Gerhard Henschel, Hans Zippert, Susanne Fischer, Thomas Gsella, Frank Schulz

Abschluss des Göttinger Literaturherbstes

„Danke – und tschüss“ – das waren die letzten Worte beim 26. Göttinger Literaturherbst 2017. Dem kann man sich nur vorbehaltlos anschließen. Gesprochen hat sie Harry Rowohlt: am Ende des zehntägigen Festivals gab es Séance für den 2015 verstorbenen genialen Autoren, Übersetzer und Vortragskünstler. Harry Rowohlt war nicht nur häufig und gern gesehener Gast in Göttingen, Elchpreisträger im Jahr 2001 – Rowohlt war auch mehrfach Gast beim Göttinger Literaturherbst.

Im Deutschen Theater fanden sich Frank Schulz, Hans Zippert, Thomas Gsella, Susanne Fischer und Gerhard Henschel zusammen und erinnerten sich an gemeinsame Erlebnisse und denkwürdige Auftritte. Es erklangen zu seinen Ehren Lieder, Gedichte, Briefe – und eben auch einige Originaltöne Rowohlts.
Dieser Abend hätte Harry Rowohlt mit Sicherheit gefallen. Es ist anzunehmen, dass dies auch für seine Frau gilt – sie saß als Ehrengast des Literaturherbstes im Publikum.

Am Ende erklang die Stimme Rowohlts vom Band, und damit hatte er (natürlich) das letzte Wort. „Danke – und tschüss“, das darf aber getrost auch für das gesamte Festival übertragen werden.

Johannes-Peter Herberhold und sein gesamtes Team haben ein phantastisches Festival zusammengestellt und organisiert. Die Qualität des Programms drückt sich auch im Besucherrekord aus: Über 15.500 Zuschauer – das waren knapp 13 Prozent mehr als beim Jubiläum 2016 – besuchten in den vergangenen 10 Tagen die insgesamt 70 Veranstaltungen in Göttingen und der Region Südniedersachsen. Mit fast 91 Prozent konnte die Auslastung des größten Literaturfestivals noch einmal gesteigert werden.

Der Göttinger Literaturherbst hat einige Merkmale, die ihn so einzigartig machen: die erste Lesung des Deutschen Buchpreisträgers nach der Buchmesse und die Wissenschaftsreihe in der Kooperation mit den Göttinger Max-Planck-Instituten und der Georg-August-Universität gehören sicher zu den wichtigsten Eigenschaften. Etwas ganz Besonderes ist aber das Publikum: täglich füllten hunderte von Zuschauerinnen und Zuschauern die Säle in der Stadt und der Region – und das bei Veranstaltungen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Ob Lesungen in einfacher Sprache oder hochkomplexe Sprachkunst, ob gute Unterhaltung oder anspruchsvolle Wissenschaft, ob junge Nachwuchstalente oder etablierte Bestsellerautorinnen und -autoren – sie alle fanden ihr Publikum. Diese Vielfalt sowohl auf der Bühne als auch im Publikum sorgten für eine phantastische Festspielatmosphäre in der Stadt und der Region.

Die Vorfreude auf den 27. Göttinger Literaturherbst hat soeben begonnen. Er findet vom 12. bis zum 21. Oktober 2018 statt.

Das Kulturbüro Göttingen war bei zahlreichen Veranstaltungen des Literaturherbstes. Einen Überblick über alle Veranstaltungsrezensionen finden Sie auf dieser Sonderseite.

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