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Sonntag, 07 August 2016 13:24

Die Klänge berühren die Seele

geschrieben von
Anna Haase von Brincken (Mezzosopran), Ulrich Staerk (Klavier) und Rosemarie Seitz (Harfe) Anna Haase von Brincken (Mezzosopran), Ulrich Staerk (Klavier) und Rosemarie Seitz (Harfe) © Photo: Wortmann

Göttinger Erstaufführung von Rüttis "Marien-Leben" in der Johanniskiche

Die Motette mit Marienliedern setzte nach den Sommerferien den Startpunkt für die musikalischen Veranstaltungen der St. Johannis-Gemeinde. Im Mittelpunkt stand der 1912 entstandene Gedicht-Zyklus „Marien-Leben“ von Rainer Maria Rilke. Er wurde bereits 1923 von Paul Hindemith vertont. Der Schweizer Komponist Carl Rütti hat fünf dieser 13 Gedichte ausgewählt und 1991 einen Liederzyklus für Mezzosopran, Klavier und Harfe geschrieben.

Erst jetzt kamen diese Lieder in Göttingen zu Gehör. Kantor Bernd Eberhardt konnte Anna Haase von Brincken gewinnen, diese zur Göttinger Erstaufführung zu bringen. Schon seit einigen Jahren beschäftigt sich Eberhardt mit den Werken Rüttis. Sein „Requiem“ kam 2011 in der Johanniskirche zur deutschen Erstaufführung. Und für das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 wird eine Uraufführung von Carl Rütti erklingen (am 26. November 2017).

Rüttis Musik ist modern, aber sehr gesanglich und durchaus zugänglich. Die von ihm komponierten Klänge berühren die Seele. Das Trio mit Anna Haase von Brincken (Mezzosopran), Ulrich Stærk (Klavier) und Rosemarie Seitz (Harfe) in der Motette in der St. Johanniskirche war eine Idealbesetzung. Nicht nur, dass alle drei auf hohem Niveau musizierten. Sie gaben sich gegenseitig Raum zum Gestalten. So entstand ein gemeinsamer Klang, der den großen Kirchenraum erfüllte.

Anna Haase von Brincken gestaltete ihren Gesangspart sehr lebendig und gut artikuliert. Die Stimmung in Rilkes Gedichten setzte sie mit ihrem warmen Timbre wunderbar um. So verursachte der Lobgesang „O magnum mysterium“, den sie ohne Begleitung vortrug, geradezu Gänsehaut.
Ihr zur Seite stand der Dänische Pianist Ulrich Stærk, der mehr war als ein Liedbegleiter. Schon in den Rückert-Liedern von Gustav Mahler, die zuvor erklangen, zeigte er sein Talent, die Stimmung der Musik auch in der Klavierstimme aufzufangen. Der große Ibach-Flügel in der Johanniskirche besticht üblicherweise durch seinen kraftvollen Klang. An diesem Abend entlockte ihm Stærk zarte und intime Klänge.

Dabei hatte Stærk bei den weiteren Kompositionen einen Teil seiner Noten abgegeben: das geschickte Arrangement für die ergänzte Harfenstimme konnte Rosemarie Seitz an ihrem Instrument weitere Klangfarben zur Wirkung der Musik beitragen.
Nach der Musik von Carl Rütti erklang noch der „Morgen“ von Max Reger und die „Unvergänglichkeit“ von Erich Wolfgang Korngold.

In der gut besuchten Johanniskirche erklang der Applaus am Ende warm und herzlich.

Letzte Änderung am Sonntag, 07 August 2016 13:31

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