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Donnerstag, 08 Dezember 2016 07:41

Schneegeglitzer zum Advent

geschrieben von
Der Kammerchor St. Jacobi unter der Leitung von Stefan Kordes Der Kammerchor St. Jacobi unter der Leitung von Stefan Kordes © Widemann

Der Kammerchor St. Jacobi konzertierte am 2. Advent mit Werken von Schütz, Poulenc und Martin

Der Winter hatte am Wochenende Einzug in Göttingen gehalten und Raureif, Sonnenschein und blauer Himmel verwandelten die Landschaft in ein Wintermärchen. Genau diese winterliche Stimmung mit unwirtlicher Kälte und weißer Landschaft hat Francis Poulenc in seiner kleinen Kammerkantete „Un soir de neige – Ein Abend von Schnee“ eingefangen. Das Glitzern und die Kälte waren förmlich in der Kirche zu spüren, als der Kammerchor St. Jacobi die vier Sätze sang. Stefan Kordes hatte dieses komplexe Stück bestens und auf den Punkt einstudiert und die Sängerinnen und Sänger konnten so die Zuhörenden mit einer musikalischen Winterimpression beglücken. Das Kammerchorkonzert hatte mit drei Adventsmotetten von Heinrich Schütz begonnen. Diese waren für das Publikum ein guter Einstieg in den Konzertabend, bildeten aber sängerisch einen echten Kontrast zum restlichen Chorprogramm. Eine Schwierigkeit, die der Kammerchor ohne Probleme löste und so das Fundament für ein rundum gelungenes musikalisches Adventsprogramm legte.

Stefan Kordes hatte sich entschieden, das Chorprogramm kammermusikalisch zu ergänzen und dafür Stücke für Violoncello und Klavier gewählt. Er konnte Frank Scheller für den Violoncellopart gewinnen und hatte drei musikalische Preziosen ausgesucht. Scheller musizierte mit warmen Ton und schöner Gestaltung, die besonders bei dem „Lied ohne Worte“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und den drei Albumblättern von Reihold Glière zur Geltung kamen. Das erste Stück des Duos waren die Variationen von Ludwig van Beethoven über das Thema „Tochter Zion“, das aus Händels Oratorium „Judas Maccabaeus“ stammt. Ein kleiner, adventlicher Einschub, der dem Chor die verdiente Pause vor der Kantate von Poulenc vergönnte.

Den Höhepunkt des Abends aber bildete die doppelchörige Messe von Frank Martin. Rhythmisch und harmonisch ist dieses Stück eines der schwersten der modernen a cappella Chorliteratur und erfordert ein hohes Maß an Chordisziplin und Intonationssicherheit. Der Kammerchor St. Jacobi, der sich dieser Herausforderung stellte, lieferte nicht nur eine technisch hervorragende Leistung sondern gestaltete diese Messvertonung mit viel liturgischen Verständnis und hoher Differenziertheit.

Das Publikum bedankte sich mit begeistertem Applaus für dieses besondere Konzert. Als musikalische Klammer zu den Schützmotetten erklang „Übers Gebirg Maria geht“ von Johann Eccard als Zugabe

Letzte Änderung am Donnerstag, 08 Dezember 2016 07:49

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