Willkommen!
Um alle Funktionen zu nutzen, loggen Sie sich bitte ein.
Passwort vergessen?
Registrieren Sie sich hier neu

Sonntag, 14 Juli 2013 12:56

Ein großer Abend der Kammermusik

geschrieben von

Tschaikowsky Klavier-Trio in der Johanniskirche

2013-07-13nachtschwaermerZu einem Nachtschwärmer-Konzert am 13. Juli hat Johannis-Kantor Bernd Eberhardt zwei Kammermusikpartner eingeladen: den Cellisten Frank Scheller und den Violinisten Henning Vater. Gemeinsam konzertierten sie mit dem Trio für Violine, Violoncello und Klavier in a-Moll, op. 50 von Peter Tschaikowsky.

Tschaikowsky hatte das Werk dem Pianisten und engen Freund Nikolai Rubinstein gewidmet, der 1881 starb. So erklärt sich auch das Finale, das zum Einen ein großes Klaviersolo beinhaltet, zum Anderen mit einem Trauermarsch endet.


Es ist das einzige Klaviertrio, das Tschaikowsky komponiert hat. Wegen seiner Länge wird es häufig gekürzt wiedergegeben. Eberhardt, Vater und Scheller entschieden sich jedoch für die selten zu hörende ungekürzte Fassung.

Die drei Musiker präsentierten die romantische Musik auf höchstem Niveau: sie arbeiteten die unterschiedlichen Solo- und Duo-Stimmen fein heraus und gestalteten die Tempi flexibel und einfühlsam. Tschaikowsky stellt in den Variationen höchste technische Ansprüche, denen das Trio bei jeder Gelegenheit gewachsen war. Frank Scheller entlockte seinem Instrumente wunderbare, warme Töne, da wurde selbst der Orgelpunkt in der 11. Variation zu einem Erlebnis. Von Henning Vater hört man meistens barocke Töne auf seiner historischen Geige. Bei Tschaikowsky konnte er sich einmal der Romantik widmen. Das dafür häufig notwendige Vibrato war nirgends übertrieben. Zarten, schwelgenden Melodien ließ Vater fröhliche, tänzerische Töne ebenso folgen wie energische Themeneinsätze. Bernd Eberhardt am Klavier war deutlich mehr als nur ein zuverlässiger Begleiter. Er gestaltete an dem großen Blüthner-Flügel der Johanniskirche mit seinen wunderbaren Bässen Tschaikowskys Musik entscheidend mit.

Leider bietet die Johanniskirche nicht an jedem Platz die Akustik, die solche Musik eigentlich benötigt. Weiter vorne jedoch klangen die drei Instrumente wunderbar transparent. Das Publikum in der sehr gut besuchten Kirche war begeistert und entließ die Künstler nach langem Applaus erst nach einer Wiederholung der Walzer-Variation.

Letzte Änderung am Mittwoch, 30 März 2016 12:20

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Wenn Sie bereits einen Zugang haben, können Sie sich hier einloggen und weiterlesen.

Diese Seite verwendet Cookies, mit denen Informationen lokal auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Mit der Benutzung der Seite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.