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Junges Theater

Diener zweier Herren

Noch ist nicht alles fertig im neuen Domizil des Jungen Theaters in der ehemaligen Voigtschule am Wall. Die Zuschauertribüne steht noch nicht, die Scheinwerfer hängen zwar, haben aber noch keinen Strom, und die Toiletten sind auch noch nicht ganz fertig.

Intendant Nico Dietrich ist aber überzeugt, dass alles bis zum 20. September fertig wird. Denn dann erobert die Schauspieltruppe des Jungen Theaters das neue Haus. Genau mit dieser Szene lässt die Regisseurin Christine Hofer auch den Klassiker der Commedia dell’arte, „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni beginnen. Das entspricht durchaus der Geschichte dieser Theatergattung: gespielt wurde in den Ursprüngen von Wanderkomödianten, sie spielten überall. Sie definierten einen beliebigen Platz als ihre Bühne. Ganz nach dem Motto: „Ich mache das, weil ich es kann.“

Und genauso erobert das JT-Ensemble die neue Bühne am Wall. Wobei diese in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Mailand uraufgeführte Komödie durchaus aktuell ist. Im Mittelpunkt steht Truffaldino, dem armen Diener, der bei zwei Herren gleichzeitig anheuern muss, um überleben zu können. Er trickst und täuscht, damit er nicht auffliegt. Damit verursacht er ein unglaubliches Durcheinander aus Verwechslungen, Liebschaften, Intrigen und Eifersucht. Gespielt wird Truffaldino vom neuen Ensemblemitglied Jens Tramsen.

Das Regieteam mit Christine Hofer und dem Dramaturgen Christian Vilmar stellen genau diesen mittellosen Truffaldino in den Mittelpunkt. Seine Situation ist nah an dem heutigen Schauspielerleben dran. „Theater ist oft ein Modell für die Gesellschaft“, erläutert Christine Hofer. Und die prekäre Situation bei der Bezahlung von Schauspielerinnen und Schauspielern ist heute genauso wie damals. Allerdings ist Hofer begeistert vom hiesigen Ensemble: „Sie sind spielwütig und haben eine enge Bindung an das Publikum.“ Hofer und Vilmar haben das Stück den Möglichkeiten des Jungen Theaters angepasst. So stehen bei der Premiere im neuen Haus mit Katharina Brehl, Agnes Giese, Jacqueline Sophie Mendel, Götz Lautenbach, Andreas Krüger, Jan Reinartz und Jens Tramsen sieben Schauspieler auf der Bühne, bei Goldoni sind es im Original sind es durchaus mehr.

Gespielt wird in wunderschönen Kostümen (Ausstattung: Dirk Seesemann). Und zu erleben ist nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch besondere Gesten, Artistik und Jonglage – wie es sich für eine wandernde Schauspieltruppe gehört. „All das ist eine große Herausforderung für unser Ensemble, die Schauspielerinnen und Schauspieler sind in dieser Spielzeit besonders breit gefordert“, mein Nico Dietrich. „Aber dieses Stück hat auch zahlreiche Kabinettstückchen für sie bereit.“

Zu erleben ist diese Inszenierung in der Premiere am 20. September um 20 Uhr. Weitere Vorstellungen sind am 21. September sowie am 5., 12. und 30. Oktober. Tickets für alle Vorstellungen gibt es hier online im Ticketshop des Kulturbüros, an allen Reservix-Vorverkaufsstellen und an der Theaterkasse in der Bürgerstraße 15.

Den kompletten Spielplan des Jungen Theaters finden Sie hier auf der Spielplanseite des Kulturbüros und auf der Homepage des Theater.

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