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Händel-Festspiele

Er kam, sah und siegte. George Petrou betrat die Aula der Universität zum Eröffnungskonzert, mit warmem Applaus begrüßte ihn das Publikum. Und mit den ersten Takten von Händels Concerto Nr. 1 B-Dur (HWV 312) sprang der Funke über. Sowohl zwischen Orchester und dem Dirigenten als auch hin zum Publikum. Der neue künstlerische Leiter der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen eroberte die Herzen der Zuhörer:innen im Sturm.

Auf die Frage, wie man für das älteste Barockfestival der Welt neues Publikum gewinnen kann, sagte er einmal: „Indem man die beste Qualität liefert.“ Was er damit meinte, war an diesem Abend zu hören. Zwei Mitglieder des FestspielOrchesters Göttingen (FOG) meinten hinterher im Gespräch: „Es macht großen Spaß, mit George Petrou zu musizieren. Aber es ist ein unglaubliches Stück Arbeit.“ Und dann gebe es eben auch Dinge, die man nicht einstudieren kann. Ritardandi zum Beispiel. „Das macht er jedes Mal anders – oder auch gar nicht.“

Das Ergebnis dieser harten Arbeit kann sich aber hören lassen: Die vier Concerti Grossi, die zum Eröffnungskonzert erklangen, waren dramaturgisch geschickt sortiert. Nach dem Frühwerk Händels aus seiner hannoverschen Zeit folgten die Concerti 4, 2 und 5. Die Vielzahl der komplexen Klänge, der verschachtelten Fugen und der solistischen Stellen wie die der Violine (Elizabeth Blumenstock) und Oboe Dimitrios Vamvas) nahm zu. Petrou entlockte dem FOG atemberaubende Klangvielfalten. Zu Recht gab es bereits zur Pause die ersten Bravorufe.

Der Höhepunkt sollte allerdings noch kommen. Mit der Kantate Aminta e Fillide eroberte der 21jährige Händel Rom. In Göttingen begeisterte diese Kantate das Publikum, das am Ende stehende Ovationen . Neben dem FOG und George Petrou waren dafür die griechische Sopranistin Myrsini Margariti und der brasilianische Sopran Bruno de Sá verantwortlich. Myrsini Margariti sang virtuos in jeder Lage – und spielte, dass es eine Wonne war. Vielleicht kokettierte sie ein klein wenig zu viel. Ihr gegenüber stand Bruno de Sá, der gegenwärtig die Klassik-Szene mit seinem Sopran aufmischt. Zunächst mag dieser knabenhafte Sopran etwas befremdlich klingen. Denn seine Stimme klingt nicht nach einem Countertenor, die Farbe ist ganz anders. Was Bruno de Sá aber im Laufe dieser kleinen Oper aus seiner Kehle zauberte, war schier unglaublich. Mit großer Virtuosität steuerte er unglaubliche Höhen an. Er spielte mit den Tönen und setze Verzierungen bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Was für ein Erlebnis!

Margariti und de Sá verwandelten das Podest in ihre Bühne und führten dieses Funken sprühende Meisterwerk Händels direkt in den Garten der Arkadier mit seinen Fontänen und Kaskaden. Der junge Schäfer Aminta wirbt um die junge Schäferin Fillide. Und natürlich endet diese Geschichte in einem Happy End. In dem wunderbaren Duett „Per abbatter il rigore“ finden sie endlich zusammen. Weil Applaus und Jubel nicht nur die Wände der ehrwürdigen Aula zum Wanken brachten, sondern nicht enden wollten, ließ Petrou dieses Duett wiederholen. Diesmal sangen Margariti und de Sá Arm in Arm. Ein schöneres Happy End kann es nicht geben.

Und besonders schön ist: wer diesen phantastischen Abend verpasst hat, hat am 17. Mai um 19 Uhr noch einmal Gelegenheit. Dann wird dieses Programm noch einmal gespielt.

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