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Universitäschor

Ein Chor nach der Coronapause, dazu 30 neue Mitglieder, schwierige Probensituationen mit Abstand unter freiem Himmel, ein neuer Chorleiter und schwere Chormusik ohne Begleitung, kann das gut gehen? Es kann! Was die Besucher:innen der Konzerte in der Aula am Wilhelmsplatz zu hören bekamen, ließ mit den ersten Akkorden des Madrigals Mother, I will have a husband des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Vautor alle oben aufgeworfenen Fragen verpuffen. Mit Präzision, Konzentration und merklicher Freude sangen die Mitglieder des Chores dieses und drei weitere englische Madrigale als Eröffnung eines Programmes, das sich rund um florale und amouröse Themen rankte.

Es folgten sechs Lieder für Frauenchor von Johannes Brahms aus op. 44. Diese wurden unaufdringlich und einfühlsam von Jasmin Klaus am Flügel begleitet. Auch hier zeigte sich die ob der kurzen und schwierigen Probenphase keinesfalls zu erwartende Präsenz und Aufmerksamkeit der Sängerinnen.

Wieder in voller Besetzung erklangen die beiden Volkslieder My sweethart's like Venus und I love my love in der Fassung von Gustav Holst. Die klare, lupenreine Intonation und Ausgewogenheit der Stimmen ließen hier die spätromantischen Klänge zu einem so beeindruckend guten Chorklang wachsen, dass für ein paar Minuten alle pandemischen Einschränkungen und Abstände überwunden zu sein schienen.

Höhepunkt des Abends waren aber zweifellos die vier Lieder von Franz Liszt (Blume und Duft), Hugo Wolf (Der Gärtner) und Robert Schumann (Waldesgespräch und Mondnacht) in den kongenialen Transkriptionen von Clytus Gottwald. Wie der Arrangeur hier die im Original für Instrumente und Solostimme gedachten Lieder zu anspruchsvollen Chorsätzen nicht nur transkribiert, sondern weiterentwickelt und neue Ebenen und Ausdrücke ergänzt, ist beeindruckend. Genau so beeindruckend war die Darbietung des Universitätschores. Die rhythmischen und harmonischen Tücken wurden nicht „gemeistert“, sondern einfach musiziert, wobei das aufmerksame Folgen des Dirigats genauso dazu beitrugen, wie der über das komplette dynamische Spektrum präsente und sichere Chorklang.

Wenn dieses Konzert das Ergebnis einer kurzen und schwierigen Probenphase während einer Pandemie ist, dann kann man nur erahnen, was für ein Potenzial im Universitätschor steckt. Und Andreas Jedamzik hat deutlich gemacht, dass er dieses Potenzial nicht nur ausreizen möchte, sondern auch kann. Ein so hervorragender Universitätschor steht einer angesehenen Universität wie der Göttinger in jedem Fall sehr gut zu Gesicht. Bleibt zu hoffen, dass dies die Verantwortlichen auch erkennen, wenn es um die Neubesetzung der Stelle des Akademischen Musikdirektors geht.

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