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Universitätsorchester

Die Vorbereitung lag in den Händen von Andreas Jedamzik, der für den im März dieses Jahres in den Ruhestand getretenen Akademischen Musikdirektor Ingolf Helm bis zur endgültigen Wiederbesetzung der Stelle die Leitung von Universitätschor und -orchester übernommen hat. Jedamzik hatte trotz der schwierigen Startbedingungen ein durchaus anspruchsvolles Programm für dieses Konzert zusammengestellt: zu Beginn die beiden „Nordischen Weisen“ op. 63 von Edvard Grieg für Streichorchester, dann Antonín Dvořáks Bläserserenade op. 55 und zum Schluss sechs orchestrierte Lieder von Hugo Wolf, in denen das gesamte Orchester vertreten ist.

Es ist kein Wunder, dass unter diesen Umständen nur dann und wann ein strahlender Orchesterklang zu erzielen war – eine sichere Intonation von Streichern ist bei einem Liebhaberorchester nun einmal nur bei angemessenem Probenaufwand gewährleistet, und nur kurz vorbereitete Blechbläser sind schlicht aus der Übung, haben deshalb erhebliche Schwierigkeiten mit dem Ansatz, weshalb sie nicht besonders differenziert mit den Lautstärken umgehen können. Ein kräftiger Ton ist stabiler, ein Pianissimo kann unversehens wegbrechen, also bleibt man mit kräftigem Ton auf der sicheren Seite.

Doch konnte man in den Grieg-Stücken sehr wohl bereits die Freude an der harmonischen Farbigkeit, den bisweilen unerwartet modernen Modulationen erleben, den romantischen Gefühlsüberschwang ebenso wie die ländliche Tanzlust im beschwingten Finale. Die Dvořák-Serenade strahlte Lebensfreude und musikantische Spiellaune aus, auch wenn hier bisweilen der melodische Fluss der Hauptstimme durch ein wenig jähe Bläsereinwürfe gebremst wurde.

Für die Wolf-Lieder – aus dem „Spanischen Liederbuch“ und den Mörike-Liedern, dazu die Goethe-Vertonung des Mignon-Liedes – hatte Jedamzik den Tenor Manuel König und die Mezzosopranistin Ann Juliette Schindewolf engagiert. König hatte ein wenig Probleme, sich stimmlich gegen das Orchester-Tutti durchzusetzen, für diese Orchesterlieder wäre ein „heldisches“ Timbre wohl vorteilhafter. Gleichwohl gestaltete er die Lieder – die er auswendig beherrschte, so intensiv hatte er sich vorbereitet – mit schöner Stimmführung und feinem Ausdruck. Im Vergleich zu ihm war Ann Juliette Schindewolfs Stimme robuster, mit viel Resonanzen bis in die tiefen Lagen, aber auch mit Leuchtkraft in den unangestrengt erreicht hohen Regionen. 

Das Publikum bei der „Premiere“ am Sonnabend – darunter auch Ingolf Helm, der sich von den Qualitäten seines Vertreters persönlich überzeugte – feierte Orchester, Solisten und den engagierten Dirigenten mit lang anhaltendem, kräftigem Applaus. Man kann sicher sein, dass Jedamzik die Leistungsfähigkeit seines hingebungsvoll musizierenden Orchesters nachhaltig zu steigern vermag, wenn die Arbeitsbedingungen in einer sich hoffentlich stabilisierenden Lage normaler werden.

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