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Händel-Festspiele

Das Besondere an der Oper: die drei Akte wurden von drei unterschiedlichen Komponisten komponiert. Filippo Amadei widmete sich dem ersten Akt, Händels italienischer Konkurrent Giovanni Battista Bononcini dem zweiten und Georg Friedrich selbst übernahm den dritten Akt.

„Raten Sie, wer der beste ist!“ schlug Laurence Cummings dem Publikum vor. Kurz fasste er die Highlights des ersten Aktes zusammen – er schwieg für etliche Sekunden. „Das waren die Höhepunkte,“ meinte der Londoner Barock-Experte und scheidende künstlerische Leiter der Festspiele. Vom zweiten Akt gab es einige musikalische Höhepunkte. Neben der Ouvertüre präsentierte Cummings sechs Arien von vier Personen. Alle vier wurden durch verschiedene Kopfbedeckungen symbolisiert.

Auch für Kritiker ist ein solches Konzert ein Glücksfall. Muss er sich doch nicht mit den Stärken und Schwächen der einzelnen Künstler:innen auseinandersetzen. Und so kann getrost verschwiegen werden, dass der Darsteller des Orazio leichte Probleme mit den Spitzentönen hatte. Das schöne daran: im Programmheft wird Cummings von Tobias Wolff zitiert: „Sänger müssen singen können. Barock kann ich selbst.“

Bereits bei der Ouvertüre des dritten Aktes wurden die Qualitätsunterschiede in der Komposition deutlich. Hier konnte sich Laurence Cummings in seinem letzten Konzert als künstlerischer Leiter der Händel-Festspiele Göttingen als Cembalist beweisen. Es folgten fünf Arien und der Schlusschor. In der letzten Arie des Orazio heißt es „Addio, mio ben!“  Das war so ergreifend und berührend, als ob Cummings hier seinen eigenen Abschied beweinte.

Am Ende ließ sich der Alleinunterhalter Cummings alle Kopfbedeckungen aufsetzen, um alleine den Schlusschor anzustimmen. 

Das Publikum in der ausverkauften Aula der Universität erhob sich von seinen Plätzen und spendete minutenlangen Applaus. Der wurde nur durch die Zugabe unterbrochen. „Zum Abschied singe ich ein englisches Lied für Sie“ – mit diesen Worten verabschiedete sich Laurence Cummings von seinem Publikum und sang natürlich Händel. „Where‘re you walk“ aus dem Oratorium Semele (HWV 58).

Lieber Laurence Cummings, wohin Du auch gehst, wir sind glücklich, dass wir die letzten 10 Jahre bei den Händel-Festspielen gemeinsam verbringen durften und freuen uns auf ein Wiedersehen.

 Das Konzert wurde von einem Kamerateam aufgezeichnet. Den Sendetermin werden die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen bekanntgeben.
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