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Zu seiner Geburtstagsfeier hatte das Orchester in die Göttinger Stadthalle eingeladen. Auf dem Programm stand natürlich Musik des 18. Jahrhunderts. Und gleich zu Beginn wurde deutlich, was dieses besondere Orchester ausmacht: die neuen Wege, die der älteste Bach-Sohn in seiner Musik beschritten hat, machte das Orchester in der Sinfonie F-Dur sehr lebendig und deutlich. Diese neuen Effekte, die Dynamik und die Behandlung der einzelnen Instrumente sind eine Herausforderung für jedes Orchester, hatte doch Carl Philipp Emanuel Bach die strengen Regeln des Barocks mit seinen Orchester-Sinfonien endgültig verlassen.Das FestspielOrchester hatte diese Effekte geradezu inhaliert und verkörperte sie auf der Bühne der ausverkauften Stadthalle: die Musik hatte einen Swing, der mitreißend war. Es ist faszinierend, wie Laurence Cummings selber am Cembalo sitzend, das Orchester scheinbar nur „anpieksen“ muss – und dann musizieren die Instrumentalisten mit einer Spielfreude, dass es nur eine Wonne ist.

Flötenkonzerte von Johann Joachim Quantz haben in der Nähe seines Geburtsortes Scheden eine besondere Bedeutung. Es ist eine schöne Geste, Musik dieses „Lokalmatadoren“ mit in das Programm aufzunehmen. Die beiden Ensemblemitglieder Kate Clark und Brian Berryman spielten den Solopart im Konzert G-Dur für zwei Flöten mit großer Leichtigkeit und Frische. Sie verliehen ihren historischen Traversflöten einen Klang, den man sonst in Barockorchestern nicht hören kann.

Das Brandenburgische Konzert Nr. 5 von Johann Sebastian Bach wurde in reduzierte Besetzung gespielt, neben den Solisten Kate Clark (Flöte), Elizabeth Blumenstock (Violine) und Laurence Cummings (Cembalo) bildeten lediglich vier Musiker das „Tutti“. Entstanden ist dadurch ein sehr durchsichtiger Klang. Die geradezu filigran gespielte Musik brachte die Stadthalle an die Grenzen ihrer Akustik; man musste seine Ohren schon sehr spitzen, um alle Nuancen zu hören. Nicht zu überhören war das große Können Cummings‘ bei der Cembalo-Kadenz. Bach-Zeitgenossen meinten bereits nach der Entstehung, es sei völlig unzumutbar, diese Musik zu spielen. Cummings hat nicht nur bewiesen, dass er technisch absolut in der Lage ist, vielmehr hat es das gezeigt, was die Qualität des gesamten Orchesters ausmacht: er ist zu den innersten Werten der Musik vorgedrungen.
Als Höhepunkt des Abends stand Händels Wassermusik auf dem Programm. Jetzt waren auch Pauken und Trompeten im Einsatz – passend zur Geburtstagesfeier. Zuvor sang das versammelte Publikum noch ein Happy Birthday für das Orchester. Und dann erklang feierlich Händels Musik in der Fassung der Neuedition in voller Länge.

Ein grandioser Abend mit dem FestspielOrchester Göttingen. Nicht enden wollender Applaus sorgte für gleich drei Zugaben. Als Gast sang William Berger eine Arie aus der Oper „Imeneo“, Miloš Valent (Geige) stimmte eine slawische Tanzmusik an und das Orchester spielte einen Satz aus der „Turcaria“ von Johann Joseph Fux.

Wenn man sich für die Musik der Händelschen Zeit kein besseres Orchester vorstellen kann, hat Laurence Cummings wohl recht: das beste Orchester der Welt!

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