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Stadt Göttingen

 Joanna Bator

Joanna Bator wurde 1968 in Wałbrzych (Polen) geboren und ist dort aufgewachsen. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Studium der Kulturwissenschaften und Philosophie an der Universität Breslau. Anschließend promovierte sie am Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau. Im Rahmen ihrer Forschung verbrachte sie 1996 einige Monate an der Universität Bremen, 1997 bis 1998 an der Central European University in Budapest sowie 1998/1999 an der Middlesex University in London. Es folgten Stipendien in New York und Japan.

Als Prosaschriftstellerin debütierte sie 2001 mit dem Werk Z mlekiem matki lustro i lód, das in der Zeitschrift Twórczość erschien. Sie hat Artikel und Essays in verschiedenen polnischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht, darunter Tytuł, Odra, Czas Kultury, Katedra, Tygodnik Powszechny, National Geographic und Voyage. Für die Gazeta Wyborcza schrieb sie einen Feuilleton-Zyklus unter dem Titel Z kraju nad Wisl. Die Erfahrungen ihres dreijährigen Aufenthalts in Japan schrieb sie in Japoński wachlarz nieder. Ferner ist sie als Autorin von wissenschaftlichen Publikationen bekannt.

Seit 2011 konzentriert sie sich ganz auf ihre schriftstellerische Tätigkeit. 2011 erscheint Bators Roman Piaskowa Góra unter dem Titel Sandberg auch auf Deutsch. Der Titel des Romans bezeichnet einen Wohnblock in der Bergbaustadt Wałbrzych, aus der auch die Autorin stammt. In diesem Wohnblock wächst das eigensinnige und mathematisch hochbegabte Mädchen Dominika auf, dessen Leben bis zu ihrem achtzehnten Lebensjahr erzählt wird. Parallel dazu zeichnet das Buch ihre Familiengeschichte nach. Durch den über drei Generationen gespannten Erzählbogen kann Bator sich eingehend mit der polnischen Geschichte nicht nur zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, sondern auch im Sozialismus und nach der Wende beschäftigen.

In ihrer 2013 entstandenen Fortsetzung Chmurdalia (Wolkenfern) versucht Bator eine geographische Erweiterung der Geschichte. Joanna Bator wurde vielfach ausgezeichnet. Für Ihren Roman Ciemno, prawie noc (Dunkel, fast Nacht) erhielt sie 2013 den NIKE, den wichtigsten polnischen Literaturpreis. 2019 kam die Verfilmung von Dunkel, fast Nacht unter der Regie des polnischen Regisseurs Borys Lankosz in die Kinos. In dem Drama spielen Magdalena Cielecka, Marcin Dorocinski, Agata Buzek, Piotr Fronczewski und Roma Gasiorowska. 2017 erhielt Bator u. a. der internationale Stefan-Heym-Preis und 2018 der internationale Herman-Hesse-Preis (zusammen mit ihrer Übersetzerin Esther Kinsky). Im Herbstsemester 2014 war sie Inhaberin der Friedrich Dürrenmatt Gastprofessur für Weltliteratur an der Universität Bern. Joanna Bator ist Hochschuldozentin und lebt in Japan und Polen.

Wichtige Werke: 

  • Wizerunek kobiety w reklamie telewizyjnej, Warszawa 1998
  • Wizerunek kobiety w polskiej debacie politycznej, Warszawa 1999
  • Feminizm, postmodernizm, psychoanliza, Gdańsk 2001
  • Kobieta, Warszawa 2002
  • Japónski wachlarz, waszawa 2004
  • Piaskowa Góra, Warszawa 2009 (dt. Sandberg. Roman, aus dem Polnischen von Esther Kinsky, Suhrkamp, Berlin 2011)
  • Chmudalia, Warszawa 2010 (dt. Wolkenfern. Roman, aus dem Polnischen von Esther Kinsky, Suhrkamp, Berlin 2013)
  • Ciemno, prawie noc, Warszawa 2012 (dt. Dunkel, fast Nacht. Roman, aus dem Polnischen von Lisa Palmes, Suhrkamp, Berlin 2016)
  • Las latajacych wiewiórek, 2013
  • Lost Words, Lost Worlds: Eine europäische Sprachreise. Edition fotoTAPETA, Berlin 2013
  • Rekin z parku Yoyogi, Waszawa 2014
  • Wyspa Lza, Kraków 2015
  • Rok Królika, Kraków 2016 

Terézia Mora

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron (Ödenburg), Ungarn geboren. Mora wuchs in einer Familie, die zur deutschen Minderheit gehörte, zweisprachig ungarisch und deutsch auf. Nach der politischen Wende in Ungarn ging sie 1990 zum Studium der Hungarologie und Theaterwissenschaft an die Humboldt-Universität nach Berlin. Seitdem lebt sie im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. An der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb) wurde sie zur Drehbuchautorin ausgebildet.

Seit 1998 ist sie freie Schriftstellerin. Ihre Werke schreibt sie ausschließlich in deutscher Sprache. Terézia Mora arbeitete rund zehn Jahre an einer Trilogie um den IT-Spezialisten Darius Kopp, deren Teilbände I Der einzige Mann auf dem Kontinent 2009 und II Das Ungeheuer 2013 erschienen sind. Für den zweiten Teil bekam sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Band III Auf dem Seil erschien im September 2019. In diesem abschließenden Teil startet der Protagonist, der nach dem Tod seiner Frau und dem Verlust seines Jobs an einem Burn-out leidet, als 50-jähriger in ein prekäres Leben im Berlin der Gegenwart.

Mora ist Mitglied des Deutschen PEN-Zentrums. 2015 wählte sie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zum Mitglied. Sie zählt zu den renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Ungarischen u. a. bei Werken von Péter Esterházy, Péter Zilahy, Zsófia Bán u.v.m. Sie erhielt unzählige Auszeichnungen, u. a. den Ingeborg-Bachmann-Preis 1999 für den Erzählungsband Seltsame Materie, den Preis der Leipziger Buchmesse für den Roman Alle Tage, den Deutschen Buchpreis für Das Ungeheuer 2013, den Georg-Büchner-Preis 2018 für ihr Gesamtwerk und 2021 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter.

Wichtige Werke:

Prosa

  • Seltsame Materie, Reinbek, Hamburg 1999
  • Alle Tage, Luchterhand, München 2004
  • Der einzige Mann auf dem Kontinent, Luchterhand, München 2009
  • Das Ungeheuer, Luchterhand, München 2013
  • Die Liebe unter Aliens, Luchterhand, München 2016
  • Auf dem Seil, Luchterhand, München 2019
  • Fleckenverlauf, Ein Tage- und Arbeitsbuch, Luchterhand, München 2021

Poetik-Vorlesungen

  • Nicht sterben, 2015
  • Der geheime Text, 2016

Drehbücher

  • Die Wege des Wassers in Erzincan, 1998
  • Boomtown/Am Ende der Stadt, 1999
  • Das Alibi, 2000

Theaterstück

  • So was in der Art, 2003

Hörspiel

  • Miss June Ruby, 2005

Essay

  • Über die Drastik, In: BELLA triste, Nr. 16 (2006)

Seit 1978 besteht die Partnerschaft zwischen den Städten Göttingen und Toruń. Als ein gemeinsames kulturelles Projekt wurde vor 26 Jahren der nach dem polnischen Sprachforscher Samuel Bogumił Linde (1771-1847) benannte Preis ins Leben gerufen. Mit ihm werden Autor/innen ausgezeichnet, deren Wort Ideale und Werte schafft, die Menschen, Gesellschaften und Nationen zum gemeinsamen Gespräch führen. Der Preis wird Autor/innen zuerkannt, die auf den Feldern Lyrik, Prosa, Drama, Essayistik im umfassenden Sinn, Literaturkritik, Publizistik, Übersetzung und Edition Hervorragendes geleistet haben. Der Linde-Preis wird auf Vorschlag einer von beiden Partnerstädten berufenen gemeinsamen Jury im jährlichen Wechsel in Toruń und Göttingen an eine/n polnische/n und eine/n deutsche/n Autor/in vergeben und ist mit jeweils 5.000 Euro (ca. 23.590 Poln. Złoty) dotiert.

Weitere Informationen auf www.lindepreis.goettingen.de 

Preisträger des Samuel-Bogumił-Linde-Preises: Wisława Szymborska und Günter Grass (1996), Zbigniew Herbert und Karl Dedecius (1997), Tadeusz Różewicz und Siegfried Lenz (1998), Ryszard Kapuściński und Christa Wolf (1999), Hanna Krall und Marcel Reich-Ranicki (2000), Jan Józef Szczepański und Henryk Bereska (2001), Andrzej Stasiuk und Friedrich Christian Delius (2002) Włodzimierz Kowalewski und Barbara Köhler (2003), Hubert Orłowski und Klaus Zernack (2004), Paweł Huelle und Hans-Joachim Schädlich (2005), Sławomir Mrożek und Tankred Dorst (2006), Ewa Lipska und Sarah Kirsch (2007), Olga Tokarczuk und Ingo Schulze (2008), Adam Zagajewski und Durs Grünbein (2009), Adam Krzemiński und Karl Schlögel (2010), Wiesław Myśliwski und Herta Müller (2011), Andrzej Bart und Stephan Wackwitz (2012), Eustachy Rylski und Brigitte Kronauer (2013), Janusz Rudnicki und Wilhelm Genazino (2014). Marie-Luise Scherer und Stefan Chwin (2015), Kazimierz Brakoniecki und Jan Wagner (2016), Juli Zeh und Magdalena Tulli (2017), Malgorzata Szejnert und Navid Kermani (2018), Christoph Hein und Szczepan Twardoch (2019), Dorota Masłowska und Dea Loher (2020/21)

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