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Freitag, 23 August 2013 20:09

Johanniskirchengemeinde hat Visionen

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Neugestaltung und Neukonzeption der Markt- und Ratskirche

kuratorium-johannisIn den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die St. Johanniskirche zuletzt renoviert. Damals wurde die Innenmöblierung komplett erneuert: die Emporen haben ihre Verkleidung bekommen, der Holzfußboden, die Bänke und die Einrichtung des Altarraums wurde neu gestaltet. Inzwischen ist dieses Mobiliar etwas in die Jahre gekommen. Außerdem gibt es noch einen Renovierungsstau in verschiedenen Bereichen: die Heizung muss saniert werden, Schäden an der Bausubstanz müssen beseitigt werden.

Dazu kommt, dass sich die Aufgaben einer Innenstadtgemeinde verändert haben. Die St. Johanniskirche ist längst eine Kirche, die zahlreiche übergemeindliche Aufgaben wahrnimmt. Dies trifft natürlich auch auf die kirchenmusikalische Arbeit zu: die Konzerte der Göttinger Stadtkantorei, die Reihe "Klassik für Nachtschwärmer" aber auch zahlreiche Gastkonzerte belegen das: das Göttinger Symphonie Orchester, die Internationalen Händel-Festspiele, das Orchester Göttinger Musikfreunde, der Göttinger Knabenchor und Tourneeveranstaltungen wie im Januar wieder das Konzert mit Gioria Feidman zeigen, dass der Konzertort Johanniskirche im Kulturleben der Stadt Göttingen eine große Rolle spielt.

Deshalb bekennen sich der Kirchenkreis Göttingen und die Landeskirche Hannover zu der Bedeutung der Kirche in Stadt und Umkreis und übernehmen Verantwortung: in einem neu geschaffenen "Kuratorium St. Johannis Göttingen" sind zahlreiche Persönlichkeiten zusammen gekommen, um eine groß angelegte Neugestaltung, Sanierung und Ausrichtung der Markt- und Ratskirche St. Johannis umzusetzen.

Der Vorsitzende des Kuratoriums ist der Göttinger Weinhändler Philipp Bremer, zugleich auch der Vorsitzende von ProCity. Er erläuterte gemeinsam mit dem Kirchenvorstand, dem Superintendenten Friedrich Selter und dem neuen Gemeindepastor Gerhard Schridde die Planungen und Visionen.

Drei Säulen sollen künftig als Schwerpunkte in der Kirche wiederfinden: Die erste Säule besteht aus der geistlich-christlichen Prägung, die sich in der Raumgestaltung wiederspiegeln wird. Die zweite Säule beinhaltet die kulturellen Veranstaltungen mit Musik in allen Formen, Ausstellungen und auch kommerziellen Veranstaltungen wie zum Beispiel der Sommerempfang von ProCity Anfang September. Die Dritte Säule hat die Überschrift "Gastlichkeit". Die Kirche möchte sich nach außen öffnen und einladen.

Um diese Aspekte umzusetzen, sind Anbauten an die Kirche geplant: während in einem Zweckanbau an der Nordseite z.B. ein Stuhllager entstehen kann, um den Innenraum nicht weiter als Lagerraum nutzen zu müssen, ist an der Südseite ein Glasanbau geplant, in dem z.B. ein Cafébetrieb eingerichtet werden kann. Dadurch entsteht eine neue Zuwegung zur Kirche, das Ensemble Rathaus - St. Johanniskirche rückt dadurch wieder näher zusammen.

Bei der Innengestaltung wird ein besonderer Fokus auf die Akustik und die Beleuchtung gelegt, um einen attraktiven Konzertraum für die Kirchenmusik und andere Konzerte entstehen zu lasse. Deshalb sind auch Christoph Mathias Mueller (Generalmusikdirektor GSO) und Tobias Wolff (Intendant der Händel-Festpiele) mit im Kuratorium. Die Emporen sollen umgestaltet werden, so dass die Dreischiffigkeit der Kirche wieder besser zur Geltung kommt und die hinteren Reihen auf den Emporen für Konzertbesucher attraktiver sind. Zugleich soll die Platzkapazität aber erhalten werden. "Es ist wichtig, neben der Stadthalle einen Konzertraum anbieten zu können, der bis zu 1000 Besucher fasst. Für einen solchen Raum gibt es in Göttingen Bedarf", erläuterte Kantor Bernd Eberhardt.

Dies alles wird Geld kosten. Sogar viel Geld. Eine Summe wollte das Kuratorium jedoch nicht nennen. "Wir wollen uns in dieser Frage nicht selbst beschneiden", so Superintendent Selter, "auch nach oben nicht". Die Vorsitzende des Kirchenvorstands Renate Just nannte die Summe von knapp einer Millionen Euro, die bislang an Eigenmitteln vorhanden sei. Dass diese Summe bei weitem nicht reicht, um die Ideen und Visionen Wirklichkeit werden zu lassen, ist allen Beteiligten klar. Alle sind aber optimistisch, die notwendige Summe gemeinsam in der Stadt und im Land aufbringen zu können.

Auf diese Weise kann tatsächlich ein Ort entstehen, in dem die Kirche sich offen zeigt, einen gastlichen Raum in der Mitte der Stadt anbietet und der für Kulturveranstaltungen hoch attraktiv wird. Mit einer derart gestalteten und konzipierten St. Johanniskirche kann Göttingen einen neuen Mittelpunkt in der Stadt bekommen, dessen Strahlkraft weit über die Stadt hinausreichen wird.

 

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