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Freitag, 06 April 2018 09:13

Musikalische Reise mit Rahalla

geschrieben von
Ralhalla im Göttinger Apex Ralhalla im Göttinger Apex © Photo: Goos

Rahalla – oriental worldmusic: Mit diesem Titel versprach die Band „Rahalla“ (übersetzt „Reisender“) keineswegs zu viel, denn tatsächlich wurden den Anwesenden am Mittwochabend im gut besuchten Apex die Eindrücke eines Reisenden in musikalischer Form präsentiert.

In einer sehr individuellen Art spielten die fünf Musiker ihr aktuelles Repertoire und jonglierten dabei mit den unterschiedlichsten Klangfarben. Beeindruckend war insbesondere die Verschmelzung von Jazzelementen, die an den passenden Stellen mit Schlagzeug, Bass und Klavier immer wieder auch in den experimentellen Bereich hineinführten, und klassisch-melodischen Passagen mit hervorragend gespielten Geigensoli des in Rumänien geborenen Justin Ciuche. Die orientalischen Töne, die den Stil der Band so besonders machen, erzeugte jedoch vor allem ein ganz traditionelles Instrument: das von dem aus Ismailia in Ägypten stammenden Hossam Shaker virtuos und mit leidenschaftlichem Ausdruck gespielte „Quanoun“ (orientalische Zither). Ein nicht nur akustisch, sondern auch rein optisch faszinierendes Instrument.

Ebenso vielfältig zeigten sich der Pianist Christoph Busse, der kraftvolle, aber auch fließende Klänge erzeugte, sowie der Drummer Sven von Samson, der mit seinem Schlagwerk einen mitreißenden Rhythmus und eine Vielzahl weiterer raffinierter Klänge beisteuerte. Der Einsatz der Drums war abwechslungsreich, mal stark akzentuiert, dann wieder fließend. Nur an manchen Stellen überlagerte das Schlagwerk für einen kurzen Moment die anderen Instrumente, was jedoch eher aus den Gegebenheiten des kleinen Raumes resultierte. Tiefe Bassklänge erzeugte Sebastian Hoffmann, der als Musiker in ganz unterschiedlichen Musikrichtungen beheimatet ist.

An diesem Abend überzeugte die Band mit einer abwechslungsreichen Auswahl an Stücken, die verschiedene Stimmungen und musikalische Themen aus unterschiedlichen kulturellen Räumen in einem Konzert vereinten. Jedes Lied wirkte in seiner Dynamik individuell. Beginnend mit leichter Melancholie im Lied „Sky“, abgelöst von „El Far Far Min“ – Katz und Maus – in dem plötzlich durch das Spiel der Geige Tangoelemente im Raum erklangen und das wie der Titel schon erahnen lässt, in einer musikalischen Jagd gipfelte. Das Lied „El Hayah Keda“ war hingegen von unterschiedlichen volksliedartigen Elementen durchzogen, geprägt durch das Zusammenspiel von Geige und Quanoun.

Die Band begeisterte mit technischer Präzision und Feingefühl, was sich in der Leichtigkeit ihrer Musik manifestierte. Experimentelle Jazznoten kamen insbesondere in längeren Abschnitten des Liedes „Nour Gedid“ – neues Licht - zum Ausdruck, die immer wieder von einem melodisch, heiteren Motiv von Geige und Quanoum durchzogen wurde. Besondere Raffinesse zeigte sich in „Alexandria“, untermalt mit Meeresrauschen, erzeugt vom Streichen auf einer Trommel und mit der Geige absolut überzeugend nachgespielten Vogelstimmen. Das harmonische und teilweise auch humorvolle Zusammenwirken der Musiker übertrug sich auch auf das Publikum und sorgte für gute Stimmung.

Ihre 2016 erschienene CD „Traveller“ stellte die Gruppe bereits auf dem 39. Jazzfestival vor. Ein weiteres Album wäre absolut wünschenswert!

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Weitere Informationen

  • Kategorie: Apex
  • Übertitel: Konzertbesprechung
Letzte Änderung am Montag, 09 April 2018 16:59

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