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Donnerstag, 14 Dezember 2017 18:20

Die Schlinge des „wrmpf“ und andere Erinnerungen

geschrieben von
Florian Donath und Ronny Thalmeyer im DT-Keller Florian Donath und Ronny Thalmeyer im DT-Keller

Ein Robert-Gernhardt-Abend zum 80. Geburtstag im DT-Keller

Robert Gernhardt, der Elch-Preisträger. Robert Gernhardt, der Satiriker und große Literat. Dafür ist er bekannt und beliebt. Am 13. September hätte er seinen 80. Geburtstag feiern können, wenn er nicht schon 2006 nach schwerer Krankheit gestorben wäre.

Florian Donath und Ronny Thalmeyer gestalteten an seinem 80. Geburtstag einen Abend für Robert Gernhardt. Dem Anlass entsprechend waren einige Dosen Elchrahmsuppe aufgestapelt. Die Schauspieler ließen Gernhardts wunderbaren Texte zu Gehör kommen: Von der berühmten Gliederung („Atens, Betens, Cetens…“) über die köstlichen Variationen über „Ottos Mops“ („Gudruns Luchs knurrt“, „Gittis Hirsch hinkt“) und den Animalerotika, aus denen auch der Kragenbär entstanden ist, dessen Skulptur zu einer Leserbriefschlacht in der Göttinger Tageszeitung geführt hat – und der an diesem Abend auf einem Sockel in dem Entwurf von Siegfried Böttcher stand. Bis hin zur Lesung des „Dichterstreit“ um die korrekte Aussprache und der Schlinge des wrmpf (aus „Es gibt kein richtiges Leben im valschen“).

An dieser Stelle müssen die Schauspieler sich das Lachen ziemlich verkneifen, die Stimmung im prall gefüllten DT-Keller ist auf dem Höhepunkt.

Aber die Stimmung kippt, als es plötzlich um Krankheit und Tod geht. Da bekommt Gernhardts Lyrik einen anderen Ausdruck. Es beginn noch harmlos mit „Als er sich mit vierzig im Spiegel sah“ – der anfängliche humorige Ton macht allmählich einer ernsten Stimmung Platz. Und da haben Donath und Thalmeyer Texte Gernhardts ausgewählt, in denen er mit seiner Lyrik seine eigene Krankheit verarbeitet, zunächst die schwere Herzoperation 1996, dann die Darmkrebserkrankung, von der er 2002 erfahren hat. Da ist die Rede vom „Post-OP-Robert“, oder vom „Mensch Monster“, wie er sich sah. Die Texte stammen zunächst aus der Sammlung „Herz in Not: Tagebuch eines Eingriffs in einhundert Eintragungen“, aber auch aus den „K-Gedichten“ und den „Lichten Gedichten“. Die Diagnosen sind in den späteren Texten erschütternder – die Gedichte ebenfalls. „Krebs. Beim Anblick der Leute frage ich mich ‚Wie viele tragen den Krebs in sich?‘“ und die „Schuldchoräle“ aus dem „Lieder und Haderbüchlein des Robert G.“ – es macht sich Beklemmung breit.

Es überwiegt aber die Bewunderung und Anerkennung über das dichterische Universalgenie Robert Gernhardt. Im Publikum sitzen zahlreiche Menschen, die ihre eigenen persönlichen Erlebnisse mit ihm hatten. Diese waren gottlob überwiegend fröhlicher Natur – und deshalb endete der Abend auch fröhlich. Obwohl das Gedicht „Ach, noch in der letzten Stunde“ fast den Atem raubt. Aber hören Sie Robert Gernhardt selbst mit diesem 1997 entstandenen Gedicht auf www.lyrikline.org https://www.lyrikline.org/de/gedichte/ach-2431#.WjJhEt_iaUk

Letzte Änderung am Donnerstag, 14 Dezember 2017 18:22

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