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GSO 

Schon der erste Trommelwirbel wirkt wie eine impulsive Aufmunterung. Dann dämpft GSO-Chefdirigent Nicholas Milton den schwungvollen Auftakt zur Sonntagsmatinee Youngstars. Er wünscht eine pianissimo Variante, sehr zum Vergnügen der Zuschauer, die jetzt erneut überrascht werden. Unmittelbar auf den kleinen Showeffekt erklingen bereits die ersten Takte von Gioachino Rossinis Ouvertüre aus der Oper Die diebische Elster und stimmen das Publikum spontan euphorisch. 

Vergessen ist die dunkel trübe Regenwetteratmosphäre auf dem Weg zur Lokhalle, wenn die Musiker:innen auf der Bühne mit Rossinis charmant und witzig beschwingenden Melodien ein vergnügliches Fest feiern. Das könnte glatt ein kulinarisches Nachspiel haben, was auch ganz im Sinn von Nicholas Milton wäre. 

Nachdem auch diese Matinee, die ursprünglich im Deutschen Theater geplant war, in die Lokhalle verlegt wurde, hatte er das Programm umgestellt und mit „Bella Italia“ Klangatmosphäre verwoben. Nach der musikalischen Begrüßung mit Rossini warb er auch mit Franz Schuberts Ouvertüre im italienischen Stil für einen Abstecher in ein italienisches Restaurant. Nach dem Konzert versteht sich – und nach der umjubelten Begegnung mit Kontrabass-Solistin Antonia Hadulla.

Nach dem vergnüglichen Intermezzo mit diebischen Elstern, tanzenden Bläsern und Streichern, die auch im Dreivierteltakt die feinsten Pirouetten drehen, klingen in Schuberts Ouvertüre auch Farben der Melancholie an, bis das Orchester in einen melodischen Reigen mit heiteren und dramatischen Akzenten ausschwärmt und ein vergnügliches musikalisches Feuerwerk im italienischen Stil des Wiener Komponisten zündet.

Auch dieses kleine Feuerwerk hinterlässt ein beschwingendes Echo zur Einstimmung auf den expressiven Klangkosmos von Nino Rota und sein Divertimento concertante für Kontrabass und Orchester. Das Motto Youngstars ist wie geschaffen für diese GSO-Konzertreihe, die im Bündnis mit der Stiftung Jugend musiziert Niedersachsen, konzipiert wurde. Antonia Hadulla ist als mehrfache Jugend Musiziert-Bundespreisträgerin, Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie und Stipendiatin der Stiftung Jugend Musiziert Niedersachsen nicht nur ein Ausnahmetalent, sondern ein „Youngstar“ am Kontrabass mit virtuosem Format. Schon das Allegro Maestoso in Nino Rotas Divertimento nimmt abenteuerliche Wendungen mit melodischen und rhythmischen Skizzen und wechselnden Tempi. Antonia Hadulla verwandelt sie in den Solopassagen in ein vielfarbiges Kaleidoskop mit melodischen Sprüngen, grazilen Figuren und dunkel vibrierenden Mehrklängen in perfekter Feinabstimmung. Fast scheint es, als gleite die Hand mühelos über das Griffbrett, während die andere ebenso mühelos mit dem Bogen über die Saiten streicht, als ob es sich dabei nicht um technische und auch artistische Schwerstarbeit handelt. Dann lässt sie die Saiten singen, die sich gestrichen und gezupft zum Tanz aufschwingen und in den lyrischen Passagen einen wunderbar sanften, wärmenden Schimmer in den schönsten Tönen entfalten. So vielfarbig nuanciert im musikalischen Ausdruck gestaltet sich auch der Dialog mit dem Orchester in Nino Rotas expressiver Klangwelt, die hier in ihrem Bilderreichtum wie ein musikalisches Schauspiel begeistert und bezaubert.

Mit Tschaikowskis Fantasie-Ouvertüre Romeo und Julia knüpft Nicholas Milton an die Idee eines musikalischen Schauspiels an, die in Rotas Divertimento concertante bereits anklingt. Das GSO erzählt Shakespeares Tragödie mit all ihren dramatischen und emotionalen Kämpfen und Verwicklungen auch ohne Worte in den leidenschaftlich berührenden musikalischen Bildern Tschaikowskis. Dem berühmtesten Liebespaar Italiens ist zwar kein Happy End vergönnt, aber dem begeisterten Publikum. Das begeistert Nicholas Milton zum Matinee-Finale für die nächsten Konzertabenteuer mit seinem Orchester – und gern auch noch einmal für einen kulinarischen Abstecher nach Bella Italia.

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