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Literarisches Zentrum

  • Die Geschichte von Lily und Duke endet mit der Todesstrafe – und anders, als es sich Irene Dische in ihren neuen Roman „Schwarz und Weiß“ ursprünglich gewünscht har. Aber wie sollte die Beziehung zwischen der Tochter einer New Yorker Intellektuellen-Familie und diesem attraktiven Farbigen aus dem ländlichen Süden auch gut gehen, angesichts der Verlogenheit des amerikanischen Traums und seiner Glücksversprechen, der auch ihr Zusammenleben prägt.

  • Das Saxofon spuckte befremdliche Töne in alle Richtungen. Auch eine Folge von Dissonanzen erinnert der Besucher eines New Yorker Jazz Clubs bei seiner ersten Begegnung mit dem Free Jazz und wie sie auf seine Hörnerven einprügelten. Die Freunde hätten ihn gewarnt, heißt es in der Erzählung von Friedrich Christian Delius „Die Zukunft der Schönheit“. Der junge Dichter, der am Abend vor seinem Abflug in ein Konzert mit dem Saxofonisten Albert Ayler geraten war, hätte seine Ohren lieber von dessen „Getöse, Gezirpe, Gehämmer und Gejaule“ verschlossen gehalten. Doch er traut sich nicht, vor diesem „Schallüberfall“, wie er ihn erlebt hatte, zu flüchten. Umso mehr spürt er seiner Verunsicherung nach und seiner Hilflosigkeit vor einer Musik, die auf harmonisierende Kompromisse und Regeln einzuprügeln schien und in ihm einen assoziativen und reflexiven Aufruhr anrichtete.

  • Gregor Gysi geht so schnell, wie er gekommen ist. Unter Applaus tritt er hinein und unter Applaus tritt er hinaus. In etwas über einer Stunde, die er mit Martin Machowecz, dem Leiter des Leipziger Büros der Wochenzeitung ZEIT mal mehr oder weniger im Dialog verbringt, erzählt er Geschichten und persönliche Anekdoten wie jemand, der sie schon oft erzählen musste und sie gerne wieder erzählt. Jede Pointe sitzt, alle überflüssigen Kalorien sind entfernt, Gysi kommt schnell von einer Geschichte zur nächsten, man hat das Gefühl, er könne (und würde) ewig so weitermachen, wenn da nicht noch eine Person neben ihn sitzen und gelegentlich Nachfragen stellen würde. Die Aussage von Gysis Parteikollege Bodo Ramelow, seit 2014 Ministerpräsident von Thüringen, dass man diesen im Wahlkampf auf eine Obstkiste stellen könne und der Laden würde schon von ganz alleine voll, scheint sich an diesem späten Nachmittag zu bewahrheiten - das Alte Rathaus ist restlos ausverkauft.

  • Mit einer poetischen Performance und einem spannenden Dialog unter dem Motto „Sprachengel“ startet das Literarische Zentrum in die winterliche Lesejahreszeit. Tina Fibiger unterhält sich mit Anja Johannsen über das neue Programm.

  • Wir – ein kleines Wort mit vielschichtiger Bedeutung. Ein Wort, das ein Zusammengehörigkeitsgefühl der eigenen Person mit einer Gruppe Menschen voraussetzt, aber ebenso auch andere Menschen gleichzeitig ausschließen kann. Über die Wirkung dieses Wortes stolperte man in seinen verschiedenen Intentionen in den letzten Jahren vermehrt. Sei es in Buchhandlungen, in denen sich auf den Bestsellertischen immer wieder Sachbücher finden lassen, deren Thema, die Verhandlung von Kollektivitäten, schon im Titel ersichtlich wird, oder bei Pegida-Demonstrationen, bei denen sich wirklich jede und jeder bemühen sollte, kritisch zu hinterfragen, wer hier denn nun das Volk ist. Dieses kleine Wort nutzen auch Jana Hensel und Wolfgang Engler im Titel ihres im September 2018 erschienenen Buchs, um eine Debatte anzustoßen, die viel zu lange Zeit vernachlässigt worden sei, nämlich:Wer wir sind. Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein.

  • „I’ve looked at life from both sides now/From up and down, and still somehow/It’s life’s illusions I recall/I really don’t know life at all” (Joni Mitchell: Both sides now (1969)) Eine sonore Altstimme singt, untermalt von einem sphärischen Klangteppich aus Streichern, über die Schattenseite der Liebe und des Älterwerdens. So weit, so typisch Pop. Doch singt die kanadische Sängerin diese Zeilen mit Ende 50, 30 Jahre nachdem der Song auf dem Album „Clouds“ erschien. „Es ist, als ob Joni Mitchell ihrem jüngeren Ich begegnet“, sinniert Jochen Distelmeyer über die neue Interpretation. In dieser Zeit ist viel passiert und Mitchell hat sich einen Namen als eine der bedeutendsten Künstler*inenn der Gegenwart gemacht. Distelmeyer, Gitarrist und Sänger der Band Blumfeld und Gerhard Kaiser, Kurator der Reihe „Liederabend“, nahmen das Publikum mit auf eine Reise durch die persönlichen und musikalischen Stationen einer Ausnahmekünstlerin.

  • An diesem Abend war das Literarische Zentrum nicht nur bis zum letzten offiziellen Platz gefüllt, es wurden sogar noch weitere Stühle hinzu gestellt und Plätze der Mitarbeiter vergeben, damit auch die an der Abendkasse erschienenen Gäste noch einen Platz fanden.

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