KUNST e.V.

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„Wenn die Gala keine Heimat hat, ist das ein Problem für Göttingen“, erläuterte der Intendant des Deutschen Theaters Erich Sidler, warum das Haus am Wall die KUNST-Gala ins DT eingeladen hat. Sidler übernahm dann auch gleich die Moderation der beiden Abende. Zweimal war das Theater ausverkauft – und zweimal waren die Besucherinnen und Besucher begeistert. Alle waren sich einig: „Das war hier viel, viel besser als in der Stadthalle!“ oder „Die beste Gala seit vielen Jahren“, solche Stimmen waren anschließend vielfach zu hören.

Dass das so war, lag natürlich auch an dem größeren Charme, den das Haus gegenüber der Stadthalle hat. Aber es lag auch daran, dass sich das gesamte Team des Deutschen Theaters überaus stark engagiert hat, um eine solche Bühnenshow perfekt zu inszenieren. Da stimmte einfach alles: Licht, Ton, Auf- und Abbau. Für die Künstlerinnen und Künstler ist so etwas ein Glücksfall und macht großartige Leistungen überhaupt erst möglich.

Und großartig waren die Leistungen bei der 18. KUNST-Gala tatsächlich: Akrobatik aus dem KAZ, bei der das Thema Mensch und Maschine eindrucksvoll umgesetzt wurde, oder der erst 15jährigen Tosca, die an den Vertikaltüchern den Zuschauern bisweilen den Atem stocken lies; Choreographien von der Ballettschule art la danse mit „Office Tristesse“ oder dem Hochschulsport Göttingen mit „Got butterflies?“, nachdenkliches Puppentheater mit Christoph Buchfink zum Thema Organhandel oder die Lichtperformance von Bernd van Werven. Dazu gab es vielfältige Musikdarbietungen vom „Solling Swing Orchestra“, dem GSO-Brass mit Händel und Jazz, der Göttinger Stadtkantorei unter der Leitung von Bernd Eberhardt mit Auszügen aus „Carmina Burana“ oder der begeisternden Blues’n’Boogie-Küche um Gregor Kilian. Beide Ensembletheater Göttingens boten Ausschnitte aus ihren Musikproduktionen: das Junge Theater mit der aktuellen Inszenierung „Personal Jesus“ und das Deutsche Theater mit einem Ausblick auf die Produktion „Lazarus“ mit Musik von David Bowie.

So ergab sich ein bunter, abwechslungsreicher Abend – der trotz drei Stunden Länge überaus kurzweilig war. Und da die über 200 Künstlerinnen und Künstler ohne Gage aufgetreten sind, konnte der Verein KUNST e.V. über 15.000 Euro aus den Eintrittsgeldern generieren, die in Kulturprojekte in Göttingen investiert werden können.

Die Stimmung im Publikum und bei den Mitwirkenden hätte besser nicht sein können. So konnte das Deutsche Theater noch einen weiteren Vorteil gegenüber der Stadthalle ausspielen: das Publikum feierte gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstler bis tief in die Nacht. Bei einem Neubau der Stadthalle könnte dieser Aspekt gleich mitberücksichtigt werden. Bis es soweit ist, hat die KUNST-Gala eine neue Heimat gefunden – zumindest, wenn man das Publikum fragt. Ob das für den Verein KUNST e.V. und für das Deutsche Theater sich auch 2020 darstellen lässt, ist noch nicht entschieden. Wir drücken die Daumen!

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