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GSO

Stolz präsentierte Nicholas Milton das GSO-Programm der Spielzeit 2022/23. Und stolz sind auch der Interimsgeschäftsführer Frank Wiegelmann sowie Aufsichtsratsvorsitzende Gerd Rappenecker. „Der plötzliche Abgang unseres Geschäftsführers Alexander Busche hat uns ziemlich kalt erwischt“, gab die Führungscrew unumwunden zu. Gemeinsam entwickelten sie das neue Programm – bevor sie vor kurzem alles wieder umschmeißen mussten. Denn die Fertigstellung der Stadthalle verzögert sich erneut. 

Trotz dieser Schwierigkeiten ist ein überaus spannendes Programm entstanden. Chefdirigent Nicholas Milton betonte, dass es dazu viele Gespräche mit den Musiker:innen des Orchesters gegeben habe. „Was wollen wir spielen?“, „Was möchte unser Publikum hören?“ Diese Fragen standen im Mittelpunkt. Wie wichtig diese Fragen für das GSO sind, zeigte sich auch in der Einladung zur Spielzeitpressekonferenz: eingeladen waren erstmals auch Abonnent:innen des GSO, die nach der Programmvorstellung noch zahlreiche Ideen für die Zukunft äußerten.

Einige Höhepunkte stellte Nicholas Milton vor.

Nach dem erfolgreichen Projekt „Artist in Residence“ mit Rafaela Gromes gibt es in der neuen Saison eine „Composer in Residence“. Die Komponistin Elena Kats-Cherin ist eine der beliebtesten und vielseitigsten Komponistinnen Australiens. Sieben ihrer Orchesterwerke wird das Göttinger Symphonieorchester in dieser Saison vorstellen, darunter vier als Deutsche Erstaufführung: „Moon Feather Magic“ (2017), „From Anna Magdalena’s Notebook“ (2007), „Re-Collecting ASTORoids“ (2009) und „Big Rhap “ (2017).

Weiterhin gibt es die Konzertreihe „Lokhalle Klassik“, auch wenn es nur wenige freie Termine in der Lokhalle gab. Ein Höhepunkt wird das Konzert mit dem Pianisten Joseph Moog sein, der Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 spielen wird. Zu Gast ist außerdem die vielfach ausgezeichnete Cellistin Julia Hagen mit Elgars Cellokonzert.

Die Reihe „Aula Klassik“ wird vom Gitarristen Mak Grgić eröffnet. Die Violinistin Diana Adamyan war in der vergangenen Saison bereits mit dem Sibelius-Konzert zu Gast in Göttingen. In der Aula tritt sie mit dem Violinkonzert von Antonín Dvořák an. In den weiteren Konzerten dieser Reihe stehen Mitglieder des GSO als Solisten im Mittelpunkt. Der Fagottist Ömür Kazil ist Solist in Michael Daughertys „Dead Elvis“, einem hinreißenden Stück, welches das Orchester kürzlich für den NDR eingespielt hat. Soloflötistin Bettina Bormuth wird Carl Reineckes prachtvolles Flötenkonzert vorstellen, dazu wird Solo-Kontrabassist Takanari Koyama die Hörer mit Giovanni Bottesinis Konzert in Staunen versetzen. Abrunden wird die Reihe Wolfgang Emmanuel Schmidt, einer der herausragenden deutschen Cellisten und Dirigenten, in einem von ihm geleiteten glänzenden Programm Haydns teuflisch schwieriges C-Dur-Cellokonzert spielen.

Die Matinee im Deutschen Theater mit den Konzerten junger Künstler:innen ist überaus erfolgreich. Die meisten Konzerte waren ausverkauft. Deshalb wird die Reihe Sonntags um 11.30 Uhr fortgesetzt – und zwar auch später in der umgebauten Stadthalle. In der kommenden Saison gehört zu den Solisten im Deutschen Theater der 14-jährige australische Geiger Christian Li, der mit seinem Debüt bei uns diese Reihe eröffnet. Mit zehn Jahren war er Sieger im Yehudi-Menuhin-Wettbewerb, mit zwölf Jahren unterzeichnete er einen Exklusivvertrag mit Decca Classics – der jüngste Musiker, der je einen solchen Vertrag abgeschlossen hat. Auf dem Programm dieser Reihe steht außerdem die Deutsche Erstaufführung des Flötenkonzerts des australischen Komponisten Matthew Hindson und eine Aufführung von Prokofjews erstem Violinkonzert mit Chiara Sannicandro, Preisträgerin im Internationalen Joseph Joachim Wettbewerb Hannover 2021.

Zu den Höhepunkten der Saison gehört auch das Weihnachtskonzert. Erneut wurde die Sängerin Sophia Euskirchen engagiert – die hoffentlich in diesem Jahr live auftreten kann. Natürlich gibt es auch wieder eine „Nacht der Filmmusik“. Dazu gibt es Familienkonzerte, Rathausserenaden und zahlreiche Gastspiele des Orchesters. „Es wird so viele Neujahrskonzerte in ganz Niedersachsen wie noch nie“, berichtete Milton. Geschäftsführer Frank Wiegelmann ergänzte: „Diese Konzerttournee im Januar gehört auch zu unseren Aufgaben. In den Vereinbarungen mit dem Land Niedersachsen sind diese Gastspiele fester Bestandteil. Für den Dirigenten ist aber etwas anderes bei diesen Konzertreisen wichtiger: „Wir wollen unser Publikum erreichen. Wir möchten die Menschen erreichen. Hier bekommen wir regelmäßig großartige Rückmeldungen von den Besucher:innen.“

Neben den Gastspielen sind aber die regionalen Kooperationen. Neben den Konzertreihen in Einbeck und Osterode gibt es wieder Kooperationskonzerte mit der Stadtkantorei und der Jacobikantorei („Wir haben zwei tolle Chöre und zwei tolle Kantoren!“) sowie mit der Ballettschule art la danse.

Zu den Superlativen zählen auch die Musiker:innen des Orchesters. „sie gehören zu den fantastischsten und einfallsreichsten Künstlern, mit denen ich jemals zusammenarbeiten durfte“, schreibt Milton im Vorwort. Dort meldet sich auch erstmals Franziska Vivaldi zu Wort, die ab August ihre Stelle als Geschäftsführerin des Göttinger Symphonieorchesters beginnt. Sie freue sich auf eine „inspirierende Universitätsstadt“ und sieht es als ihre Aufgabe an, „die Musikvermittlung für alle Altersstufen mit genreübergreifenden Kooperationsprojekten gemeinsam anzupacken und noch mehr Diversität beim Publikum zu erreichen. Besonders freut sich auf das wunderbare Programm der Saison 22/23 mit dem besonderen Fokus auf die Kompositionen von Elena Kats-Chernin.

Das gesamte Programm finden Sie in Kürze hier auf der Spielplan-Seite im Kulturkalender des Kulturbüros sowie auf www.gso-online.de

Einen Superlativ formulierte Nicholas Milton auch für das Orchester: er sei viel mit dem Orchester unterwegs, aber auch als Dirigent zu Gast bei vielen anderen Orchestern. Der Ruf des Göttinger Symphonieorchesters sei ausgezeichnet. Und obwohl die Qualität des GSO inzwischen bundeweit bekannt ist, hört er nach Gastspielen immer wieder große Komplimente. Vielfach herrscht echte Überraschung über das hohe Niveau des GSO.

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