Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ werden Marianne und Petra Rosenberg in Göttingen an die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma und an die Überlebenden erinnern.
Die Gedenkveranstaltung beginnt am Freitag, 27. Januar 2012, um 20:00 Uhr in der Aula am Waldweg, Göttingen, Waldweg 26.
Marianne Rosenberg liest aus ihrer Autobiographie „Kokolores“. Petra Rosenberg liest aus den Erinnerungen ihres Vaters Otto Rosenberg „Das Brennglas“. Ferenc Snétberger spielt Gitarrenimprovisationen „Themes for my people“. Marianne Rosenberg und Ferenc Snétberger spielen themenbezogene Chansons „Trauriger Stolz“.
„Die Sinti und Roma, die den NS-Völkermord überlebt haben“, sagt Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg, „sind durch ihre traumatischen Erfahrungen so nachhaltig geschädigt worden, dass ihr Vertrauen in die bundesrepublikanische Gesellschaft gestört ist. Aber auch das Bewusstsein der zweiten und dritten Generation ist von der Erfahrung geprägt, Teil einer Minderheit zu sein, die von der völligen Vernichtung bedroht war und immer noch in hohem Maße unter Diskriminierung zu leiden hat.“
Ihre Schwester Marianne Rosenberg gehört zu den bekanntesten deutschen Sängerinnen. Seit drei Jahrzehnten kennt man ihre Lieder, ihr Leben ist dennoch wenig öffentlich: „Mein Weg erschließt sich aus der Geschichte unserer Familie“, schreibt sie in ihrer Autobiographie „Kokolores“. Ihr Vater, Otto Rosenberg hat die Befreiung erlebt, 500.000 Sinti und Roma fielen dem NS-Völkermord zum Opfer. Auch heute noch ist der Alltag vieler Sinti und Roma in Deutschland von Ausgrenzungserfahrungen geprägt.
Es wird ein sehr persönlicher Abend, an dem Marianne Rosenberg und Petra Rosenberg an ihren Vater erinnern. Auf Wunsch der Mitwirkenden ist der Eintritt kostenlos. Kartenreservierung ist unbedingt erforderlich unter:
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oder DGB Göttingen, Telefon 0551 44097. Spenden sind zur Deckung der Kosten erwünscht.
Veranstalter sind das Bündnis „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – 27. Januar“ in Kooperation mit dem Methodenzentrum Sozialwissenschaften, Universität Göttingen.