passend zum Artikel

Willkommen!
Um alle Funktionen zu nutzen, loggen Sie sich bitte ein.
Passwort vergessen?
Registrieren Sie sich hier neu

kulturbuero plus

Literaturhaus Göttingen

Eröffnung mit Reden, Festvortrag und Lesungen

Anja Johannsen und Johannes-Peter Herberhold: „Gemeinsam werden wir dieses Haus bespielen“

johannsen herberhold 900Im ehemaligen Ackerbürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert, der späteren Diskothek und lange Jahre als Druckerei genutzten Gebäude ist nun das Literaturhaus Göttingen entstanden. „Gemeinsam werden wir dieses Haus bespielen“, verkündete Anja Johannsen, die mit ihrem Literarischen Zentrum gerade in das neue Haus umgezogen ist. „Wahrscheinlich können Sie sich das nicht vorstellen, wie es hier vorgestern noch ausgesehen hat,“ deutete die Germanistin die Bauaktivitäten bis kurz vor der Eröffnung an. „Der Weg zum Kauf und der Weg zur heutigen Eröffnung brachte vielfältige Aufgaben mit sich“, bestätigte Johannes Peter Herberhold, der mit dem Team des Literaturherbstes bereits seit einiger Zeit in die zweite Etage eingezogen war. „Hier entsteht das Festivalbüro. Und während des Literaturherbstes wird hier das Herz des Festivals schlagen. Das Literaturhaus wird der Treffpunkt nach den Veranstaltungen werden. Dazu wird es mit dem Literarischen Zentrum auch gemeinsame Formate geben, kündigte Herberhold an.

Der Dank der neuen Bewohner:innen geht an das Architekturbüro Charles de Picciotto, an die Stadt Göttingen, an Gerhard Steidl und an Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzenden der Sartorius AG. Erst mit einer Großspende von dem DAX-Unternehmen konnte das Projekt realisiert werden.

Stephan Weil: „Ich bin ein echter Bücherwurm“

Ministerpräsident Stephan Weil sendete einen Gruß per Video. „Als echten Bücherwurm“ bezeichnet Weil darin sich selbst und freut sich über die neue Veranstaltungsstätte für Literatur an seinem früheren Studienort. „Das Literarische Zentrum und der Göttinger Literaturherbst haben das Profil der Stadt geprägt. Beide bekommen jetzt durch das Literaturhaus noch einmal einen richtigen Schub“, so Weil. Das Kunstquartier finde weit über Göttingen hinaus Beachtung und nähere sich durch die Eröffnung des Literaturhauses der der Vollendung.

Petra Broistedt: „Das Kunst-Quartier entwickelt sich und wird mit Leben erfüllt“

petra broistedt 900Oberbürgermeisterin Petra Broistedt beschreibt Gerhard Steidl als einen Mann mit Visionen. „Vor 50 Jahren hat er in seinem Garten gesessen und gedacht, es wäre doch toll, wenn wir mitten in der Stadt ein Kunstquartier hätten.“ Durch seine Hartnäckigkeit sei nun dieses  Steidl ist sehr hartnäckig… In ihrer Ansprache dankte Broistedt auch ihrem Vorgänger Rolf-Georg Köhler, der das Projekt KuQua besonders engagiert und gegen zahlreiche Widerstände vorangetrieben habe. Aus diesem Viertel werde nun ein Ganzes. „Das Quartier entwickelt sich und wird mit Leben erfüllt. Das trockene Wort Stadtentwicklung wird jetzt lebendig.“

 

 

Andreas Görgen: „Öffnen Sie die Hirne und Herzen unserer Menschen.“

andreas goergen 900Für die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Claudia Roth sprach ihr Amtschef Andreas Görgen. Er überraschte die Gäste mit einem Wunsch. „Wenn man selbst nichts zum Gelingen beigetragen hat, dann dürfe man bei der Eröffnung sich auch etwas wünschen: 

„Tun Sie etwas für die Schönheit der Verschiedenheit unserer Gesellschaft. Öffnen Sie die Hirne und Herzen unserer Menschen.“ Er betonte, Demokratie beruhe auf Widerspruch. Und dieser Widerspruch mache den Fortschritt unserer Gesellschaft aus. Die Kulturstaatsministerin Claudia Roth zitiert er mit „Es geht um einen Aufbruch in die Wirklichkeit“. Und so fordert er die Gäste des Literaturhauses auf: „Eröffnen Sie Räume neuen Fühlens, neuen Denkens und neuen Zuhörens. Widerspruch generiert Fortschritt. Grundlage sind die Meinungsfreiheit, die Freiheit von Kunst und Wissenschaft. Es geht nicht nur um andere Möglichkeiten in der realen Welt, sondern es geht um die realen Möglichkeiten in einer anderen Welt. Dazu eröffnen uns Kunst und Wissenschaft die Zugänge.“ Am Schluss seiner Ansprache sprach er über die Chansoniere Barbara und ihr Göttingen-Lied. „Barbara, der die deutsch-französische Freundschaft so viel zu verdanken hat, hat ihren Künstlernamen nach ihrer Großmutter. Diese Großmutter ist geboren in Odessa. Wir haben zu lernen, dass unser Land mitten in Europa ein Land ist mit Verbindungen von Odessa bis nach Lissabon und von Porto bis nach St. Petersburg. 

Dazu brauchen wir Kunst und Wissenschaft, aber auch bürgerschaftliches Engagement. Das ist etwas, das der Staat nicht kann.“ 

Karin Schmidt-Friderichs: „Bücher leben von Begegnung“

karin schmidt friderichs 900Bevor der Festredner Saša Stanišić das Wort ergriff, bekam noch die Vorsteherin Börsenverein des Deutschen Buchhandels Karin Schmidt-Friderichs das Wort. Die gelernte Architektin ist Verlegerin des Verlags Hermann Schmidt, einem Fachverlag für Typografie, Grafikdesign und kreative Werbung. Voll des Lobes über dieses neue Gebäude sprach sie von einer „Wohngemeinschaft des Literaturherbstes und des Literarischen Zentrums“.

Im Zentrum ihres Grußwortes stellte sie das Verbindende der Literatur. „Wer liest, setzt sich mit anderen auseinander. Andere Geschichten, andere Sichtweisen, andere Gedanken. Bücher leben von Begegnung. Genau das bieten die Literaturhäuser und die Festivals.“ 

Sie betonte die Bedeutung der Buchhandlungen und Verlage gerade in Göttingen sowie der Unabhängigkeit der Literaturhäuser und Festivals. Sie hob besonders das Wissenschaftsprogramm und den Wissenschaftspreis beim Literaturherbst hervor. 

Den literarischen Festvortrag hielt anschließend der deutsch-bosnische Schriftsteller, Buchpreisträger 2019 und häufiger Gast in Göttingen Saša Stanišić.

Die erste Lesung im neuen Literaturhaus fand mit der Filmemacherin und Autorin Doris Dörrie statt.

Am selben Abend gastierten der Schauspieler Matthias Brandt und der Musiker Jens Thomas im Literaturhaus.

Am Sonntag empfingen der Zeichner Axel Scheffler ("Der Grüffelo") und der Schauspieler Jens Tramnsen ihr Publikum im ausverkauften Saal.

Zum Abschluss des Auftaktwochenendes las Abbas Khider aus "Der Erinnerungsfälscher".

Informationen über das Literaturhaus Göttingen finden Sie auf der Internetseite www.literaturhaus-goettingen.de

Mehr zu diesem Thema:

Kommentare powered by CComment

passend zum Artikel

Liebe Leserin, lieber Leser,

schön, dass Sie hier sind - und schön, dass Sie dieser Artikel interessiert.

Wussten Sie, dass die Autorinnen und Autoren des Kulturbüros für ihre Arbeit bezahlt werden? Das werden sie - genauso wie die Kolleginnen und Kollegen, die die vielen Termine in den Kulturkalender eintragen.

Vielleicht verstehen Sie, dass wir diese Inhalte nicht allen kostenlos zugänglich machen können. Wir sind auf bezahlte Zugänge (Abonnements) angewiesen - eigentlich wie alle, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, für ihre Angebote Geld verlangen müssen.

Wenn Sie ein solches Abonnement (nur 5 Euro im Monat oder 50 Euro pro Jahr) abschließen möchten, brauchen Sie nur

hier

zu klicken. Alternativ können Sie für nur 1,20 Euro einen Tageszugang einrichten, um diesen Artikel ganz zu lesen.

Vielen Dank!

Wenn Sie bereits einen Zugang haben, können Sie sich hier einloggen und weiterlesen.

Wenn Sie bereits einen Zugang haben, können Sie sich hier einloggen und weiterlesen.