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Montag, 15 Januar 2018 00:00

Wo ist Shirley Valentine geblieben?

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Birthe Schulz-Kullig als Sherley Valentine Birthe Schulz-Kullig als Sherley Valentine © Photo: Britta Korkowsky

„Shirley Valentine oder Die Heilige Johanna der Einbauküche“ von Willy Russell hatte Premiere mit Birthe Schulz-Kullig im ThOP

Wo ist Shirley Valentine geblieben? Das fragt sich die 42jährige Ehefrau und Mutter Shirley Bradshaw in ihren trostlosen Monologen mit der Küchenwand. Desolat mit grauen Leggins und grauem Blick, Schlabber-T-Shirt und ausgelatschten Pantoletten, so begegnet uns die Frau, die einst als aufsässige Schülerin Shirley Valentine ein verwegenes Leben vor sich sah. Sven Körner fokussiert in seiner Inszenierung der Komödie von Willy Russell den Blick stets auf die Protagonistin, unterstützt durch die sparsamen Requisiten: Tisch und Stühle, einige Lebensmittel und nicht zu vergessen: Gläser und Wein, denn „Also, ein Gläschen Wein beim Kochen ist doch was Schönes“.

Aus dieser Tristesse gibt es plötzlich einen Ausweg, weil ihre Freundin Shirley einlädt, sie in den Urlaub nach Griechenland zu begleiten und alle Kosten übernimmt. Welche Anstrengung die Entscheidung für diesen Flug ins Ungewisse für Shirley bedeutet, erfährt man schnell bei den Überlegungen, die sie im Folgenden anstellt. Birthe Schulz-Kullig brilliert in diesem Einpersonenstück und fasziniert durch ihre Wandlungsfähigkeit und Bühnenpräsenz. Sie verwandelt sich in ihren Erzählungen der einzelnen Episoden in die verschiedenen, handelnden Personen und bringt die pointierten Schilderungen direkt ins Herz und Hirn des Publikums. Shirley hat viel zu sagen und das in ihrer eigenen, absolut originellen Art: sie sinniert über Erziehung, Sex, die Kommunikation zwischen Männern und Frauen, die Vorteile von seidener Unterwäsche und natürlich über den Weg ihrer Entscheidung.

Ihr Mann, in den sie sich einst verliebt hatte, der aber nun nur noch „er“ ist, ist zum Pedanten geworden, dem das eigenes Wohlbefinden bzw. eine pünktliche Mahlzeit nach genauem Menüplan über alles geht. Ein Urlaub im Ausland ist für ihn undenkbar. Und so kippt Shirleys Unentschlossenheit nach einem katastrophal verlaufenen Abendessen. Sie packt heimlich den Koffer und kocht Essen vor, denn aus der Hausfrauennummer kann sie sich doch nicht lösen. Aber schon diese Entscheidung steht ihr gut. Schulz-Kullig nimmt das Publikum mit auf diese innere und äußere Reise. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sie die Wandlung Shirleys von Hausmütterchen zur Frau, die dem Jugendtraum vom verwegenen Leben nachspürt und ihm nahekommt, vollzieht. Strand, ein Tischchen mit Blick aufs Meer und ein Glas Wein: zu diesem Traum zieht es sie hin. Dass die wahre Erfüllung von Träumen nicht immer in der wortwörtlichen Umsetzung liegt, ist eine ihrer Erkenntnisse, zu denen sie die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf die Reise nimmt. Das Publikum war begeistert und bedankte sich mit langem Applaus für diesen grandiosen Theaterabend.

Weitere Termine: 15.01. / 17.01. / 19.01. / 20.01. / 22.01. / 24.01. / 26.01. / 27.01. jeweils um 20.15 Uhr

 

Letzte Änderung am Montag, 15 Januar 2018 00:05

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