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Montag, 03 Februar 2014 20:59

Frischer Klang im Universitätschor und -orchester

geschrieben von
Unichor und -orchester in der voll besetzten Johanniskirche Unichor und -orchester in der voll besetzten Johanniskirche © Philipp Nelson

Dvořáks "Stabat mater" in der Johanniskirche

In der voll besetzten Göttinger Johanniskirche präsentieren sich Universitätschor und –orchester sehr gut vorbereitet zum Semesterende. Auf dem Programm stand das „Stabat mater“ von Antonín Dvořák. Das Stück ist eine sehr innige und individuelle Auslegung des alten katholischen Hymnus: Dvorak hat es nach dem Tod seiner Kinder komponiert.

Der Universitätschor erwies sich als weitgehend intonationssicher und sehr flexibel in der Dynamik: die Wechsel vom Fortissimo zum Pianissimo waren wunderschön herausgearbeitet. In den beiden Teilen für Frauchenchor (Nummer 5) und für Männerchor (Nummer 7) konnten sich die Stimmgruppen beweisen, was ihnen sehr gut gelungen ist. Dass die Tenöre zahlenmässig den anderen Stimmen unterlegen waren, ist zwar in vielen Chören üblich, war aber an diesem Abend qualitativ nicht zu bemerken.

Die vielen jungen Stimmen im Chor sorgen für einen sehr frischen Klang, der in Göttingen nicht häufig zu hören ist. Nur an einigen Stellen hätte man sich etwas mehr Legato im Gesang gewünscht.
Das Universitätsorchester war deutlich mehr als einfach nur die Begleitung: die jungen Musiker im üppig besetzten Orchester zauberten an vielen Stellen einen großen Klang, konnten aber auch in den zahlreichen Pianostellen gefallen. Viele Stimmen konnten glänzen: da sind die Geigen, die selbst in den hohen Lagen sauber intonierten; die Celli und (drei!) Kontrabässe, die einen wunderbar warmen Klang erzeugten; die Hörner, die von bemerkenswerter Qualität waren; die Trompeten, die in der Alt-Arie ein zauberhaftes Piano spielten. Und nicht zu vergessen der Paukist, der viel zu tun hatte – und immer konzentriert die richtige Dynamik und den richtigen Rhythmus hatte. Einzig die Holzbläser fielen durch Intonationsschwierigkeiten auf. Offenbar war schon das Stimmen vor Beginn des Konzertes schief gelaufen, denn der Fehler in der Intonation zog sich durch das ganze Stück. Das war insofern schade, weil der Klang der Flöten, der Oboen,  der Klarinetten und vor allem der Fagotte jeweils sehr schön war.

Als Solisten gab es ein paar gute Bekannte zu hören: die aus Göttingen stammende Theresa Sommer hat bereits häufig in der Stadt konzertiert, auch mit dem Universitätschor und –orchester. Hier sang sie ihren Sopran sehr schön, hell timbriert, nur an einigen wenigen Stellen etwas zu hoch. (Oder lag das an den zu tiefen Holzbläsern?) Die Altistin Mareike Braun war vor zwei Jahren zu Gast bei den Händel-Festspielen. Sie sang die Titelpartie in der Oper „Amadigi di Gaula“. Jetzt sang sie teils solistisch, teils im Quartett und präsentierte ihre warme Altstimme. Sie konnte sowohl in den tiefen als auch in den hohen Lagen überzeugen.
Der Bassist Michael Dries ist erst vor wenigen Tagen für den erkrankten Hinrich Horn eingesprungen. Im November war Dries in der Stadthalle zu Gast beim Göttinger Symphonie Orchester und sang in den Debussy-Opern. Mit seinem profunden Bass konnte er eigene Akzente im Quartett setzen.
Das galt insbesondere auch für den Tenor Joshua Whitener. Seine schlanke, aber kräftige Stimme lud fast zum Szenenapplaus ein!

Dirigent Ingolf Helm hatte die Ensembles gut vorbereitet. Unterstützt wurde er in der Probenarbeit von Andreas Jedamzik (Chor) und den GSO-Profis Thomas Scholz, Dmitri Feinschmidt, Igor Tulchinsky, Johann-Sebastian Sommer und Roman Usenko.

Insgesamt war es eine sehr bewegende Aufführung, in der man sich nur bisweilen etwas weniger schwankende Tempi gewünscht hätte. Nach einem Moment der Stille gab das Publikum in der Kirche minutenlangen Beifall mit standing ovations.

Letzte Änderung am Montag, 10 Februar 2014 16:01

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