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Händel-Festspiele

Alle drei gehören sie zu den anerkanntesten Barockmusik-Experten weltweit. Zusammen mit dem FestspielOrchester Göttingen war hier die Top-Elite der Barockwelt auf der Bühne versammelt.

Dazu kamen noch die Sängerinnen Jessica Niles, Myrtò Papatanasiu, Rachel Redmond, Sophie Harmsen und Karin Osbeck. Alle zusammen boten sie dem Publikum am Mittwoch und Donnerstag in der Lokhalle einen Ohrenschmaus mit Händel-Arien und Instrumentalwerken. Jeder der drei Dirigenten hatte eine eigene Oper „im Gepäck“: Nicholas McGegan (künstlerischer Leiter von 1991 bis 2011) hatte Rinaldo mitgebracht: die Ouvertüre sowie einige phantastische Arien, gesungen von der amerikanischen Sopranistin Jessica Niles und der Mezzosopranistin Karin Osbeck.

Laurence Cummings war von 2011 bis heute künstlerischer Leiter der Festspiele. Er hat sich für die Oper Serse entschieden. Da war natürlich eine der berühmtesten Händel-Arien dabei, das „Ombra mai fu“, anrührend und emotional vorgetragen von der Mezzosopranistin Sophie Harmsen. Später betrat für zwei weitere Arien Rachel Redmond die Bühne, die mit ihrem glockenklaren Sopran schon in der Oper Ariodantedie Herzen der Zuhörer:innen erobert hatte.

George Petrou entschied sich für die Oper Publio Cornelio Scipione. Zur Uraufführung wurde im Jahr 1725 die berühmteste Sopranistin Europas engagiert. Petrou hatte die junge griechische Sängerin Myrtò Papatanasiu eingeladen. Mit ihrem gelben Kleid beeindruckte sie zunächst die Augen der Besucher:innen, mit ihrer großen Sopranstimme dann auch die Ohren.

Im Sport kenn man das: zum Finale eines Turniers werden gerne die „Final Four“ eingeladen, die dann gegeneinander antreten. Im Falle der Internationalen Händel-Festspiele 2021 waren die Final Four Nicholas McGegan, Laurence Cummings und George Petrou sowie das FestspielOrchester Göttingen. Sie musizierten erfreulicherweise nicht gegeneinander, sondern miteinander. Sieger gab es dennoch: das Publikum riss es zum Schluss aus den Sitzen, ihm wurde ein denkwürdiger Abend präsentiert.

Unterschiede in der Spielanlage waren natürlich wahrnehmbar: Während McGegan nicht mehr ganz so stürmisch das Tempo forcierte, zeigte er große Qualitäten mit dem Umgang des Orchesters. Fast zärtlich behandelte er die Musiker:innen und ließ ihnen Raum zur Entfaltung. Laurence Cummings ließ die Musik knackig und frisch erklingen, während George Petrou gewaltiges Tempo an den Tag legte. Schon in der Pause wurde gewitzelt, dass künftig die Opernabende deutlich kürzer werden bei dem Tempo, das Petrou anschlägt.

Am Ende gab es noch eine Zugabe der besonderen Art. Die drei Dirigenten waren gemeinsam auf der Bühne und entschieden, dass diese vom größten dirigiert werden müsse – das ist ohne Zweifel George Petrou. Nicholas McGegan ging nach hinten links und schnappte sich eine Traversflöte, rechts lag ein Kontrabass für Laurence Cummings bereit. Von den Solistinnen blieb nur noch Sophie Harmsen auf der Bühne, die dann in einer ganz besonders anrührenden Interpretation Barbaras Göttingen sang.

Was für eine Hommage an die Händel-Stadt Göttingen!

In der ersten Fassung dieses Textes hieß es, dass Karin Osbeck die Zugabe gesungen hat. Der Fehler wurde korrigiert, natürlich war es Sophie Harmsen. Ich bitte, den Fehler zu entschuldigen. Jens Wortmann

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