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GSO

Rathausserenade am 29. November

Von einem virtuosen Kleinod schwärmt Trompeter Helmut Pöhner, der das Programm zusammengestellt hat, gleich zum Auftakt des Abends mit Franz Schuberts Moment musicaux. Mit wunderschönen Choralstimmungen verzaubern die sieben Blechbläser:innen, mit drei Posaunen (Neven Derrien, Roman Usenko und Lucas Greiwe), weiteren zwei Trompeten (Maximilian Sutter, Michael Olsen) und Hornistin Kathrin Duschmalé auch in innigen Dialogen. Die Pianisten mögen es ihnen nachsehen, scherzt Pöhner. Die Blechbläser hätten nicht so viel Original-Literatur – um dann mit Victor Ewalds Quintett in Es-Dur ein Original anzukündigen, das natürlich in Blechbläserkreisen sehr bekannt sei. 

Heiter beschwingt der erste Satz in seinen expressionistischen Farben, die sich hier zwei Posaunen, zwei Trompeten und das Horn die Motive zuspielen, die auch solistisch zwischen den Bläsern funkeln. In festlich hymnischer Stimmung formiert sich erneut ein Bläserchor, um im 3. Satz in die schönsten melancholischen Melodielinien auszuschwärmen. Doch selbst wenn sich das GSO Brass-Ensemble bei dieser Rathausserenade der romantischen Kammermusik widmet, darf es bei diesem Bläserquintett auch charmant swingen. Die klassischen Bläserriffs, wie sie aus dem Jazz vertraut sind, erinnern an die pulsierende Atmosphäre einer Großstadt.

Nicht nur allem Anfang mit Franz Schubert wohnt ein Zauber inne, wie ihn der Dichter Hermann Hesse imaginierte, sondern auch Mendelssohns Komposition aus dem Zyklus seiner Lieder ohne Worte. Sanft besingen Posaunen, Trompeten und Horn den melodischen Fluss in seinen zarten Schwingungen und verwandeln ihn in eine berührend schöne Preziose für Bläser.

Mit dem Blechbläser Sextett von Oskar Böhme kündigt Trompeter Helmut Pöhner einen weiteren Schatz an. Er schwärmt erneut von einem musikalischen Juwel und entdeckt dem Publikum auch die Biografie des Musikers und Komponisten, der in der sächsischen Blechbläserhochburg Freiberg aufwuchs. Sein Instrument wurde das Cornet à Pistons, mit dem er als gefragter Solist in St. Petersburg an der Kaiserliche Oper engagiert war und später unter der Terrorherrschaft Josef Stalins nach Jahren der Verbannung ermordet wurde. 

Ein besonderes Geschenk ist das Sextett des Deutsch-Russischen Komponisten mit den Solo-Kornett für Trompeter Maximilian Sutter, der seit Saisonbeginn zu den GSO-Blechbläsern gehört und seine Rathausserenaden-Premiere auch mit dem Kornett feiert. 

Böhmes Komposition fasziniert von Anfang an und ganz unmittelbar in ihrem Reichtum an Facetten, wo zauberhaft lyrische Melodien mit virtuosen Läufen und kleinen barocken Figuren verwebt werde. Nach rhythmischen Akzenten und dramatischen Kontrasten sind es wieder diese kantilenen Chorstimmungen und fein nuancierten Zwiegespräche, auf die sich die Musikerinnen verstehen und vom Publikum nach einem tänzerisch aufmunternden 4. Satz mit festlichem Pathos gefeiert zu werden.

„Es bleibt romantisch“, verspricht der Teamleiter der GSO-Brass Formation mit einer weihnachtlich unterhaltsamen Zugabe. Bei den Christmas Crackers von John Iveson geht es allerdings zunächst vor allem witzig zu und das auch mal mit Jingle Bells und giggelnden Posaunen bei einer gut gelaunten Schlittenfahrt. Natürlich gibt es auch ein romantisches Finale mit den besten musikalischen Wünschen We wish you a merry Chrismas. Und wieder strahlt der Bläserchor, der sein Publikum mit dieser Rathausserenade auf das Schönste beschenkt.

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