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Sonntag, 15 Mai 2016 17:02

Musik mit Seele

geschrieben von
Stefan Kordes (Klavier) und Polina Artsis (Mezzosopran) in der Alten Fechthalle Stefan Kordes (Klavier) und Polina Artsis (Mezzosopran) in der Alten Fechthalle © Photo: Wortmann

Im Nachtkonzert der Händel-Festspiele war die russische Mezzosopranistin Polina Artsis zu Gast, begleitet wurde sie vom Göttinger Kantor Stefan Kordes am Klavier.

Nun sind die Händel-Festspiele ein Festival der Barockmusik. Aber weder ist Polina Artsis als Barockspezialistin bekannt noch gehört ein Klavier zur Grundausstattung der Konzertsäle Göttingens in diesen Tagen. Und in der Tat hatte das Programm kaum Bezug zum Festival. Selbst die Arie „Cara sposa“ aus Händels „Rinaldo“ war eher dramatisch denn barock-filigran gestaltet.

Das Programm bestand im ersten Teil aus einer Art kleinem Wunschkonzert italienischer Arien. So erklang Musik von Rossini, Donizetti, Gluck, Mozart, Händel und Vivaldi. Artsis gestaltete ihren Part mit großer Stimme, sie überzeugte vor allem in den hohen Lagen. Stefan Kordes begleitete die Sängerin aufmerksam und souverän. Zwischendurch präsentierte der Kirchenmusiker die Chaconne D-Moll von Johann Sebastian Bach – in einer Bearbeitung von Ferruccio Busoni. Hier gab es dann doch einen Bezug zur Barockmusik – auch wenn manch einer das Original vorziehen dürfte.

Aufregend wurde es im zweiten Teil des Abends. Mit der Hinwendung zur russischen Literatur bekam die Musik plötzlich eine Seele, die Sängerin fühlte sich hörbar wohl in den Klängen von Rimski-Korsakow, Alexander Dargomyschski und Peter Tschaikowsky. Dazwischen brillierte Kordes mit den Préludes op. 11 von Alexander Skrjabin (wie auch schon vor kurzem in der Jacobikirche, lesen Sie hier die Rezension dazu).

Das Publikum in der gut besuchten Alten Fechthalle hat diesen Programmwechsel sehr positiv aufgenommen und war am Ende begeistert. Mit der Zugabe wurde der Bogen zu den Festspielen doch noch gezogen: Händels berühmtes Ombra mai fù war nicht nur anrührend schön gesungen, sondern erklang viele Stunden vorher ebenfalls bei den Händel-Festspielen, und zwar zum Sonnenaufgang am Seeburger See, „gesungen“ von der Mandoline Alon Sariels (siehe hier). Es waren sogar Besucher beim Nachtkonzert, die schon morgens früh dabei waren. Das sind wahre Händel-Junkies!

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