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Dienstag, 19 Dezember 2017 23:16

Mit Pauken und Trompeten

geschrieben von
Die Kantorei St. Jacobi, Solisten und Orchester mit Stefan Kordes Die Kantorei St. Jacobi, Solisten und Orchester mit Stefan Kordes © Photo: Vespermann

Bachs „Weihnachtsoratorium“: Kantaten IV bis VI sowie die Kantate „Gelobet seist du, Jesu Christ“ in der Jacobikirche

Eine festliche Stimmung zu Weihnachten - dafür steht Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium mit seinen sechs Kantaten seit seiner Uraufführung 1734 mit dem Leipziger Thomanerchor. Am vergangenen Sonntag, den dritten Advent, erklang nun in der Göttinger Jacobikirche die Kantaten vier bis sechs mit der Kantorei St. Jacobi, den Solisten Anna Nesyba (Sopran), Rebekka Stolz (Alt), Jörn Lindemann (Tenor), Marian Müller (Bass) und dem Kammerorchester Ensemble Antico unter Leitung von Stefan Kordes. Die Mitwirkenden boten damit der Göttinger Zuhörerschaft in der ausverkauften Kirche eine schöne Einstimmung auf das nahende Weihnachtsfest.

Statt dem berühmten „Jauchzet, frohlocket“ aus der ersten Kantate erklang zunächst die Kantate „Gelobet seist du, Jesu Christ“ (BWV 91), die Bach für den ersten Weihnachtsfeiertag komponiert hatte. Im Eingangschor der Kantate erklang der Chor trotz großer Besetzung noch etwas verhalten. Anschließend setzte das gut ausgewählte Gesangsquartett erste Akzente: die Sopranistin Anna Nesyba mit ihrer wundervollen, weichen Stimme, die die Ohren der Zuhörer schmeichelte. Dazu Rebekka Stolz mit schöner Stimme. Insbesondere im Duett harmonierten beide Sängerinnen vorzüglich. In der Tenorarie überzeugte Jörn Lindemann – wie auch in den nachfolgenden Kantaten des Weihnachtsoratoriums. Seine unangestrengte Leichtigkeit und sein überaus lebendiger erzählerischer Stil als Evangelist (auswendig vorgetragen!) überzeugten bereits in der Eingangskantate, umso mehr aber in den drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums. Das Solistenquartett ergänzte Marian Müller, ein Bassist mit Göttinger Wurzeln.

Das Weihnachtsoratorium startete also mit der vierten Kantate, die eigentlich zum Fest der Beschneidung Christi am 1. Januar gehört. Schon beim Eingangschor „Fallt mit Danken“ steigerten sich Sänger und Orchester deutlich. Die vermutlich nun wirklich warm gesungenen Chorsänger und Solisten waren auch in den tieferen Lagen besser zu vernehmen, im Orchester waren die wechselnden Instrumentenbesetzungen nach dem pompösen Einstieg der Kantate BWV 91 mit Hörnern und Oboen besser wahrzunehmen. Die auf historischen Instrumenten spielenden Musiker des Ensemble Antico aus Bremen waren kammermusikalisch besetzt: die Streicher setzten sich aus fünf Geigen, zwei Bratschen, einem Cello und einem Bass zusammen. Das ergab einen sehr leichten, durchsichtigen Klang.

Stefan Kordes wählte für die Aufführung kurzweilige und frische Tempi, wodurch der Gesamtklang sowohl bei der der sechsten Kantate mit Pauken und Barocktrompeten als auch bei den innigen Chorälen durchsichtig blieb.

Im Gesamteinrückblick auf das Konzert bleibt ein wohliges Weihnachtsgefühl und eine schöne Erinnerung an eine abwechslungsreiche und wohlklingende Einstimmung auf die kommenden Festtage. Das Publikum sah das offenbar genauso – und spendete langanhaltenden Applaus.

Letzte Änderung am Dienstag, 19 Dezember 2017 23:25

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