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Deutsches Theater

Zu bewegenden, heiteren, witzigen, überraschenden und faszinierenden Begegnungen kommt es in jedem Fall am neuen Theatertreffpunkt am Wall und das ganz unmittelbar, ohne die mediale Distanz am Bildschirm, die beim Streaming eben nicht so leicht zu überbrücken ist. Trotz Corona-Abstand und Maskenschutz kann sich das Theater immer noch als Raum für ein analoges Miteinander behaupten. Dafür haben Regisseurin Antje Thoms und Bühnenbildner Florian Barth den DT-Satelliten des Kinder- und Jugendtheaters einfach zur Tankstelle erklärt. Die Zuschauer:innen bekommen einen Fensterplatz an der frischen Luft und erleben hinter der Scheibe ein wunderbares kleines Theaterabenteuer, bei dem sie sich auch gern in ein Gespräch verwickeln lassen dürfen.

Sobald die Hupe trötet geht’s los. Dann heißt es aufrücken auf einem der fünf Sitzparkplätze zwischen den Zapfsäulen, bis der gewählte Tankschalter frei geworden ist. Als umtriebiges Serviceteam sind die Mitglieder der DT-Clubs im Einsatz, die sich in ihren roten Overalls fürsorglich um jeden Gast auf der Tankstelle kümmern. Gute Laune macht bereits das Kinderlied zur Aufmunterung „Heut‘ ist ein Fest für die Frösche am See“ mit dem fünfstimmigen Chor der Ensemblemitglieder. Und wieder quäkt die Hupe, nicht nur für die Liebe auf den ersten Blick, die Angelika Fornell mit einem strahlenden Lächeln und funkelnden Augen verkündet und für die Nacht sogar einen handgeschriebenen Liebesbrief verspricht. In edler Restaurantatmosphäre macht Paul Wenning Appetit auf Kaiserschmarren mit den Zutaten für diese österreichische Spezialität und erlesenen Anekdoten über majestätische Vorlieben wie sie Kaiser Franz Joseph und seine Sissi pflegten oder eben verweigerten.

Sogar Saunaatmosphäre hat die DT-Tankstelle zu bieten und Bewegung der besonderen Art, auf die Marco Matthes seine Kundschaft Sprechübungen trimmt, damit sich auch der Unterkiefer bei Zischlauten und Konsonantenmonstern auf der Suche nach dem echten Grundton entspannt. Nach wenigen kurzweiligen und manchmal auch kurzatmigen Minuten ist es wieder an der Zeit für ein fünfstimmiges Ständchen über die Frösche am See, zu dem erneut die Hupe tonsicher quäkt. Gaia Vogel hat Liebeslieder zum Aussuchen für jede Stimmungslage und besingt auf Wunsch auch gern die Sehnsucht mit griechischem Flair zum Mitwippen. Immer wieder auf- und abhüpfende Besucher:innen werden an der DT-Tankstelle gesichtet, wie sie die Arme ausstrecken und sich plötzlich bücken, weil Marie Seiser mit ihnen „Kommando Pimperle“ spielt, wo neben ganz viel Spaß vor allem Spontaneität gefragt ist.

Die Glückskekse, die am Einlass zum Auftanken gibt, wo Namen und Adressen der Besucher:innen registriert werden, versprechen keine Wunder. Die erfüllt wiederum das DT-Ensemble, das sich bei den täglichen Angeboten abwechselt. Es sorgt schon am zweiten Tanknachmittag dafür, dass auf der Anzeigentafel „Tanken Sie heute“ neben Kontemplation und Begegnung, Weisheit und Musik auch Wunder empfohlen wird, weil es an jedem Fenster zu wunderbar inspirierenden Begegnungen kommt. Wenn die Frösche ihr Fest feiern, lässt sich mit Christoph Türkey in der Sauna über die Weltwahrnehmung der Mitmenschen sinnieren, bei Marina Lara Poltmann in den Weisheiten des Dalai Lama zu stöbern und sich mit Rebekka Klingenberg in gemeinsame Glücksmomente, Weltreisen und paradiesische Sehnsuchtsorte hineinzuträumen. Den Platz im Edelrestaurant hat jetzt Roman Majewski übernommen und den Schauplatz in einen Mafiafilm verlegt. Dort wird nach allen Regeln der Kunst mit einer Szene aus dem Drehbuch getrickst und getürkt, für die natürlich nur der Gast am Fenster als zweiter Sprecher in Frage kommt. Zu den Fröschen am See gesellen sich dann auch die Vögel im gemeinsamen Ständchen mit Michael Frei, der sich auf Mitsänger:innen für den Refrain freut. Was wäre eine Vogelhochzeit mit allen 260 Vogelarten ohne ein Duett mit ganz viel Fiderallala, bis leider schon wieder die Hupe quäkt.

Nach der Premiere können die Besucher:innen täglich zwischen 16.30 und 18.30 Uhr weiter auftanken und das nicht nur einmal, auch wenn sie sich zunächst für ein Angebot entscheiden müssen. Danach können sie sich auf ein Neues an die Kundenschlange anschließen und sich auf das nächste kleine Theaterwunder freuen.

  »Tankstelle« - Ein Projekt von Erich Sidler, Antje Thoms und Florian Barth. Täglich (bis auf die Tage vom 2. bis 5. April) bis zum 30. April von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr im DT-X "Satellit". Eintritt frei.
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