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Montag, 17 November 2014 16:24

Größter Applaus für den Kammerchor St. Jacobi

geschrieben von
Kammerchor St. Jacobi, Barockorchester Antico und Stefan Kordes Kammerchor St. Jacobi, Barockorchester Antico und Stefan Kordes © Wortmann

h-Moll-Messe von Bach mit dem Kammerchor St. Jacobi

Die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach gilt für viele nicht nur als das größte Kunstwerk der Musikgeschichte, sondern auch für Chorsänger als das schwierigste und anspruchsvollste Chorwerk überhaupt. Umso erfreulicher, dass dieses Werk immer wieder auch in Göttingen zu hören ist. Jetzt hat Stefan Kordes mit seinem Kammerchor St. Jacobi das Werk zur Aufführung gebracht: an zwei jeweils sehr gut besuchten Aufführungen in der Göttinger Jacobikirche erklang dieses Meisterwerk. Die umfangreiche Chorpartie mit einem Kammerchor zu besetzen, ist durchaus mutig: schnell kommt man an die Grenzen der Besetzung, wenn der Chor doppelchörige Fugeneinsätze zu singen hat. Und in der Tat: beim Sanctus, speziell beim Pleni sunt coeli hätten ein paar mehr Stimmen dem Klang gut getan. Ansonsten aber hat der Chor seine Aufgabe mit Bravour gemeistert. Stefan Kordes ist es gelungen, einen sehr homogenen Klang zu erzeugen. Zudem waren die Choristen perfekt vorbereitet und blieben auch bei der besuchten zweiten Aufführung bis zum Schluss des gut zweistündigen Werkes hoch konzentriert und hellwach. Kleinere Intonationstrübungen konnten den Genuss nicht weiter stören.

Bisweilen hätte man sich jedoch einen etwas differenzierteren Klang gewünscht, so zum Beispiel gleich zu Beginn beim Kyrie. Obwohl Stefan Kordes die Lautstärke des Orchesters erheblich reduzierte, waren die Themenköpfe der Choristen bisweilen kaum zu vernehmen. Insgesamt aber hat sie die kleinere Chorbesetzung bewährt: mit diesem Ensemble konnte Kantor Kordes die Musik beweglich gestalten, die Choristen reagierten sofort auf die Zeichensprache des Dirigenten. Stefan Kordes wählte für die Bach’sche Musik nur verhalten flotte Tempi. Das erhöhte den Musikgenuss, denn so konnte man der Struktur der Musik wesentlich besser folgen. Mit ein paar Stimmen mehr wäre der Chorklang gegenüber dem Orchester allerdings noch etwas ausgeglichener gewesen. Damit hätte es vermutlich auch noch etwas mehr Gestaltungsmöglichkeiten gegeben. So war es stets ein akustischer Balanceakt zwischen Chor und Orchester.

Das Barockorchester Antico mit der Konzertmeisterin Annika Schmidt war gut aufgelegt. Die Musikerinnen und Musiker folgten Chor und Solisten und waren den Sängern ein ebenbürtiger Partner. Allerdings mussten sie sich wegen der Chorgröße oft sehr zurückhalten. Das hatte offenbar auch Auswirkungen auf die Begleitung der Solisten: sowohl die Flöten, als auch die Oboen, aber vor allem das wunderschöne Violin-Solo im „Laudamus te“ hätte man sich gerne etwas kräftiger im Ton gewünscht. Dass historische Instrumente dazu durchaus in der Lage sind, ist schon häufig bewiesen worden. Die Trompeten hatten in den festlichen Stellen wie dem „Sanctus“ natürlich kein akustisches Problem und meisterten ihren Part perfekt. Optisch besonders auffällig war das Kontrafagott, das mit seinem profunden Basston das Continuo ergänzte.

Als Solisten überzeugten Simone Schwark mit ihrem hellen Sopran, die kurzfristig eingesprungene Karina Schoenbeck mit ihrem lyrischen Alt, Tobias Hunger mit seinem schlanken Tenor und Henryk Böhm mit seinem warmen Bariton. Den Hauptakzent setzte jedoch der Kammerchor St. Jacobi, dem auch zu Recht der größte Applaus und die meisten Bravo-Rufe am Ende der Aufführung galten.

Letzte Änderung am Mittwoch, 30 März 2016 12:46

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