Interview mit der Citymanagerin Frederike Breyer eine Woche vor der Nacht der Kultur

Die Geschäftsführerin von der Pro-City GmbH Frederike Breyer freut sich auf die bevorstehende Nacht der Kultur und gibt Einblick in ihre Arbeit als Citymanagerin. Jens Wortmann hat sich mit ihr unterhalten.

Hallo Frau Breyer. Wie geht es Ihnen eine Woche vor der Nacht der Kultur?

Turbulent. Aber turbulent ist gut. Wir haben mit Pro-City ja noch viel vor!

Was meinen Sie damit konkret?

Es gibt ja nicht nur die besser sichtbaren Teile meiner Arbeit wie zum Beispiel die Nacht der Kultur oder die anderen Veranstaltungen von Pro-City. Ein großer Teil meiner Arbeit ist weniger sichtbar. Zum Beispiel werde ich gleich in die Sitzung des Bauausschuss ins Rathaus gehen. Da geht es immer auch um Belange der Innenstadt, zum Beispiel um Parkplätze oder um Sauberkeit in der Innenstadt.

Und was haben Sie bei diesem „unsichtbaren“ Teil Ihrer Arbeit noch vor?

Pro-City versteht sich auch als Netzwerk für die Innenstadt. Wir haben begonnen, die Mitglieder von Pro-City wieder regelmäßig zu Treffen einzuladen, wo bei denen mit einem Impulsreferat Diskussionen in Gang gesetzt werden. Hier sind die nächsten Treffen zum Beispiel mit dem Stadtbaurat Thomas Dienberg oder mit der Präsidentin der Universität Frau Prof. Dr. Ulrike Beisiegel geplant.

Als nächster Termin Ihrer sichtbaren Arbeit steht die Nacht der Kultur am Freitag, den 26. Juni vor der Tür. Worauf freuen Sie sich besonders?

Neben dem Konzert des Göttinger Symphonie Orchesters um 20 Uhr auf dem Marktplatz freue ich mich auf den Auftritt von Seven Up auf dem Wilhelmsplatz um 22 Uhr. Aber überhaupt freue ich darüber, wie viele Göttinger Geschäfte und Kultureinrichtungen sich aktiv an der Nacht der Kultur beteiligen. Da gibt es die diversen Bühnen, die durch Sponsoren ermöglicht werden. Da sind die Stadtbibliothek, die Alte Fechthalle oder das Apex, die sich natürlich ebenfalls mit Veranstaltungen engagieren. Und da istes gibt zum Beispiel der einen Poetry Slam zur Eröffnung der Handwerksbuchbinderei in der Düsteren Straße. Auch die Galerien in der Innenstadt beteiligen sich durch Sonderöffnungszeiten. Insgesamt sind es unheimlich viele große und kleine Einrichtungen, die diesen großartigen Abend mit Leben füllen. Und es sind die vielen großen und kleinen Sponsoren, die das alles überhaupt erst ermöglichen.
Was hat denn die Kultur überhaupt mit dem Innenstadtmarketing zu tun?

Beides sorgt für eine lebendige Innenstadt und hat eine Strahlkraft nach außen. Es geht ja insgesamt um den Lebensraum Innenstadt und um eine hohe Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Da tragen nicht nur die Geschäfte und Cafés mit zu bei, sondern eben auch die Kultureinrichtungen.

Und warum gibt es dann nur diese eine Nacht der Kultur im Jahr? Müsste das nicht ganzjährig laufen?

Tut es ja! Es heißt nur nicht immer so. Pro-City engagiert sich zum Beispiel seit vielen Jahren während der Händel-Festspiele und organisiert die Kostüme, die in Göttinger Schaufenstern dekoriert werden. Am Freitag, den 16. Oktober, wird es einen langen Verkaufsabend mit dem Titel „Himmlische Lichter & Mehr“ in der Innenstadt geben – in Kooperation mit der „Nacht der Kirchen“. Auch das ist ein wichtiges Stück Kultur in der Innenstadt. Bei dem Göttinger Soundcheck-Festival gibt es auch bereits Ideen, wie sich Pro-City mit einbringen kann. Und auch während des Literaturherbstes wird es eine Kooperation geben. Pro-City ist also in vielfältiger Weise ganzjährig in Sachen Kultur unterwegs.

Wie steht denn Pro-City zum Kunstquartier, das im Nikolaiviertel geplant wird?

Grundsätzlich begrüßen wir alle Initiativen, die für eine Steigerung der Attraktivität der Innenstadt und für eine Belebung sorgen. Aus den genauen Planungen des Quartiers hält sich Pro-City allerdings heraus, ebenso bei den Sanierungsplänen der Stadthalle. Hier ist es uns nur allerdings wichtig, dass die Parkplätze auf dem Albaniplatz erhalten bleiben. Auch wenn die Nutzung des Fahrrades oder der öffentlichen Verkehrsmittel natürlich ökologisch sinnvoller ist: wWenn wir Göttingen als Oberzentrum weiter festigen und erhalten wollen, müssen wir den Besuchern der Stadt genügend Parkmöglichkeiten geben um erreichbar zu sein. Das gilt auch für die Besucher der Veranstaltungen in dem „Kulturviertel“ Stadthalle – Aula – Theater. Aber das gilt auch zum Beispiel für das Groner Tor. Hier freue ich mich auf den Umbau und hoffe, dass dieser Zugang zur Innenstadt für Autofahrer aufgewertet wird, die dann das Parkhaus dort besser finden und nutzen können.
Wenn denn die Kultur so wichtig für das Innenstadtmarketing und damit für Pro-City ist: sollten die Kultureinrichtungen nicht stärker in die Organisation von Pro-City eingebunden werden?
Stärker im Sinne von mehr Mitgliedern ist natürlich immer gut. Aber erstens sind wir mit allen Kultureinrichtungen in ständigem Kontakt. Pro-City versteht sich auch als Kommunikationsschnittstelle. Und die Förderung des kulturellen Lebens in der Innenstadt gehört auch zu unseren wichtigen Aufgaben. Und zweitens sind sogar einige Kultureinrichtungen Mitglied bei Pro-City.

Frau Breyer, herzlichen Dank für dieses Gespräch.
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Das Programm der Göttinger Nacht der Kultur finden Sie hier als pdf-Datei zum Download oder hier im Kulturkalender des Kulturbüros zum Nachschlagen.

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