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Dienstag, 19 November 2013 15:07

Trauermusik in fröhlicher Atmosphäre

geschrieben von
Der Kammerchor St. Jacobi Der Kammerchor St. Jacobi © Photo: Kammerchor St. Jacobi

Ausklang des Volkstrauertags in der St. Jacobikirche

Am Volkstrauertag lud der Kammerchor von St. Jacobi unter der Leitung von Stefan Kordes zur Motette „Komm, Jesu, komm“ von Johann Sebastian Bach und zur „Trauermusik“ seines Vetters Johann Ludwig Bach in die Göttinger Jacobi Kirche ein.

Das Konzert begann in der nicht ganz ausverkauften, aber gut besuchten Kirche mit der doppelchörigen Motette „Komm, Jesu, komm“. Sie beschreibt das Sterbeverlangen eines Menschen, der zu Gott betet und die Erlösung herbei sehnt. Die Bitte wird mit hörbarem schmerzvollem Ton des Chores zum Ausdruck gebracht. Der Schluss des Stückes bildet einen Gegensatz zum klagevollen Beginn: die Zeilen „Ich will mich dir ergeben“ und „du bist der rechte Weg“ werden im Kontrast dazu heiter und voller Hoffnung präsentiert.

Schon in der Motette wurde der Chor von Mitgliedern des Barockorchesters Antico Bremen begleitet, wobei die Streicher den Part des einen Chores und die Bläser den des anderen Chores übernahmen. Eine Instrumentierung, die vielleicht historisch nicht belegt ist, aber ihren eigenen Reiz hatte und die Doppelchörigkeit unterstrich.

Das Barockorchester hatte seine eigentliche Aufgabe in der folgenden dreiteilig angelegten „Trauermusik“, in der für die Musiker ein eigener Part vom Komponisten Johann Ludwig Bach (1677 – 1731) vorgesehen war.
Der erste düstere Teil dieses Werkes wird durch ausdrucksvolle Arien und bewegte Chorsätzen geprägt. Es wird die Welt als Kerker beschrieben, in der der Mensch als Gefangener bis zu seinem Tod gefangen ist. Dieses Leiden auf Erden wird am Ende des ersten Teils mit den Worten „Meine Bande sind zerrissen“ beendet. Der zweite Teil beschreibt den Aufstieg der Seele zum Himmel, der mit einem großen Schlusschor beendet wird. Im letzten Teil, welcher nun auch drei Trompeten und Pauken beinhaltet singen beide Chöre erstmals zusammen. Die strahlenden Klänge, beinhalten die Danksagung der aufgestiegenen Seele.
Die hellen Töne der Instrumente begleiten die Solisten, sowie den Kammerchor Jacobi. Anna Gann zeigte als Sopranistin ihre klare, schlanke Stimme, die sie besonders im Zusammenklang mit dem Countertenor Stefan Görgner zur Geltung brachte. Der Tenor Tobias Hunger überzeugte durch seine deutliche Artikulation sowie dem gefühlvollen Ausdruck in seiner Stimme. Mit einer kraftvollen Bassstimme konnte Gotthold Schwarz überzeugen.
Das gesamte Gesangsensemble aus Chor und Solisten bewies eine besonders deutliche Artikulation in dieser zum Teil mit anspruchsvollen Rhythmen verschlungenen Trauermusik, so dass auch die Zuhörer der hintersten Reihen des hohen Kirchenraums den Inhalt wahrnehmen konnten. Präzise gaben sie die virtuosen Sätze mit expressiven Harmonien und rhythmischen Überraschungen wieder.

Die „Trauermusik“ wurde in Göttingen erstmals zur Aufführung. Das Publikum erlebte ein Konzert erfüllt mit traurigen und von Sehnsucht erfüllten Tönen, aber auch von heiteren und jubilierenden Klängen. Erkennbar wurde, dass Trauermusik nicht nur von Schmerz und Leid geprägt sein muss, sondern auch von einer hoffnungsvollen und – ja, man kann beinahe sagen – fröhlichen Atmosphäre begleitet werden kann.

Letzte Änderung am Dienstag, 19 November 2013 18:04

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