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Samstag, 30 April 2016 12:07

Klangliche Möglichkeiten voll ausgespielt

geschrieben von
Stefan Kordes am Klavier und Anton Säckl mit der Klarinette in der Göttinger Jacobikirche Stefan Kordes am Klavier und Anton Säckl mit der Klarinette in der Göttinger Jacobikirche © Photo: Wortmann

1808. Orgelmusik an St. Jacobi: Kammermusik für Klarinette und Klavier mit Anton Säckl und Stefan Kordes

Immer wieder lädt Kantor Stefan Kordes Musikerinnen und Musiker aus der Region zu kammermusikalischen Auftritten ein. Er nutzt dazu den wöchentlichen Termin der „Orgelmusik“ am Freitagabend. Und so kommt es, dass es immer wieder Orgelmusiken gibt, in denen die Orgel gar nicht erklingt. Diese Kammermusiken in St. Jacobi sind eine sehr gelungene Einrichtung – und beim Publikum durchaus beliebt. „Wir empfehlen aus akustischen Gründen in den vordersten Reihen Platz zu nehmen“, heißt es auf dem Programmzettel. Die „vordersten Reihen“ reichten nahezu bis zur letzten Reihe, denn am vergangen Freitag war die Kirche überaus gut besucht. Zu Gast war an diesem Abend der Göttinger Klarinettist Anton Säckl.

Säckl und Kordes hatten ein sehr anspruchsvolles Programm vorbereitet. Gleich zu Beginn erklangen wilde, atonale Läufe der Klarinette in der Sonate von Francis Poulenc. Trotz anspruchsvoller Rhythmik und komplexer Tonfolgen ist die Musik gut erfassbar und ansprechend. Das gelang auch deshalb, weil Säckl sich selbst der Musik unterordnete. So etwas funktioniert nur dann, wenn der Künstler das Werk vollständig beherrscht. Genau das war der Fall, und so war natürlich das virtuose und musikalische Können Säckls zu hören und zu spüren, die aufregende Musik Poulencs stand aber im Vordergrund.

Dass Stefan Kordes nicht nur ein vorzüglicher Begleiter seiner musikalischen Gäste ist, bewies der Kantor mit den Préludes von Alexander Scrjabin. Von den 24 Préludes wählte Kordes fünf aus. Vor allem in der Nr. 14 „Presto“ in es-Moll zeigte Stefan Kordes großes pianistisches Können. Beeindruckend!

Nach Prokofiews Prélude und Scherzo erklang die Sonate f-Moll für Klarinette und Klavier von Johannes Brahms. Hier spielte Anton Säckl die klanglichen Möglichkeiten seines Instrumentes voll aus: gesangliche Passagen erklangen mit warmen Ton. Andere Elemente kontrastierten mit markanter Rhythmik, zum Teil in sehr tiefer Lage. Der fröhliche Rondo-Schlusssatz passte wunderbar zum wieder erstarkten Frühling, der die zahlreichen Besucher am bevorstehenden Wochenende begrüßte – allerdings erst nach einer Zugabe von Max Reger, dem 100 Jahre nach seinem Tod besonders gedacht wird.

Die nächste Kammermusik zur Orgelmusik-Zeit in St. Jacobi findet am Freitag, den 20. Mai 2016 um 18 Uhr statt. Dann ist der Tenor Andreas Fischer zu Gast. Zu hören sind die „Nachtlieder“ von Franz Schubert.

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