passend zum Artikel

Willkommen!
Um alle Funktionen zu nutzen, loggen Sie sich bitte ein.
Passwort vergessen?
Registrieren Sie sich hier neu

kulturbuero plus

Deutsches Theater

„Der Krisenmodus ist vorbei,“ ruft Intendant Sidler aus. „Es gibt keinen Plan B, keine angezogene Handbremse. Wir gehen mit vollem Investment in die neue Spielzeit.“ 

Was er mit dem „vollem Investment“ meint, zeigt die Auswahl der Stücke, die von Mona Rieken, Matthias Heid, Sarah Tzscheppan und Erich Sidler vorgestellt wurden.

Die Spielzeit wird am 1. Oktober 2022 mit der Komödie »Jeeps« von Nora Abdel-Maksoud eröffnet. In dem Stück geht es um viel Geld: Jährlich werden in Deutschland bis zu 400 Milliarden Euro vererbt. Nach einer Erbschaftsreform werden Immobilien, Geldbeträge und sonstige Güter per Losverfahren verteilt. Die Zuschauer:innen erwartet eine bitterböse und gleichermaßen intelligente Klasismussatire.

Mit dem Musical »Cabaret« kommt wieder eine Musikproduktion auf die Bühne des Deutschen Theaters. In der reduzierten Orchesterfassung von Chris Walker erklingen berühmte Songs wie »Willkommen«, »Money, Money« und »May-be this Time«. Die Premiere ist am 15. Oktober angesetzt.

Eine weitere Komödie feiert am 29. Oktober seine Premiere. »Bombe!« von Philipp Löhle und Abdul Abbassi wurde bereits in der Pandemiezeit produziert, war aber bislang nur als Video dem Publikum gezeigt werden. In einer komischen und erhellenden Tour de Farce geht es um die Lage der Willkommens-Nation in Sachen Integration inklusive syrischer und deutscher Vorurteile.

Auch die Produktion des Klassikers »Früchte des Zorns« nach dem Roman von John Steinbeck war bereits früher geplant und sogar bis zu einer internen Vorstellung fertig gewesen. Nun werden die Proben dafür wieder aufgenommen und dieser immer noch hochaktuelle Stoff um Klimawandel und Wirtschaftskrisen kann am 5. November erstmals dem Publikum präsentiert werden. Christoph Mehler wird hier Regie führen.

Als Familienstück zur Weihnachtszeit wurde ebenfalls ein Klassiker ausgewählt: »Ronja Räubertochter«, Astrid Lindgrens berühmtes Kinderbuch steht ab dem 20. November auf dem Spielplan. Für die Inszenierung wurde Theo Fransz als Regisseur verpflichtet. Fransz erhielt im Jahr 2020 den Deutschen Kindertheaterpreis. Am Deutschen Theater Göttingen inszenierte er zuletzt »Ein Riss durch die Welt« und »Die Blechtrommel«.

Der Text »Zerstörte Straßen« der ukrainischen Autorin Natalia Vorozhbyt wurde bereits in Auszügen in der Langen Nacht zum Ukrainekonflikt am 18. März in Auszügen gelesen. Die Autorin beschreibt in eindrucksvollen Szenen, wie der Krieg auch in den intimsten Bereichen des Lebens Verwüstungen hinterlässt. Premiere ist am 10. Dezember.

Eine weitere Musikproduktion ist ab dem 28. Januar 2023 zu sehen: Das Rock-Musical »Hedwig and the Angry Inch« von John Cameron Mitchell und Stephen Trask. In dem Stück blickt die Dragqueen Hedwig zurück auf ihr Leben in der DDR. Begleitet von Songs, die zwischen Glamrock und Grunge changieren, erzählt sie von ihrem schillernden Leben und einer bewegten Vergangenheit.

»Vor Sonnenaufgang« heißt das 1889 entstandene Sozialdrama von Gerhart Hauptmann. Ewald Palemtshofer hat diese Geschichte vom Zerfall der Familie Kraus in einer Art Überschreibung mit einer sehr poetischen Sprache versehen, wie Dramaturgin Mona Rieken verriet. Zu sehen ist das Stück ab dem 4. März 2023.

Ein echtes „Männerstück“, so beschrieb Chedramaturg Matthias Heid Bertolds Brecht Stück »Im Dickicht der Städte«. Fasziniert vom Boxkampf lässt Brecht in der Anonymität der Riesenstadt Chicago zwei Gegner aufeinenderprallen: Ein absurder Kampf ohne Regeln, nur um des Kampfes Willen, bei dem niemand gewinnen kann. Die Premiere ist für den 15. April 2023 geplant.

Zum Saisonende gibt es wieder eine Sommerproduktion, die en Suite gespielt werden wird: die Komödie »Sein oder Nichtsein« von Nick Whitby nach dem 1942 entstandenen Film »To Be or Not To Be« von Ernst Lubtisch. Eine Theatertruppe in Warschau findet sich im Jahr 1939 in einer besonderen Situation wieder und muss um das eigene Überleben spielen: statt »Hamlet« wird der Aufstand geprobt – und eine Komödie aufgeführt, in der Realität und Wirklichkeit nicht mehr zu trennen sind. Ab dem 17. Juni 2023 steht »Sein oder Nichtsein« auf dem Spielplan.

Ergänzt wird dieser durch die Premieren im dt.2. Und auch der dt-Keller soll nach der Pandemie-Pause wieder bespielt werden. Vorab wird der Keller mit neuem Mobiliar ausgestattet.

Entstanden ist ein sehr vielfältiger Spielplan, der aber auch immer politisch ist. „Theater ist die Erweiterung des demokratischen Meinungsbildes,“ erläutert Erich Sidler. „Es geht immer um die Frage: wie wollen wir künftig Zusammenleben?“

 Weitere Details zu den geplanten Premieren in der Spielzeit 2022/23 finden Sie auf https://www.dt-goettingen.de/stuecke/premiere
Mehr zu diesem Thema:

Kommentare powered by CComment

passend zum Artikel

Liebe Leserin, lieber Leser,

schön, dass Sie hier sind - und schön, dass Sie dieser Artikel interessiert.

Wussten Sie, dass die Autorinnen und Autoren des Kulturbüros für ihre Arbeit bezahlt werden? Das werden sie - genauso wie die Kolleginnen und Kollegen, die die vielen Termine in den Kulturkalender eintragen.

Vielleicht verstehen Sie, dass wir diese Inhalte nicht allen kostenlos zugänglich machen können. Wir sind auf bezahlte Zugänge (Abonnements) angewiesen - eigentlich wie alle, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, für ihre Angebote Geld verlangen müssen.

Wenn Sie ein solches Abonnement (nur 5 Euro im Monat oder 50 Euro pro Jahr) abschließen möchten, brauchen Sie nur

hier

zu klicken. Alternativ können Sie für nur 1,20 Euro einen Tageszugang einrichten, um diesen Artikel ganz zu lesen.

Vielen Dank!

Wenn Sie bereits einen Zugang haben, können Sie sich hier einloggen und weiterlesen.

Wenn Sie bereits einen Zugang haben, können Sie sich hier einloggen und weiterlesen.