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GSO

Zum musikalischen Sonntagsspaziergang des Göttinger Symphonieorchesters zwitschert und trillert, gackert und gurrt es in den schönsten Streicher- und Bläsertönen. Einen veritablen Vogelschwarm lässt Ottorino Respighi in seiner Suite „Gli Uccceli“ ausschwärmen, so dass sich auf der Bühne des Deutschen Theaters ein klangschönes Naturschauspiel mit der Taube, der Henne und der Nachtigall entfaltet, bei der wie so oft der Kuckuck das letzte Wort hat, das wie eine Aufforderung zum Tanz erklingt. Darauf stimmt das GSO mit Chefdirigent Nicholas Milton sein Publikum bereits mit den Prelude ein. Gefeiert wird ein musikalisches Fest mit einem Hauch von barockem Glanz, weil Respighi für seinen Vogelschwarm aus barocken Quellen schöpfte, um sie in vielen beschwingenden Klangfarben nachzuzeichnen. Die sanft dahin schreitende Taube, das munter flatternde Huhn und die bezaubernde Stimme der Nachtigall und wie sie sich dann mit den Echoklängen des Kuckucks zu einem luftigen symphonischen Tanz aufschwingen.

Fast hat es den Anschein, als ob in den ersten Takten von Tschaikowskys Variationen über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester die Geigen den Gesang der Vögel anstimmen. Nach einem hauchzarten Moment der Andacht setzt der Gesang des Cellos ein, mit dem Raphaela Gromes ihrem Publikum das Tor zur Welt der Klangpoesie ganz weit öffnet. „Eine weiche See umspült das Haus“, heißt es in einem Gedicht von Emily Dickinson, „ Und hebt und senkt das magische Boot“. Wie ein magisches Boot lässt Raphaela Gromes die Melodielinie auf den Saiten schweben, um sie in den Variationen sanft zu erden, bis sie mit der Glut von Herztönen verschmelzen oder sich in leidenschaftlicher Emphase aufbäumen. Im Programmheft wird die Cellistin als „hochvirtuos und schwungvoll, leidenschaftlich und technisch brillant“ beschrieben, auch als „vielseitig und charmant“. Dem ist bei dieser Matinee noch hinzu zu fügen, dass es dem poetischen Dialog zwischen Cello und Orchester immer wieder zu magischen Momenten kommt, wo schon ein einziger Ton verzaubert, als ob in ihm ein ganzer Kosmos an Emotionen geborgen ist. Und da die Musiker:innen des GSO die Cellistin mit diesem Konzert auch als „Artist in Residence“ für das aktuelle Orchesterjahr begrüßen, kann sich auch das Publikum in Erwartung weiterer magischer Momente glücklich schätzen. Bei der 2. Rathausserenade am 28. Februar gastiert Raphaela Gromes mit ihrem Duopartner Julian Griem (Klavier) in Göttingen, um am 28.Mai in der Reihe Lokhalle Klassik mit dem GSO für einen Abend der Klangpoesie.

Bei dem musikalischen Sonntagsspaziergang im Deutschen Theater zwitschern und trillern die Vögel nach der Pause munter weiter mit Beethovens „Pastorale“  und mit den Stimmen von Nachtigall, Pirol und Wachtel, bei denen natürlich auch der Kuckuck das Naturschauspiel kommentiert. Vielen Konzertbesucher:innen ist Beethovens symphonische Wanderung durch einen ländlichen Kosmos vertraut. Aber unterwegs mit Nicholas Milton und seinem Orchester wird diese Pastorale auch zu einer Entdeckungsreise mit einem strahlenden ersten Satz voller Enthusiasmus. Das idyllische Plätschern des Baches im Andante molto moto wird in einer Atmosphäre tänzerischer Leichtigkeit belebt. Die Musiker:innen feiern ein wunderbar turbulentes Fest mit Beethovens Allegro und dem „lustigen Zusammensein der Landsleute“. Dann entfachen sie ein dramatisches Feuerwerk für das musikalische Naturschauspiel über Gewitter und Sturm und beschwören mit dem sanft anmutenden Finale einen Reigen seliger Geister, der auch nach dem Konzert bei einem weiteren Sonntagsspaziergang noch wunderbar beschwingt.

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