passend zum Artikel

Willkommen!
Um alle Funktionen zu nutzen, loggen Sie sich bitte ein.
Passwort vergessen?
Registrieren Sie sich hier neu

kulturbuero plus

Literaturhaus Göttingen

Die Lesung war eine durchkomponierte Veranstaltung. Es gab keine Begrüßung, keine Diskussion, keine Pause. Brandt begann unmittelbar zu lesen. Parallel dazu spielte und sang Jens Thomas. Dieser trat nur in kurzen Kapitelpausen in den Vordergrund. Der großen Fangemeinde im Saal des Literaturhauses schien diese fehlende Nähe zu den Protagonisten nicht zu stören. Gebannt lauschten sie der Coming-of-Age-Story um Morten Schumacher, genannt Motte und seinem besten Freund Bogi, der plötzlich schwer erkrankt und stirbt. Brandt erzählt aus der Perspektive des 15jährigen Motte, der Stil ist entsprechend in der Jugendsprache gefasst. Brandt spielt in seinem Text mit den Realitäten der bundesrepublikanischen Gesellschaft in den 70er Jahren. Und trotz der durchaus betroffen machenden Geschichte bleibt Brandt an der Oberfläche. Es werden zahllose Klischees bedient. 

Und eigentlich ist es auch keine Coming-of-Age-Story, weil es kein Erwachsenwerden und keine Entwicklung gibt. Nicht bei Motte und auch nicht um ihn herum.

Und so passen die Veranstaltung im Literaturhaus und der Text in dem Buch Blackbird durchaus konsequent zusammen: es ist alles ein wenig oberflächlich. Aber auch berührend. 

Ein extra Lob gehört dem Musiker Jens Thomas. Mit großer Sensibilität nimmt er in seinen Improvisationen mit Stimme und Klavier die Gefühle der Szenen auf und setzt sie musikalisch um. Dadurch gewinnen Text und Veranstaltung an Tiefe.

Wie auch immer: das Publikum an diesem Abend war begeistert. Es gab zum Abschluss lang anhaltenden Applaus im Saal, schon vorher lag eine geradezu euphorische Stimmung in der Luft. 

Matthias Brandt. Blackbird.
Kiepenheuer & Witsch
als Taschenbuch, gebundene Ausgabe und eBook erhältlich.
Mehr zu diesem Thema:

Kommentare powered by CComment

passend zum Artikel

Liebe Leserin, lieber Leser,

schön, dass Sie hier sind - und schön, dass Sie dieser Artikel interessiert.

Wussten Sie, dass die Autorinnen und Autoren des Kulturbüros für ihre Arbeit bezahlt werden? Das werden sie - genauso wie die Kolleginnen und Kollegen, die die vielen Termine in den Kulturkalender eintragen.

Vielleicht verstehen Sie, dass wir diese Inhalte nicht allen kostenlos zugänglich machen können. Wir sind auf bezahlte Zugänge (Abonnements) angewiesen - eigentlich wie alle, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, für ihre Angebote Geld verlangen müssen.

Wenn Sie ein solches Abonnement (nur 5 Euro im Monat oder 50 Euro pro Jahr) abschließen möchten, brauchen Sie nur

hier

zu klicken. Alternativ können Sie für nur 1,20 Euro einen Tageszugang einrichten, um diesen Artikel ganz zu lesen.

Vielen Dank!

Wenn Sie bereits einen Zugang haben, können Sie sich hier einloggen und weiterlesen.

Wenn Sie bereits einen Zugang haben, können Sie sich hier einloggen und weiterlesen.