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Dienstag, 22 März 2016 08:38

Max Goldt, der Elch ohne Elchsuppe

geschrieben von
Elch-Preisträger Max Goldt Elch-Preisträger Max Goldt Photo: © Axel Martens

Der Göttinger Elch-Preis 2016 wurde an Max Goldt verliehen

Am Sonntagmorgen erhielt der in Weende geborene Schriftsteller, Kolumnist, Musiker und Satiriker Max Goldt den begehrten Göttinger Elch-Preis.

Und plötzlich ist man alt und sieht aus wie der grausige Fund in der Schlagzeile „Spaziergänger macht grausigen Fund“. (Max Goldt)

Nein, auch wenn Rudi Hurzlmeier (bis zur feierlichen Übergabe der Urkunde im Deutschen Theater noch amtierender Göttinger Elch) es mehrfach betont hat: Dieser bedeutende (...und wohl auch einzige deutsche) Satirepreis hat nichts mit schwedischen Großkonzernen zu tun. Auch nichts mit dem Weihnachtsmann, wenngleich man einigen früheren Göttinger Elchen und ihren Festrednern eine leicht gerötete Nase nachsagt. Was hier alljährlich im Deutschen Theater passiert ist bierernst.

Von Georg Christoph Lichtenberg über Robert Gernhardt und Otto Waalkes, bis zu Helge Schneider und Georg Schramm: Sie alle werden hier gleichermaßen als Elche wahrgenommen, die in einer pappigen Schneemasse ihre Geweihe in die Luft recken und mit ihnen für Satire und gesellschaftskritische Komik kämpfen (ich weiß, ein merkwürdiges Bild, aber vielleicht ergibt es ja irgendwie Sinn).

Ich musste einst lebende Ratten in Kopfkissenbezüge einnähen. Nun lebe ich unter falschem Namen in einem fremden Land. (Max Goldt)

Dieses Jahr ist das Los der Jury auf Max Goldt gefallen – eine wohl mehr als verdiente Wahl, denn sein Schaffen ist im deutschsprachigen Raum einzigartig: „Niemand schreibt wie Goldt – er schafft es, das Brillante im Einfachen; das Schöne und Einzigartige im Doofen zu finden“, so – oder zumindest so ähnlich - Heinrich Detering, der für Goldt eine fesselnde Laudatio hielt. Detering schwärmte ebenso von Goldts frühen, sprachverspielten Kolumnen, wie von seinen rezenteren Dramoletten, die aus verskripteten Comicstrips bestehen. Aus diesen, in seinem aktuellen Buch „Räusper“ publizierten, Dramoletten las Goldt am Ende der Veranstaltung vor.

Besonders schön hier die Geschichte einer jungen Frau, die sich nachts nicht von ihren homosexuellen Freunden nach Hause geleiten lassen will, und die dann doch in ihrer Einsamkeit die Furcht packt, in einen Busch gezogen zu werden: Unbegründet, wie sich zeigt, denn es lauert ihr nur ein verlauster Tagelöhner auf, der ihr eine 7-Ursachen-Bekämpfungscreme andrehen möchte und diese in ihr Gesicht einklopft, bevor beide noch ein Selfie machen.

Dieser und andere Texte zeigen, wie absurd die Brüche sind, die Goldt oft in nur wenigen Zeilen vollführt, um sich so von einem Extrem des Banalen zum anderen zu hangeln, und trotzdem stets neuen Sinn zu stiften. Dabei ist seine Sprache voller geschliffen komischer Onomatopoesien und irrwitziger Sprachspiele. „Im Englischen würde man von einem language poet sprechen“, so Detering, der in diesem Atemzug auch Goldts besonderen Sinn für gedruckte Sprache und deren Ausdrucksmöglichkeiten hervorhob.

Dass Goldt, der Göttingen schon oft auf Lesereisen besuchte, eine mehr als beeindruckende Vita hat, zeigt sich nicht zuletzt an seinen zahlreichen Auszeichnungen. Hier wären vor allem der Kasseler Literaturpreis für Grotesken Humor, der Hugo-Ball-Preis, und schließlich sogar der begehrte Kleist-Preis zu nennen – der Elch bildet also gewissermaßen die Kirsche auf dem Sahnekuchen.

Die Pizza war lauwarm und mit zentimeterlangen, labbrigen Broccoli-Streifen belegt. Dem Mülleimer schmeckte sie gut. (Max Goldt)

Teil der begehrten Auszeichnung sind auch noch 3.333 € in einem kleinen Geldsäckchen – genug, um sich damit – so Hans Zippert, der ehemalige Chefredakteur der Titanic, „den Lebensabend so angenehm wie möglich zu gestalten“.

Zippert ging in seiner Rede als Juryvertreter vor allem auf die Gefährlichkeit des Lebens nach der Elchverleihung ("ja, einige haben diesen Preis nicht überlebt, man denke nur an Harry Rowohlt!") und die Chancen und Risiken der Überalterung unserer Gesellschaft ein. Beeindruckend vor allem die Statistik, mit der er nachwies, dass die Chance im Alter an einer Brotkruste zu ersticken 99% wahrscheinlicher sei, als etwa beim Tiefseetauchen zu sterben.

Ob Goldt nun wirklich aufgrund seiner Dosenfleischsuppenabneigung auf seine 99 Büchsen (krustenloser) Elchsuppe verzichtet hat, oder nicht, konnte am Sonntagmorgen nicht abschließend geklärt werden.

Gegebenenfalls schmecken die Süppchen jetzt Hans Zippert, Heinrich Detering, Lars Wätzoldt (der die Veranstaltung übrigens ziemlich schlagfertig moderierte), dem stets Satie spielenden Pianisten Cun Mo Yin, oder gar unserem Bürgermeister Rolf-Georg Köhler, der mit Goldt das „schreckliche Schicksal“ teilt, in der Vorstadt Göttingens geboren zu sein, aber nun leider „zurück in der Realsatire“ sein Dasein fristen muss.

Goldt machte es hingegen richtig – und sei hier noch einmal zitiert:

Ich verkrümele mich, während die Lebensmüden hinter mir ein Sammeltaxi zum nächsten Hochhaus ordern. (Max Goldt)

Letzte Änderung am Dienstag, 29 März 2016 18:48

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    Karten für die Preisverleihung zum Preis von 11, 14, 17, 20 Euro - bei entsprechendem Nachweis um drei Euro ermäßigt - werden aufgrund der vermutlich großen Nachfrage auch in diesem Jahr verlost. Dazu muss der Kartenwunsch für maximal zwei Karten pro Person unter Angabe der gewünschten Preiskategorie, des Namens und der Kontaktdaten ab 8. bis zum 19. Februar 2016 per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  oder  telefonisch unter Tel. 0551 / 400-2486 mitgeteilt werden. Die Kartenvergabe erfolgt nach der Verlosung vom 1. bis 14. März 2016 an der Kasse des Deutschen Theaters Göttingen.

    „Goldts literarisches Werk“, so die Jury in ihrer Begründung zur Verleihung des „Göttinger Elch“ 2016, „scheint von einem Beobachter aus einer Parallelwelt geschaffen zu sein, einer Welt, die aufgeklärter, klüger und zukunftsträchtiger ist als die unsere. Dennoch hat der Beobachter, bei dem es sich natürlich um Goldt selbst handelt, es nicht nötig, sich über unsere Welt lustig zu machen – denn komisch ist sie schon. Es bedarf nur des genauen Blicks und eines gerüttelt Maßes an Zuneigung, um sie in all ihrer Merkwürdigkeit und mit ihren vielfältigen Mysterien zu durchschauen. Und das tut heute und in deutscher Sprache wohl keiner so eindringlich und punktgenau wie Max Goldt.“

    Max Goldt, geboren 1958 in Göttingen-Weende, zog nach dem Abitur 1977 nach Berlin. 1981 gründete er mit Gerd Pasemann das der Neuen Deutschen Welle zugeordnete Duo "Foyer des Arts", mit dem zahlreiche Schallplattenveröffentlichungen erfolgten. Seine Kolumnen für die Berliner Zeitschrift "Ich und mein Staubsauger" führten zur langjährigen Mitarbeit beim Satiremagazin "Titanic". 1984 erschien sein erstes Buch "Mein äußerst schwer erziehbarer schwuler Schwager aus der Schweiz", dem zahlreiche weitere folgten. Mit dem Zeichner Stephan Katz arbeitet Goldt als Texter zusammen; ihre gemeinsamen Arbeiten wurden in der „Titanic“,  in "Intro" und dem "Zeitmagazin" sowie in Buchform veröffentlicht. Goldt, der bis heute als freier Schriftsteller in Berlin lebt, erhielt u.a. den "Kasseler Literaturpreis für Grotesken Humor" (1997), den "Hugo-Ball-Preis" der Stadt Pirmasens und 2008 auf Empfehlung von Daniel Kehlmann den "Kleist-Preis".

    Max Goldt ist der 19. Elch-Preisträger. Seine Vorgänger waren der Cartoonist Chlodwig Poth (1997), der Zeichner und Schriftsteller Robert Gernhardt (1999), der Kabarettist Gerhard Polt (2000), der Kolumnist und Übersetzer Harry Rowohlt (2001), die Karikaturistin Marie Marcks (2002), der Zeichner und Dichter F. W. Bernstein (2003), der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger (2004), der Komiker Otto Waalkes (2005), der Zeichner Hans Traxler (2006), der Zeichner und Musiker Ernst Kahl (2007), die bayerischen Volksmusiker und Kabarettisten der Biermösl Blosn (2008), der Musiker, Schriftsteller und Filmemacher Helge Schneider (2009), der Komödiant und Musiker Olli Dittrich (2010), der österreichische Kabarettist Josef Hader (2011), die Karikaturistin und Autorin Franziska Becker (2012), der Maler Michael Sowa (2013), der Kabarettist Georg Schramm (2014) und der Maler und Zeichner Rudi Hurzlmeier (2015).

    Der „Göttinger Elche“ will den guten Ruf der komischen Künste festigen und das Ansehen der in Wort und Bild tätigen Satiriker im deutschen Sprachraum mehren. Der Preis hat seine Heimat nicht zufällig in Göttingen: Die Stadt hat Tradition in Sachen Satire, die im 18. Jahrhundert mit dem genialen Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg begann und bis in die jüngste Vergangenheit von den Wahl-Göttingern Robert Gernhardt und F.W. Bernstein fortgeführt wurde. Einem sprichwörtlich gewordenen Zweizeiler Bernsteins ist der Name des Satirepreises entlehnt: „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“

    Die Elch-Jury 2016: Antje Kunstmann, Verlegerin, München; Hilmar Beck, Fachbereich Kultur der Stadt Göttingen; WP Fahrenberg, Ausstellungsbüro Göttingen; Achim Frenz, Museum für Komische Kunst, Frankfurt am Main; Dr. Peter Köhler, Journalist, Göttingen; Martin Sonntag, Caricatura Kassel; Hans Zippert, Publizist, Oberursel; Rudi Hurzlmeier, Elch-Preisträger des Jahres 2015, München.

    Mehr zum Göttinger Elch-Preis unter www.goettinger-elch.de

  • Göttinger Elch 2015 an Rudi Hurzlmeier
    von
    Göttinger Elch 2015 an Rudi Hurzlmeier

    Der Satirepreis GÖTTINGER ELCH geht 2015 an den Maler, Zeichner und Autor Rudi Hurzlmeier.

    Die Auszeichnung wird jährlich für ein satirisches Lebenswerk vergeben und ist mit 3.333 Euro, einer silbernen Elchbrosche und 99 Dosen „Original Göttinger Elch-Rahmsüppchen“ dotiert. Die feierliche Verleihung, an der auch frühere Preisträger teilnehmen werden, findet am Sonntag, den 10. Mai 2015 um 11.00 Uhr im Deutschen Theater Göttingen statt. Die Laudatio hält der Dichter und Schriftsteller Thomas Gsella; Vorjahres-Preisträger Georg Schramm steuert ein besonderes Grußwort bei. Auf der Bühne werden auch Hurzlmeiers Zeichnerkollegen Hauck und Bauer sowie Marcus Weimer (Rattelschneck) gratulieren.

    Karten für die Preisverleihung (zum Preis von 11, 14, 17, 20 € mit ggf. nachzuweisender Sozialermäßigung von 3 €) werden aufgrund der großen Nachfrage in diesem Jahr erstmals verlost. Dazu ist der Kartenwunsch (pro Person max. 2 Karten, gewünschte Preiskategorie) unter Angabe des Namens und der Kontaktdaten ab dem 16. März bis zum 2. April 2015 per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter Tel. 0551 / 400-2486 mitzuteilen. Die Kartenvergabe erfolgt nach der Verlosung ab dem 20. April  2015 an der Kasse des Deutschen Theaters Göttingen.

    Die retrospektive Ausstellung RUDI HURZLMEIER – Meisterwerke der Goldigen Periode ist im Alten Rathaus der Stadt Göttingen vom 10. Mai bis zum 28. Juni 2015 zu sehen. (Öffnungszeiten Di - So 11 - 17 Uhr, Eintritt: 4.- / 2.- €, frei für Kulturticket-Inhaber)

    „Hurzlmeiers äußerst vielfältiges Werk changiert zwischen Extremen;“, so die Jury in ihrer Begründung zur Verleihung des GÖTTINGER ELCH 2015; „wenn er einen bösen Witz macht, ist tiefempfundene Philosophie nicht weit, und umgekehrt. Nur zu gern suhlt er sich in den Bereichen der ‘caricature brut‘ – und lässt uns im nächsten Moment über seine exquisite handwerkliche Könnerschaft, das delikate Kolorit, die überbordende Fülle feinster Nuancen in seinen großformatigen Gemälden staunen. Seine Fabulierkunst sprengt zuverlässig alle Grenzen; seine völlig einmalige Art eines surrealistischen Barock hat ihn zu einem der bedeutendsten Vertreter der Komischen Kunst werden lassen…. Ein echter ELCH!“

    Rudi Hurzlmeier wurde 1952 im Klostersanatorium der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie zu Mallersdorf geboren, was ihn nach eigener Aussage sehr geprägt hat. Nach unsteten Wanderjahren studierte er autodidaktisch komische Zeichnerei,  Malerei und Bildhauerei. Es entstanden zahlreiche Cartoons, Karikaturen und Comicstrips, u.a. für Eulenspiegel, Bunte, KOWALSKI, PARDON, Nebelspalter, Penthouse, P.M. Magazin, Gong, HÖRZU, FAZ und TVAnstalten; seit 1985 ist er ständiger Mitarbeiter des Satire-Magazins TITANIC. Als Illustrator arbeitete Hurzlmeier mit Wiglaf Droste, Thomas Gsella, Harry Rowohlt, Peter Hacks, Truman Capote und vielen anderen zusammen. Seit Beginn der neunziger Jahre trat er zunehmend als von der Kunstkritik hochgelobter Maler (auch unter den Pseudonymen „Ru di Hu“ und „HU“) in Erscheinung. Seine Werke wurden international in weit über 100 Einzel-Ausstellungen gezeigt; rund 40 Bücher erschienen über und mit ihm. In jüngerer Zeit ist er auch als Dozent  und Kunstvermittler tätig; so gehört er zu den treibenden Kräften für die Schaffung einer „Komischen Pinakothek“ in München. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er 2010 den „Deutschen Karikaturpreis“. Hurzlmeier lebt mit Gabriella Hurzlmeier von Watenphul in München; ihre beiden Söhne Julian und Leonhard haben ebenfalls künstlerische Laufbahnen eingeschlagen und stellen gelegentlich zusammen mit ihrem Vater aus.

    Rudi Hurzlmeier ist der 18. ELCH-Preisträger. Seine Vorgänger waren der Cartoonist Chlodwig Poth (1997), der Zeichner und Schriftsteller Robert Gernhardt (1999), der Kabarettist Gerhard Polt (2000), der Kolumnist und Übersetzer Harry Rowohlt (2001),  die Karikaturistin Marie Marcks (2002), der Zeichner und Dichter F. W. Bernstein (2003), der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger (2004), der Komiker Otto Waalkes (2005), der Zeichner Hans Traxler (2006), der Zeichner und Musiker Ernst Kahl (2007), die bayerischen Volksmusiker und Kabarettisten der Biermösl Blosn (2008), der Musiker, Schriftsteller und Filmemacher Helge Schneider (2009), der Komödiant und Musiker Olli Dittrich (2010), der österreichische Kabarettist Josef Hader (2011), die
    Karikaturistin und Autorin Franziska Becker (2012), der Maler Michael Sowa (2013) und der Kabarettist Georg Schramm (2014).

    Der GÖTTINGER ELCH will den guten Ruf der komischen Künste festigen und das Ansehen der in Wort und Bild tätigen Satiriker im deutschen Sprachraum mehren. Der Preis hat seine Heimat nicht zufällig in Göttingen: Die Stadt hat Tradition in Sachen  Satire, die im 18. Jahrhundert mit dem genialen Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg beginnt und bis in die jüngste Vergangenheit von den Wahl-Göttingern Robert Gernhardt und F.W. Bernstein fortgeführt wurde. Einem sprichwörtlich gewordenen Zweizeiler Bernsteins ist der Name des Satirepreises entlehnt: „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“

    Die ELCH-Jury 2015: Antje Kunstmann, Verlegerin, München; Hilmar Beck, Fachbereich Kultur der Stadt Göttingen; WP Fahrenberg, Ausstellungsbüro Göttingen; Achim Frenz, Museum für Komische Kunst, Frankfurt am Main; Dr. Peter Köhler, Journalist, Göttingen; Martin Sonntag, Caricatura Kassel; Hans Zippert, Publizist, Oberursel; Georg Schramm, ELCH-Preisträger des Jahres 2014.

    Mehr über den ELCH und seine Preisträger/innen unter www.goettinger-elch.de.

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