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Literaturherbst

Bis zum Start des 28. Göttinger Literaturherbstes am 18. Oktober 2019 sind es noch knapp drei Monate. Mit einer Spitzenveranstaltung am 9. Oktober 2019 wirft Niedersachsens größtes Literaturfestival seine Schatten voraus und gibt einen Vorgeschmack auf das zu erwartende Programm. Fernando Aramburu, der für sein Epos Patria über die ETA im Baskenland zahlreiche Preise erhielt und monatelang die Bestsellerliste anführte, kommt mit seinem aktuellen Roman "Langsame Jahre" (Rowohlt 2019) nach Göttingen. Die Buchvorstellung im Alten Rathaus ist eine von nur drei Lesungen, die der Autor in diesem Herbst in Deutschland halten wird.

„Wenn man die Chance bekommt, Fernando Aramburu zu präsentieren, sagt man auf gar keinen Fall nein“, so Johannes-Peter Herberhold, Geschäftsführer des Göttinger Literaturherbstes. „Natürlich hätte er auch wunderbar in unser Festivalprogramm gepasst, aber das ließ sein Reisekalender leider nicht zu. Wir stellen ihn dem Publikum daher in bewährter Form in Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Göttingen vor. Ein schöner Appetizer auf unser Festival.“ 

Schwerem Leichtes abzugewinnen, das ist eine Kunst, die nur wenige verstehen. Dass Fernando Aramburu sie meisterhaft beherrscht, zeigt der seit 1984 in Hannover lebende Bestsellerautor nun auch mit seinem neuen Roman, der packenden Familiensaga "Langsame Jahre". Das vom rigiden Katholizismus und von der Franco-Diktatur geprägte Baskenland der 1960er bildet die erzählerische Kulisse. Aus Armut wird der achtjährige Txiki vom Land zu vermeintlich wohlhabenderen Verwandten in die Stadt gegeben. Dort ergeht es ihm – gepeinigt von seinem pubertären Cousin Julen – nicht unbedingt besser. Dieser macht auch bald „politischen Ärger“ und seine Schwester wird ungewollt schwanger. Was dies alles unter den dortigen Verhältnissen bedeutet, begreift der Protagonist erst allmählich.

Der Roman besteht aus mehreren Dutzend „Notaten“, die der Erzähler Txiki – jener kleine Junge – dem Autor „Herrn Aramburu“ schickt. Es ist vor allem diese kindliche Perspektive auf die engen, erdrückenden Verhältnisse, die den Zauber und Reiz des Romans ausmacht und ihm eine unerwartete humoristische Grundhaltung verleiht.  „Heutzutage, habe ich den Eindruck, dauert eine Minute dreißig oder vierzig Sekunden; eine Minute der Diktatur indes dauerte anderthalb oder zwei Minuten“, so kommentierte der Autor einmal selbst die Langsamkeit jener Jahre. Über diese bleierne Zeit und seinen brillant konstruierten Roman spricht der Autor mit Friederike von Criegern.

Den deutschen Text liest Florian Eppinger (DT).

In Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Göttingen.

Tickets zu 15 Euro, ermäßigt 12 Euro, sind ab sofort hier online im Ticketshop des Kulturbüros sowie an allen Reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich.

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