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Donnerstag, 02 Januar 2014 00:00

WIR WAREN von William Pellier

geschrieben von
Probenfoto: Paul Wenning, Gaby Dey (von links nach rechts) Probenfoto: Paul Wenning, Gaby Dey (von links nach rechts) © Michaela Oswald, Deutsches Theater

Premiere im Deutschen Theater am Donnerstag, 23. Januar 2014, um 20.00 Uhr im Studio

Der französische Autor William Pellier skizziert mit WIR WAREN eindringlich und schonungslos das Dasein älterer Menschen in unserer Gesellschaft und den Verlust den das Alter mit sich bringt. Sein Stück, eine minimalistische Textfläche ohne Satzzeichen, Regieanweisungen oder Personenbezeichnungen, setzt sich vor allem mit dem Verlust der Kontrolle über den eigenen Körper, das Bewusstsein und den persönlichen Besitz auseinander.

Für das Ende ihres Urlaubs plant ein älteres Ehepaar, solange sie noch bei klarem Verstand sind, den gemeinsamen Tod. Die Entscheidung ist wohlüberlegt. Alles wurde gut vorbereitet: die Rechnungen sind bezahlt, der Nachlass geregelt, es muss nur noch das Holzgeländer in der Kurve der Serpentinenstraße losschraubt werden… Vorher wollen sie aber noch ihren Urlaub genießen. Nichts Ausgefallenes. Wie jedes Jahr verbringen sie ihre Ferien in einem, über ein Miet-Kauf-System finanzierten, blassrosa Bungalow in einer Feriensiedlung. Kontakt zu den anderen Gästen haben sie nicht. Zu anstrengend ist das Getümmel am Pool und für die angebotenen Freizeitaktivitäten sind sie zu alt. Überhaupt haben sie sich schon seit langem aus den Strukturen des sozialen Lebens ausgeklinkt und sich mit der tristen Kleinbürgerlichkeit eines Daseins zwischen Kreuzworträtseln, Fernsehkonsum und gelegentlichen rassistischen Ausfällen gegen die arabischen Nachbarn abgefunden. Das Leben ist ihnen fremd geworden. Durch den gemeinsamen Tod wollen sie sich noch das letzte bisschen Würde bewahren, um der Abhängigkeit und einer Abschiebung ins Pflegeheim zu entgehen. Ihr Vorhaben geht jedoch nicht auf und es tritt genau das ein, was sie eigentlich vermeiden wollten… Wie geht man damit um, wenn man nicht mehr frei über sein Leben entscheiden kann, wenn der Ehepartner zum Pflegefall wird oder wenn alles, was man zu sein glaubte, nach und nach verschwindet?

William Pellier wurde für sein Stück WIR WAREN 2012 mit dem Autorenpreis des Saarbrücker Festivals frankophoner Gegenwartsdramatik PRIMEUR ausgezeichnet.

Weitere Vorstellungen 29. Januar, 05. und 21. Februar 2014

Inszenierung Antje Thoms Ausstattung Lea Dietrich Dramaturgie Michaela Oswald

Es spielen Gaby Dey, Paul Wenning; Jan Hendrik Huttanus/Moritz Bracher

Jens Wortmann

Jens Wortmann ist der Inhaber des Kulturbüros.

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