hülshoff hätte dieses Bild vermutlich spöttisch kommentiert und ihre liebe Verwandtschaft ein weiteres Mal brüskiert. Dabei steht ihr Karen Duve nun ebenso frech, ironisch und nachdenklich zur Seite. Aufmüpfig und eigenwillig darf sie auch in dem literarisches Portrait der Schriftstellerin über eine Dichterin sein, die lieber diskutierte, dichtete und komponierte, anstatt die Rolle des braven Burgfräuleins zu spielen.

  • Am 6. Dezember hat der Schweizer Dichter Christian Uetz Lyrik aus seinem aktuellen Gedichtband „Engel der Illusion“ vorgestellt. Die Idee dazu kam seiner langjährigen Freundin und Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe, die gemeinsam mit Uetz durch den Abend leitet. Beide seien hocherfreut, diese Gedichte gerade am Nikolaustag vorstellen zu können. Der Heilige Nikolaus, Schutzpatron unzähliger Berufe, der ungesehen die über Nacht nach draußen gestellten Stiefel befüllt, ist als „Inbild der Illusion“ (Uetz) der Stifter dieses Abends.

  • Die Französische Revolution – ein altbekanntes Thema aus der Schulzeit – für viele auch darüber hinaus.Eric Vuillard schenkt diesem historischen Ereignis nun mit seinem Buch „14. Juli“ neue Aufmerksamkeit. Literarisch, in seiner Übung von historischen Themen bearbeitet er im Buch den Hergang einzelner Aufstände in spannender, beschreibender Erzählweise. Im Gespräch mit der Göttinger Romanistik-Professorin Franziska Meier und der Lesung aus der deutschen Übersetzung von Jan Reinartz (Junges Theater) wurden im Literarischen Zentrum Göttingen Teile des neuen Buches sowie Vuillards Herangehensweisen erörtert.

  • Was wirklich in dem 12jährigen Théo vorgeht, ahnt noch nicht einmal seine Lehrerin Hélène – auch nicht, dass er ganz bewusst auf seinen Selbstmord zusteuert. Sie sorgt sich um den stillen, braven Schüler, der dem Unterricht fast nur noch teilnahmslos folgt und so untröstlich wirkt. nur die Leser in Delphine de Vigans Roman „Loyalitäten“ erfahren von seinen Gedanken und von diesem heimlichen Hilfeschrei, in dem die einsame Verzweiflung des Jungen zum Ausdruck kommt. „Ich liebe es, den Alkohol in meinem Körper zu spüren.“

  • Noch vor dem Literaturherbst startet das Literarische Zentrum Göttingen „seinen“ Herbst: 13 Veranstaltungen ab dem 7. September haben Anja Johannsen und Gesa Husemann vorbereitet – und da sind einige Schätze dabei.

  • „Es geht Knall auf Fall“, stellt Anja Johannsen fest, als sie gemeinsam mit ihrem Team das Programm des Literarischen Zentrums für den Sommer 2018 vorstellt. Und dabei geht es nicht nur um die vielen Termine, die das Programm zu bieten hat, sondern auch um die sehr unterschiedlichen Höhepunkte des Angebots.

  • „Ein eher kleines Programm“, stellt Anja Johannsen fest – präsentiert dann aber doch zehn Veranstaltungen von Dezember 2018 bis zum Februar 2019.

    Wer die Leiterin des Literarischen Zentrums kennt, weiß um die zahlreichen Abende mit politischem Schwerpunkt. Und dieser findet sich auch im aktuellen Programm wieder: am 14. Januar kommen die Schriftstellerin Jana Hensel, 1976 in Leipzig geboren, und der Soziologe Wolfgang Engler, geboren 1952 in Dresden. Gemeinsam, aber nicht immer einer Meinung gehen sie der Erfahrung nach, ostdeutsch zu sein. Nach zahlreichen Terminen in Ostdeutschland ist der Abend in Göttingen der erste im „Rest des Landes“. Moderiert wird der Abend von ZEIT-Redakteur Robert Pausch.

  • Was gehört zu einer gelungenen Ballnacht? Wenn das Literarische Zentrum zum Debütantinnenball einlädt, dann braucht es drei Nachwuchsautorinnen und einen Moderator, die gemeinsam über ihre literarischen Ersterscheinungen sprechen. Beim dritten Ball des Literarischen Zentrums sprachen Theresia Enzensberger (*1986), Mareike Fallwickl (*1983) und Jovana Reisinger (*1989) mit Frederik Skorzinski darüber was es heißt, als Frau in den 1920ern an der Bauhaus-Universität zu studieren, in eine schwierige Freundschaft involviert zu sein und darüber, wie Geschlechterrollen eine Frau in den Wahnsinn treiben können.

  • Das Wurstbrot als Seele eines Fremden, eine „dämmerungsträge Spinne“ und ein Oberton singender österreichischer Erfolgsautor in Göttingen – im literarischen Zentrum fand „eine unmögliche Situation“ statt. Im Dialog mit Joachim Dicks (NDR) stellte Clemens Johann Setz sein neues Buch „Der Trost runder Dinge“ vor. „Ich möchte mit einer Sache beginnen, die wir eigentlich nicht verstehen können!“ Sternenbilder, Planeten, seltsames menschliches Verhalten, Mysterien – Setz verpackt diese Unmöglichkeiten in mehrere virtuos formulierte Geschichten.

  • Was haben Wohnung, Geld, Geschlecht, Mutterschaft und Bildung mit Macht zu tun?

    Die Antwort in Anke Stellings Roman „Schäfchen im Trockenen“ lautet: alles. „Wer man ist, ist nichts anderes als das Maß an Macht, das man besitzt.“ – lautet da ein Satz in diesem reflektierten Buch. Erstaunlich, aus welch scheinbar banalen Begebenheit dieser Satz entspringt: es geht um einen Elternabend. Der Elternabend als Feld für einen Machtkampf – wer besitzt die Macht, dort zu sein? Wer besitzt die Macht, welche Wahrheiten auszusprechen? Und wer besitzt die Macht, überhaupt etwas zu sagen?

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