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GSO

Sonntagsmatinee in der Reihe »Youngstars«

Der 18jährige Lyuta Kobayashi hatte seinen ersten Klarinettenunterricht bei seinem Vater. Bereits als Elfjähriger wurde er Jungstudent an der Musikhochschule Hanns Eisler Berlin, später Frühstudent an der HMTM Hannover. Seit Ende 2021 studiert Kobayashi an der Staatlichen Hochschule für Musik bei Norbert Kaiser.

Für sein Konzert mit dem Göttinger Symphonieorchester hatte er Mozarts Klarinettenkonzert mitgebracht. Entstanden 1789 als Konzert in G-Dur für Bassetthorn, hatte Mozart es in seinem letzten Lebensjahr 1791 für Klarinette umgeschrieben und fertiggestellt. 

Zu diesem Zeitpunkt war sich der Komponist über seinen katastrophalen Gesundheitszustand im Klaren. Entstanden ist mit dieser letzten fertiggestellten Komposition Mozarts ein virtuoses und hoch emotionales Konzert. Der junge Künstler hat genau diesen Spagat bewundernswert ausgelotet: er zeigte die verschiedenen Klangfarben seines Instrumentes, ließ seine Klarinette mal tanzen, mal weinen. Der berühmte Mittelsatz, das Adagio, gestaltete Kobayashi ergreifend schön. Und selbst im schwungvollen Schlussrondo des Konzertes ließ Lyuta Kobayashi die melancholischen Eintrübungen im Stück hörbar werden. Bei all dem suchte er den Dialog mit dem Orchester, den Nicholas Milton und das GSO dankbar annahmen. So entstand ein absolut inniger und durchsichtiger Gesamtklang, der dieses so berühmte Konzert zu einem einzigartigen Hörgenuss werden ließ. Was Kobayashi an Virtuosität außerdem leisten kann, zeigte er in der kurzen Zugabe: ein Solostück für Klarinette von Igor Strawinsky, gespickt mit technischen Herausforderungen, die Kobayashi mühelos meisterte.

2021 01 30 GSO Youngstars 20 9 600Im zweiten Teil des Konzertes erklang die Schauspielmusik Peer Gynt von Edward Grieg – zumindest Auszüge daraus. Um die Zusammenhänge der gespielten acht Sätze aufzuzeigen, wurde die Schauspielerin Dorothea Röger verpflichtet. Sie gehört seit dieser Saison dem Ensemble des Jungen Theaters an, wo sie zuletzt in Strindbergs Fräulein Julie begeistern konnte. In der Lokhalle las Röger nicht nur einfach die Texte von Henrik Ibsen, sondern gestaltete die Texte zu einer dramatischen Lesung. Diese passten ideal zu Griegs Musik. GSO-Chefdirigent ließ sein Orchester temperamentvoll aufspielen und reizte die Musiker:innen zu extremen dynamischen Spannweiten. Selten hat man in der Lokhalle ein solch zartes Pianopianissimo gehört, während die kraftvollen Passagen durch Mark und Bein gingen. Dorothea Röger erhielt genauso ihren verdienten Applaus wie Atsushi Komatsu-Hayakawa für seinen Soloauftritt mit seiner Bratsche im Vorspiel. 

Das nächste Konzert in der Reihe „Youngstars“ mit den Sonntagsmatinees ist für den 20. Februar um 11 Uhr im Deutschen Theater geplant. Eingeladen wurde die junge Kontrabassistin Antonia Hadulla, die das Kontrabasskonzert des Filmkomponisten Nino Rota spielen wird. 
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