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Montag, 28 November 2016 12:59

Typisch und untypisch Garbarek

geschrieben von
Jan Garbarek Group Jan Garbarek Group Bildquelle: www.garbarek.com/

Jan Garbarek gastierte in der Göttinger Stadthalle

Jan Garbarek. Ein Name, der Verbindung zwischen flächigem, getragenem, mit viel Vibrato gespielten Saxophonklängen, eingebettet in eine jazzige Grundstruktur in höchster musikalischer Qualität erwarten lässt. Seit Jahrzehnten darf dies schon zu Recht von dem norwegisch-polnischen Saxophonisten erwartet werden und genau so beginnt auch der Abend in der Stadthalle mit der Jan Garbarek Group bestehend aus Pianist Rainer Brüninghaus, dem Bassist Yuri Daniel sowie Schlagzeuger und Perkussionist Trilok Gurtu.

Typische popharmonische Kadenzen werden mit skandinavischer Ruhe und Verträumtheit zu einem Leitthema verwoben und lassen unwillkürlich träumen. Typisch Garbarek.

Plötzliche Brüche im Spiel durch orientalische, jazzige oder Funk geprägte Abschnitte lassen aufhorchen und sind Fluch und Segen zugleich. Die Bandbreite des musikalischen Spektrums wird in beeindruckender Art miteinander kombiniert - verhindert sie jedoch ein Sich-Treiben-Lassen und Einlassen auf die jeweilige Musikrichtung. In dieser ausgeprägten Form untypisch für Garbarek.

Auffällig ist die hohe Anzahl und Qualität der Soli, bei denen sich der Protagonist sehr zurück nimmt und seinen Mitmusikern die Bühne überlässt. Ungleich, ob Pianist Rainer Brüninghaus eine musikalische Führung durch verschiedenste Stilrichtungen der Musik unternimmt, Yuri Daniel seinen Bass perkussiv und gitarristisch verwendet oder Trilok Gurtu diverse Klangerzeugnisse produziert, die unter anderem einem Waldspaziergang imitieren, die Qualität ist herausragend. Teilweise wurde auf humoristische Art und Weise zwischen den Musikern wie auch zwischen Musikern und Publikum interagiert.

Es gab von Vielem etwas. Insgesamt aber weniger Jan Garbarek als erwartet. Dass er während des gesamten Konzerts kein Wort an die Zuhörer verlor, war zu erwarten. Jedoch nicht, dass er auch musikalisch oft im Hintergrund agierte und seinen Mitmusikern viele, etwas zu lange Soli überließ. Die Gabe, seine Zuhörer zu faszinieren und mitzureißen, kam dennoch zum Tragen und ließ den Abend mit stehenden Ovationen und einer bebenden Stadthalle ausklingen. Typisch Garbarek!

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