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Montag, 07 Juli 2014 15:30

Bravorufe und Ovationen

geschrieben von
Olivier Blache mit dem Uniorchester und Ingolf Helm Olivier Blache mit dem Uniorchester und Ingolf Helm © Bild: Philipp Nelson

Olivier Blache und das Göttinger Universitätsorchester in der Aula

Was tun, wenn sich keiner der Konzertkritiker des Kulturbüros gefunden hat, ein Konzert des Universitätsorchesters zu besuchen – dieses aber unbedingt besprochen werden sollte? Dann greift der Autor zum letzten Mittel und schreibt diesen Text selber, obwohl er aktiv am Konzert mitgewirkt hat und auch sonst dem Ensemble eng verbunden ist.

Deshalb verbietet es sich, die Freundinnen und Freunde zu bewerten. Es sei also zunächst der Chronistenpflicht genüge getan: Am Wochenende präsentierte das Göttinger Universitätsorchester unter der Leitung von Ingolf Helm sein Semesterprogramm in zwei Konzerten. Am Samstagnachmittag zur ungewöhnlichen, aber fußball-kompatiblen Uhrzeit am Nachmittag sowie am Sonntagabend in der dann deutlich besser besuchten Aula der Universität standen die Ouvertüre zu Verdis Oper „Nabucco“, das Violinkonzert von Ludwig van Beethoven sowie die 4. Sinfonie von Robert Schumann auf dem Programm.

Die Zuhörer honorierten die Leistung des Orchesters mit begeistertem und anhaltendem Beifall.

Im Mittelpunkt des Abends stand aber der Violin-Solist Olivier Blache. Mit seinen 26 Jahren ist er kaum älter als die Orchestermusiker, er steht noch am Anfang seiner Karriere. In München studiert, hat er gerade seine erste feste Stelle in Lausanne angetreten. Und so war es auch sein erstes Beethoven-Konzert – was man ihm allerdings in keiner Weise anmerkte.

Blache überzeugte durch einen unglaublich variantenreichen Ton – mal innig und sanft, mal kraftvoll und fordernd. Die gelöste lyrische Stimmung des ersten Satzes wurde von ihm aufgegriffen und entlud sich in der halsbrecherischen Kadenz (von Joseph Joachim). Nach diesem Satz musste sich in beiden Aufführungen die Begeisterung im Publikum durch einen Zwischenapplaus entladen.

Im romantischen, zarten zweiten Satz und im glanzvollen dritten Satz konnte Olivier Blache noch einmal seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Vor allem in den höchsten Lagen erzeugte Blache einen innigen, warmen und blitzsauberen Klang.

Die Bravorufe und Ovationen hatte er sich redlich verdient und bedankte sich in der Zugabe mit Musik von Bach.

Es ist zu hoffen, dass dieser hochbegabte junge Musiker noch einmal seinen Weg nach Göttingen findet.

Letzte Änderung am Mittwoch, 30 März 2016 15:08

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