Willkommen!
Um alle Funktionen zu nutzen, loggen Sie sich bitte ein.
Passwort vergessen?
Registrieren Sie sich hier neu

Sonntag, 03 September 2017 09:21

Theater am Puls der Zeit

geschrieben von
Aus der öffentlichen Probe zum Sommerfest: "Die Probe", Premiere am 30. September Aus der öffentlichen Probe zum Sommerfest: "Die Probe", Premiere am 30. September © Photo: Wortmann

Auch wenn das Theater des boat people projekt kein „normales“ Theater ist, folgen die Theatermache doch dem Spielzeitenrhytmus und starten jetzt in ihre neue Spielzeit.

Neben den soziokulturrellen und theaterpädagogischen Projekten stehen auch einige Produktionen auf dem Spielplan des Theaters im ehemaligen IWF am Nonnenstieg.

Am 30. September feiert das Stück „Die Probe – Galixeo in Deutschmania“ seine Premiere. Die Inszenierung von Nina de la Chevallerie gastiert mit diesem Stück auch in Braunschweig und in Hannover. Natürlich geht es auch in dieser Schauspielproduktion um Geflüchtete. In einem Stück im Stück stellt ein Intendant Künstlerinnen und Künstler aus Syrien vor – die mit den etablierten Ensemblemitgliedern Brechts „Gelileo Galilei“ auf die Bühne bringen sollen, allen voran ein Intendant, der sich am Puls der Zeit fühlt. Es entspinnt sich ein beängstigend aktuelles Abbild der heutigen Zeit.

Seit vielen Jahren bietet das boat people projekt Projekte rund um die musikalische Auseinandersetzung mit der kulturellen Heimat von Geflüchteten an. Das „Boat People Song Projekt“ ist ein absoluter Höhepunkt dieses seit vier Jahren bestehenden erfolgreichen Schwerpunktes. Im Februar 2018 wird dieses Musiktheaterstück unter der Regie von Luise Rist und der musikalischen Leitung von Hans Kaul seine Premiere feiern. Ausschnitte daraus präsentierte das Projekt bereits bei seinem Sommerfest im August. (Siehe Photo)

In „Eiswiese – Boy meets girl” geht es um Grenzüberschreitungen. Auch hier werden die alltäglichen Probleme von Geflüchteten aufgegriffen, und zwar ganz speziell die von Jugendlichen. Das „junge boat people projekt“ geht damit in die nächste Runde: Das Stück, das Luise Rist den jugendlichen Spieler*innen auf den Leib schreibt, erzählt vom Lebensgefühl einer Generation, für die „der Syrer“ in der Klasse zwar Normalität geworden ist, die aber dennoch von starken Vorurteilen gegenüber den Neuankömmlingen geprägt ist. Die Premiere ist für den April 2018 geplant.

Im Mai 2018 planen Reimar de la Chevallerie und Christopher Weiß die Premiere von „Der Tag danach“. In diesem interaktiven „Game-Theater“ geht es um die Frage: Was bleibt von unseren Werten übrig, wenn die Angst regiert?

Alle Premieren sind für den Theatersaal im ehemaligen Institut für den wissenschaftlichen Film (IWF) geplant, wo das Freie Theater seit 2015 beheimatet ist. Allerdings wird das Gebäude im kommenden Jahr geschlossen, eine neue Spielstätte gibt es derzeit noch nicht. Theatermacher Reimar de la Chevallerie bleibt aber optimistisch: „Wir nehmen die Herausforderung an und werden in Göttingen bleiben.“

Das kann man sich in der Tat nur wünschen. Denn das boat people projekt ist nicht nur ein vielfach ausgezeichnetes Freies Theater, das das Göttinger Kulturleben ungemein bereichert, sondern leistet mit seinem Angebot einen unverzichtbaren Dienst für die Arbeit mit Geflüchteten. Damit ist das boat people projekt so sehr am Puls der Zeit, wie es sich der Intendant im Stück "Die Probe - Galixeo in Deutschmania" gar nicht besser vorstellen kann.

 

 

Ähnliche Artikel

  • Ein exklusiver Einblick den Alltag am Rande des Nervenzusammenbruchs Ein exklusiver Einblick den Alltag am Rande des Nervenzusammenbruchs

    Mag sein, dass in „Hausen“ nicht alles zum Besten steht. Aber das ist für die Dorfbewohner noch lange kein Grund, pausenlos zu mäkeln. Natürlich hapert es mit der Busverbindung, und der Dorfwirt ist schon fast so lange arbeitslos wie die Verkäuferin, die ihre Kundschaft immer mit dem neuesten Dorfklatsch versorgt hat. Trotzdem lässt die Dorfgemeinschaft nicht von Ideen und Visionen abbringen. Egal was da an öffentlichen Meinungen über das Dorfsterben und die demografische Entwicklung kursiert. Auch was sich die so genannten „Stadtlatscher“ so alles unter dörflichen Leben vorstellen, wird schon mal als Klischee enttarnt und bekommt eine ironische Breitseite.

  • Die neue Lehrer*innenfortbildung für Darstellendes Spiel Die neue Lehrer*innenfortbildung für Darstellendes Spiel

    Das boat people projekt und Kulturpädagogin Nicola Bongard bieten ein neues Programm an

  • 180.000 Euro für die Soziokultur 180.000 Euro für die Soziokultur

    Niedersachsen fördert Projekte und Vereine - auch das boat people projekt

  • Lotario kommt näher Lotario kommt näher
    Probenbeginn der Händel-Oper sowie des Jugendopernprojektes Beyond Doubt: Lotario

    Wenn es in Göttingen um Liebe und Tod, um Macht und Monarchen geht – dann ist damit häufig eine der Opern von Georg Friedrich Händel gemeint. Ist doch die Opernproduktion eines der Herzstücke der Internationalen Händel-Festspielen Göttingen.

    Vor wenigen Tagen sind auch die Künstlerinnen und Künstler der aktuellen Inszenierung Lotario in Göttingen eingetroffen. Und damit steigt das Festspielfieber: Mit der Anreise der Künstler der Opernproduktion Lotario und dem Beginn der szenischen Proben beginnt die „heiße Phase“, so Festspielintendant Tobias Wolff. „Wenn alle Mitwirkenden zum ersten Mal aufeinandertreffen, viele Künstler das erste Mal, andere wieder nach Göttingen kommen, dann ist das nicht nur für die Künstler, sondern auch für das Team des Festspielbüros immer eine besondere Zeit. Dann wird das, was alle über ein Jahr geplant und vorbereitet haben, mehr und mehr Wirklichkeit.“

    Etwas länger proben schon die Mitwirkenden an der Jugendoper Beyond Doubt: Lotario. Auch hier geht es um den Kampf von Gut gegen Böse – eine Oper als Superhelden-Mythos! Das Besondere dieser Produktion ist die Herkunft der Mitwirkenden: es sind Schülerinnen und Schüler der IGS Bovenden und des Hainberggymnasiums sowie Flüchtlinge aus vielen unterschiedlichen Ländern. Für die Theaterarbeit mit Flüchtlingen steht in Göttingen vor allem das boat people projekt. Die freie Theatergruppe arbeitet seit vielen Jahren mit Flüchtlingen zusammen und bietet für diese Menschen Workshops, Kurse und Theaterproduktionen an. Die Händel-Festspiele haben Nina de la Chevallerie (Regie) und Hans Kaul (Musik) vom boat people projekt als Kooperationspartner gewinnen können. Und so entsteht zurzeit eine ganz spannende Version der Händel-Oper. Ein großes Ensemble aus rund 40 jungen Darstellerinnen und Darstellern hat sich in intensiver Probenzeit Händels Oper Lotario und dem Kampf von Adelaide und Berengario gewidmet. Phantasievoll und mit Spaß an Intrigen, Leidenschaften und Gewissenskonflikten entstand eine eigene Interpretation des Stoffes durch die Jugendlichen. Manche Konflikte werden dabei ernsthaft, andere mit einem Augenzwinkern behandelt. „Es ist spannend, sich an einem solchen Stoff abzuarbeiten“, sagte de la Chevallerie. Mit welchem Engagement die jungen Menschen bei der Sache sind, ist bei den Proben zu spüren. Zu hören ist sowohl Musik des Barockkomponisten als auch Klänge aus der Heimat der Darsteller. Welchen Aufgaben sich das Produktionsteam stellen muss, kann man nur erahnen. „Hier findet Weltpolitik im Mikrokosmos statt“, beschreibt die Regisseurin die Zusammensetzung der Gruppe. Hans Kaul ergänzt: „80% der Jugendlichen sind von der Abschiebung bedroht. Bei den Proben können sie endlich einmal diese ganzen Probleme für kurze Zeit ausblenden.“

    Dieses Opernprojekt wird durch die Unterstützung der Klosterkammer Hannover, der AKB Stiftung sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung innerhalb des Projektes „Kultur macht stark“ ermöglicht.

    Beyond Doubt: Lotario ist Bestandteil des Programms „Händel 4 Kids!“ der Internationalen Händel-Festspiele. Zu diesem Programm gibt es auch in diesem Jahr einen Familientag mit buntem Programm in Göttingens Innenstadt am Sonntag, den 20. Mai 2017. Und natürlich gibt es auch wieder die Familienfassung der Oper am 27. Mai mit Juri Tetzlaff.

    Das Jugendopernprojekt selbst hat am Samstag, den 6. Mai 2017 um 18 Uhr Premiere, weitere Vorstellungen sind am 7., 11., 12., 27. und 29. Mai im Jungen Theater. Die „Große Oper“ im Deutschen Theater hat Freitag, den 19. Mai Premiere, weitere Vorstellungen gibt es am 21., 22., 24., 26. und 28. Mai.

    Eintrittskarten gibt es im GT Ticket-Service (Weender Straße 44), bei der Tourist-Information (Markt 9), dem Deutschen Theater und online auch hier im Kulturbüro.

     

  • boat people projekt ist nominiert für den George Tabori Preis 2017 boat people projekt ist nominiert für den George Tabori Preis 2017

    Erneut gibt es für das boat people projekt etwas zu feiern: Der Fonds Darstellende Künste hat das Freie Theater für den diesjährigen "george tabori preis" in der Kategorie Förderpreis nominiert. Der Preis ehrt seit 2010 bundesweit Ensembles und Künstler*innen aus der freien Theaterszene. Schon die Nominierung ist eine besondere Auszeichnung für das boat people projekt und eine wertvolle Anerkennung unserer Arbeit. Am 24. Mai um 19 Uhr findet die Preisverleihung in Berlin im HAU 1 statt.

    Hier ist die offizielle Pressemitteilung des Fonds Daku:

    GEORGE TABORI PREIS 2017 - Bekanntgabe der Nominierten

    Mit dem „george tabori preis“ vergibt der Fonds Darstellende Künste seit dem Jahr 2010 die höchste bundesweite Auszeichnung für Ensembles und Künstler*innen aus der freien Theaterszene.
    Die kommende Preisverleihung findet am Mittwoch, 24. Mai 2017, um 19 Uhr im HAU 1 – Hebbel am Ufer in Berlin statt.

    In ihrer Sitzung hat die Fachjury des Fonds Darstellende Künste die Nominierungen für den „george tabori preis 2017“ wie folgt beschlossen.

    Für den Hauptpreis sind folgende Gruppen nominiert:

    die Kompanie »Flinn Works« aus Berlin|Kassel
    die aus Medien- und Performancekünstlern bestehende Gruppe »LIGNA« aus Hamburg|Berlin|Frankfurt
    das vierköpfige Team von »Monster Truck« aus Berlin|Düsseldorf

    Für den Förderpreis wurden des Weiteren nominiert:

    das Freie Theater »boat people projekt« mit Sitz in Göttingen
    die Berliner Choreografin und Performerin »Kat Válastur«
    das Hildesheimer Theaterkollektiv »Markus&Markus«

    Aus allen Nominierten wird jeweils ein Gewinner je Kategorie von der Fachjury ausgewählt und bei der feierlichen Verleihung bekannt gegeben.

    Der Hauptpreis, dotiert mit 20.000 Euro, wird für herausragende, beispielgebende und kontinuierliche „Ensembleleistungen“ mit bundesweiter und internationaler Ausstrahlung vergeben. Der Förderpreis, dotiert mit 10.000 Euro, wird für die Entwicklung neuer künstlerischer und experimenteller Formate eines „Ensembles“ oder einer Künstlergruppe mit überregionaler und bundesweiter Ausstrahlung verliehen.

    Die Jury setzt sich 2017 wie folgt zusammen:
    Sabine Gehm (Tanz Bremen, Künstlerische Leitung / Vorsitzende Kuratorium Fonds)
    Wolfgang Kaup-Wellfonder (Puppenspieler und Vertreter des Verbandes Deutscher Puppentheater / stellvertretendes Vorstandsmitglied Fonds)
    Matthias Pees (Künstlerhaus Mousonturm / Intendant und Geschäftsführer)
    Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Professor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim und Vorsitzender der ASSITEJ e.V. / Vorstandsvorsitzender Fonds)
    Matthias Schulze-Kraft (LICHTHOF Theater, Künstlerischer Leiter / Vorsitzender Kuratorium Fonds)

    Als Fest-Rednerin für die Preisverleihung freuen wir uns auf Claudia Roth (Vizepräsidentin Deutscher Bundestag).

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Wenn Sie bereits einen Zugang haben, können Sie sich hier einloggen und weiterlesen.

Diese Seite verwendet Cookies, mit denen Informationen lokal auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Mit der Benutzung der Seite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.