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Montag, 03 Juli 2017 10:35

Über die verrückte Freude des Jazz

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Das Giorgi Kikknadze Trio im Börnerviertel in Göttingen Das Giorgi Kikknadze Trio im Börnerviertel in Göttingen © Photo: Vespermann

Giorgi Kikknadze Trio - „Georgian Songbook“ im Dots

Das Hamburger Trio mit Piano, Schlagzeug und dem Bassisten Giorgi Kiknadze im Mittelpunkt präsentierte ein Jazzprogramm vom Feinsten. Schon zum dritten Mal kam der georgische Bassist auf die Open-Air-Bühne des […] (Dots) im Börnerviertel. Dieses Mal kehrte er jedoch in neuer Begleitung zurück. Mit dem Schlagzeuger Konrad Ulrich und Rainer Böhm am Piano zeigte das Trio ein gemischtes Programm aus georgischer Folklore in träumerischen Jazzarrangements, sowie städtischer Musik bis hin zu Jazzstandards wie „Till there was you“, welches ursprünglich durch die Beatles Bekanntheit erlangte.

Begonnen wurde das Programm mit verträumten Stücken bekannter georgischer Komponisten. Nach diesem entspannten Start ging es weiter mit flotteren Liedern aus der georgisch-kirchlichen Folklore des zwölften Jahrhunderts und virtuosen Variationen unter anderem aus eigener Feder mit einer deutlichen Blues-Note.

Das Trio präsentierte sich in authentischer Art ohne viel Show und lies die mitgebrachte Musik für sich stehen. Trotz der neuen Zusammensetzung spielten die Musiker wunderbar zusammen und wirkten wie ein sehr harmonisches Team. Bei genauem Hinsehen und Hinhören wurde schnell das große Können der einzelnen Musiker in dieser dynamischen Symbiose deutlich. Mit viel Herzblut spielte jeder einzelne sein Instrument und lebte die verrückte Freude des Jazz aus.

Die ruhige Art setzte sich maßgeblich im Programm durch. Ein gekonnter Spannungsbogen, ausgehend vom ruhigen Start, war deutlich erkennbar und lies das Konzert in einem temperamentvollen Ende ausklingen.

Vereint im „Giorgi Kiknadze Trio“ erinnerten die Musiker mit ihrem Programm „Georgian Songbook“ an georgische Traditionen und zeigten ihre Verbindung zur Weltmusik. Dieser verträumte Abend mit vollendetem Musikgenuss lässt auf Wiederholung hoffen und macht neugierig auf eine weitere Reise durch die georgische bis internationale Musik.