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Deutsches Theater

Mit der Komödie Alles muss glänzen in der Inszenierung von Isabel Osthues startet das DT am 3. Juni die Reihe der Premieren. Bei der Vorstellung der geplanten Produktionen kommt DT-Intendant Erich Sidler auch auf die Auswirkungen der Pandemie auf das soziale Leben zu sprechen und dass das Theater im Grunde beschreibe, was den Menschen unter Distanz- und Sicherheitsbedingungen gefehlt habe, die Begegnung sei. „Die Tatsache dass wir stimuliert werden durch das Gegenüber, das uns anregt, aufregt, nervt, herausfordert und beglückt, all diese Aspekte der Stimulanz sind lebensnotwendig.“

Im Zentrum des Stückes steht eine Frau, die sich ein Familienleben aufrechterhält, das es schon lange nicht mehr gibt und den Sinn ihres Lebens ohne soziale Beziehungen in Frage stellt.

Bereits am 4. Juni hat auf der DT2 Bühne ein AfD-Projekt Premiere, das Regisseur Gernold Grünwald aus den AfD-Parteiprogrammen destilliert hat. Das Stück werde gesungen, berichtet DT-Chefdramaturg Mathias Heid und betont die hoch ästhetisierte Art und Weise in der der Rechtsruck in der Gesellschaft thematisiert werde. Die Bühne wird zum Igelbau, in dem sich eine bürgerliche Familie als Igelfamilie positioniert, die ihre Ansichten und Parteilichkeiten von zwei syrischen Goldhamstern bedroht sieht.

Auf dem Parkdeck des DT verweist ein riesiger Sandhaufen bereits auf das Fernweh und die Sehnsucht nach sonnigen Aussichten am Strand, nach denen Antje Thoms in ihrer Inszenierung Mit dem Moped nach Madrid Ausschau hält. Ein Reisebüro wird zum unterhaltsamen Open-Air-Treffpunkt, an dem die Angestellten den Lockdown-Verhältnissen mit musikalischem Fernweh und Urlaubshits begegnen.

Akute und aktuelle Zeitstimmungen, die sich im Kontext der Pandemie verschärft haben, kommen für den DT-Intendanten auch in Schillers Tragödie Die Räuber zum Ausdruck, die in der Inszenierung von Moritz Beichl am 18. Juni Premiere hat. „Es geht um die Frage, was bedeuten Grundrechte, was heißt das, das Recht auf eine eigene Meinung zu haben. Andererseits muss man auch sagen, Die Räuber ist ein Stück, in dem sichtbar wird, dass Menschen, die vielleicht irgendwann mal das Gute gewollt haben, in eine Spirale gekommen sind, in der sie durch Extremismus und durch Dogmatismus völlig ihr menschliches Maß verlieren.“

Während des Lockdowns reifte auch der Plan, den Roman Hiob von Joseph Roth zu dramatisieren mit den schmerzhaften Schicksalsschlägen und Überlebenskämpfen des Tora-Lehrers Mendel Singer und seiner Familie. Premiere hat die Inszenierung von Matthias Reichwald am 3. Juli.

Wenn das DT am 3. Juni den Spielbetrieb wieder aufnimmt, wird das Testzentrum in ein Zelt neben dem Theatergebäude verlegt. Für alle Theaterbesucher, die noch nicht vollständig geimpft sind, besteht Testpflicht. Vor Beginn der jeweiligen Vorstellung können sie sich dort zwischen 17.30 Uhr und 19 Uhr auch ohne Voranmeldung testen lassen.

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