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Montag, 08 Dezember 2014 10:16

Er gehet voran und öffnet die Bahn

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Die Corvinuskantorei unter Hermann Amlung Die Corvinuskantorei unter Hermann Amlung © Wortmann

Adventskonzert mit der Corvinus-Kantorei unter Hermann Amlung

„Himmelskönig sei willkommen“ – so erschallte der Kirchenraum am Zweiten Advent in Corvinus. In der Adventszeit öffnen wir jeden Tag ein Türchen im Adventskalender und zünden Woche für Woche eine Kerze mehr am Adventskranz an. So sorgen wir für Vorfreude auf Weihnachten, wo wir den Himmelskönig dann quasi offiziell auf der Erde begrüßen. Nun hat Johann Sebastian Bach diese Kantatate aber gar nicht für die Adventszeit geschrieben sondern für den Sonntag „Palmare“, also den Palmsonntag, den letzten Sonntag vor Ostern. Dass diese Kantate dennoch ganz wunderbar in den Advent passt, hat Kantor Hermann Amlung jetzt bewiesen und eröffnete den Konzertabend in der Corvinuskirche mit eben dieser Kantate BWV 182.

Nach zwei Chorsätzen von Max Reger („Macht hoch die Tür“ und „Unser lieben Frauen Traum“) bildete die Kantate „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes“ BWV 40 den festlichen Abschluss. Diese Kantate gehört bereits in die Weihnachtszeit, Bach hat sie für den zweiten Weihnachtsfesttag vorgesehen.

Amlung hatte seine Corvinus-Kantorei gründlich vorbereitet. Die zum Teil schwierigen Fugen in den Chören, aber auch im Choral „Jesu, deine Passion“ bewältigte der Chor weitgehend souverän. Im Cantus firmus glänzte der Sopran in besonderer Weise, auch wenn am Ende des Konzertes offenbar etwas Ermüdung einsetzte. Es bleibt aber eine sehr respektable Leistung, die dieser Chor immer wieder und auch an diesem Abend erbringt.

Das Orchester war bewusst sehr klein gehalten, wie es bei der Aufführung in Weimar zu Bachs Zeiten vor allem in BWV 182 wohl ebenfalls gewesen ist. Die Streicherstimmen waren alle nur einfach besetzt – eine besondere Herausforderung, die vor allem die Geigen und Bratschen souverän lösten. Allen voran die Konzertmeisterin Julia Falk, die ihre Soloaufgaben mit schönem Ton und intonationssicher gestaltete. Stefan Möhle übernahm den Solopart der Blockflöte in BWV 182 und hätte am Ende des Konzertes durchaus auch einen eigenen Applaus verdient gehabt. Den bekamen (natürlich auch zu Recht) Barkin Sönmezer und Keiji Takao, die für den festlichen Hörner-Klang in BWV 40 sorgten.

Für beide Kantaten hatte Bach nur drei Vokalsolisten vorgesehen. Der warme Alt von Anna Bineta Diouf machte ganz besonders Freude beim Zuhören. Es ist schön, dass sie häufiger in Göttingen zu hören ist – als nächstes im Weihnachtsoratorium in der Nikolaikirche. Dem Tenor mutete Bach (wie so häufig) besondere Schwierigkeiten zu. Friedrich von Mansberg nahm die Herausforderung an und gestaltete die waghalsigen Sprünge und Koloraturen in beiden Kantaten souverän. Marian Müller gefiel vor allem in der Arie „Höllische Schlange“ in BWV 40 und konnte hier Kraft, aber auch die Schönheit seiner Stimme besonders beweisen.

In der voll besetzten Corvinuskirche gab es lang anhaltenden Applaus für ein gut zusammengestelltes Programm und ein Konzert, das viel Freude machte. Am Konzert zu seinem 80. Geburtstag im Januar 2014 versicherte Hermann Amlung, dass es selbstverständlich weiter Konzerte mit ihm und der Corvinuskantorei gebe. So nimmt Amlung den Kantatentext aus BWV 182 beim Wort: Er gehet voran und öffnet die Bahn.

Letzte Änderung am Mittwoch, 30 März 2016 12:42

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