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Anzeige der Artikel nach Schlagwörtern: Arne zur Nieden

Sonntag, 10 Dezember 2017 09:53

Süchtig machenden Klänge

Adventliches Kammerchorkonzert mit dem Kammerchor St. Jacobi

Joseph Eybler Weihnachtsoratorium in der Göttinger St. Jacobikirche

Wenn das Weihnachtsoratorium auf dem Programm steht, sind die Kirchen immer gut gefüllt. Das war in der Jacobikirche am Dritten Advent ebenfalls der Fall – obwohl der Komponist nicht Johann Sebastian Bach sondern Joseph Eybler hieß. Die Neugierde auf das Werk des Mozart-Zeitgenossen hatte zahlreiche Konzertbesucher in die Kirche gelockt. Und sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen.

Kantor Stefan Kordes hatte für seinen Kammerchor St. Jacobi noch zwei Werke zusätzlich auf den Programmzettel gepackt: die Choralkantate „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie die Weihnachtsouvertüre mit demselben Titel von Otto Nicolai. Es gibt nur selten Gelegenheiten, diese für Chor und großes Orchester komponierten Stücke aufzuführen.

Die Jenaer Philharmonie war in großer Stärke besetzt, da konnte sich der Klang besonders prachtvoll entfalten. Die gut 40 Sängerinnen und Sänger des Kammerchores hatten keine Mühe, sich klanglich durchzusetzen. Nur die Textverständlichkeit blieb manchmal auf der Strecke. Der Choral ist aber ja durchaus bekannt, dazu gab es noch das umfangreiche Programmheft.

Sowohl das Werk des noch jungen Mendelssohn als auch die Weihnachtsouvertüre versetzten das Publikum in adventlich-weihnachtliche Stimmung, um nach der Pause die Göttinger Erstaufführung des 1794 entstandenen Weihnachtsoratoriums „Die Hirten bei der Krippe zu Bethlehem“ zu hören.

Der Textdichter dieses fast opernhaften Oratoriums ist leider nicht überliefert. Hier spielen eine große Naturverbundenheit („Herauf, o Sonne, säume nicht, beflügle deinen Lauf“) und innige Gefühle („Sie nahen, wie tränet ihr Blick!“) die Hauptrollen. Zu hören ist auch dieser schöne Satz: „So tönt’s aus den Kehlen, so rauscht’s aus den Harfen der himmlischen Sänger.“ Wie passend!

Musikalisch ist die Nähe zu Mozart unverkennbar. Das trifft insbesondere auf die Arie „Er ist’s, Gott selbst in Fleisches Hülle“ zu. Die Sopranistin Anna Nesyba war hier die „Königin der Engel“ und setzte wahrlich Höhepunkte – im übertragenen wie im wörtlichen Sinn. Auf der Opernbühne hätte sie definitiv Szenenapplaus bekommen.

Ihr zur Seite standen Barbara Bräckelmann mit ihrer schön timbrierten Altstimme, Manuel König mit seinem schlanken, mitunter etwas zurückhaltenden Tenor und Konstantin Heintel mit seiner warmen, kraftvollen Bassstimme.

Die Jenaer Philharmonie war mehr als nur ein musikalischer Partner. Sie folgten dem differenzierten Dirigat von Stefan Kordes zu jeder Zeit, nahmen sich zurück, wenn es nötig war, und konnten mehr als einmal eigene Akzente setzen. Das gilt vor allem für die erste Flöte, die am Ende zurecht ihren Sonderapplaus bekam. Das Orchester wurde ergänzt durch Arne zur Nieden an der Großen Orgel (Otto Nicolai) und an der Continuo-Orgel (Joseph Eybler).

Der Kammerchor St. Jacobi hatte im Oratorium nur vereinzelt Chorsätze zugewiesen bekommen. Diese gestaltete der Chor akkurat und ausgewogen in den einzelnen Stimmen. Auch war die Textverständlichkeit deutlich besser. Das lag aber auch am Orchester, das in diesen Fällen deutlich zurückhaltender erklang.

Das Weihnachtsoratorium von Joseph Leopold Eybler (1765-1846) wurde zur Zeit seiner Entstehung hoch gelobt. Das Werk war dann aber lange Zeit eher vergessen. Erst jüngst fand es - wie in dieser Aufführung zu hören war - zu Recht wieder Einzug in die Programme der Kirchenmusik. Ein großer Dank gilt Stefan Kordes, der dieses Juwel der Wiener Klassik für Göttingen entdeckte und zur Aufführung brachte.

Sonntag, 10 Mai 2015 20:55

Herausragende Aufführung

Dresdner Requiem mit der Jacobikantorei

Atmosphärisch dicht – so lässt sich am besten die Aufführung von Rudolf Mauersbergers Dresdner Requiem am Samstagabend in der St. Jacobikirche beschreiben. Enthusiastischere Beschreibungen, die für die ausgezeichnete Aufführungsqualität bei einem anderen Stück sicher leicht aus der Feder geflossen wären, verbieten sich bei diesem Aufführungsanlass und diesem Stück. Überhaupt - der Anlass:  Der 70. Jahrestag des Kriegsendes. Dieses wurde von Mauersberger, damals Kreuzkantor  in Dresden, ebenso wie die vorangegangene Zerstörung der Stadt direkt miterlebt. Seine Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“, die bereits am 4. August 1945 in den Ruinen der Kreuzkirche uraufgeführt wurde, wurde auch im Göttinger Konzert dem Requiem vorangestellt – wie es der Dresdner Aufführungstradition entspricht. Stefan Kordes hatte die Kantorei St. Jacobi als Hauptchor und den Kammerchor, der den Part des Fernchores und den Altarchor übernommen hatte, bestens vorbereitet. Die räumlich weite Entfernung der drei Gruppen und der Instrumentalisten, neben Mathias Herbst, Orgel, und Miriam Puls, Célesta,  auch Mitglieder – insbesondere Blechbläser - des Göttinger Symphonie Orchesters, führte an keiner Stelle der Aufführung zu rhythmischen Unstimmigkeiten. Hier ist auch Arne zur Nieden zu nennen, der die Leitung des Fernchores auf der Orgelempore übernommen hatte und für Präzision und harmonisches Einfügen ins Gesamtgeschehen stand.

Für die Zuhörenden entwickelte sich auf diese Weise ein Klangerlebnis, das eindrücklich die Texte kommentierte und in Zusammenhang brachte, so wie es vom Komponisten durch die Textauswahl aus Bibeltexten und Gesangbuchliedern und durch die Rollenzuordnung vorgesehen war: Der  Hauptchor stand insbesondere für den Bezug zur Jetztzeit und zur Zerstörung Dresdens, vielfach formuliert durch eine Auswahl von alttestamentlichen Texten aus dem Buch Hiob und den Klageliedern. Dazu versinnbildlichte der Fernchor die Abgeschiedenen und spiegelte die Aussagen des Hauptchores. Der kleine Altarchor, dem auch solistische Aufgaben übertragen waren, übernahm vorwiegend die Evangelientexte. Wie Mauersberger es vorgesehen hatte, stand dieser Chor in Kurrendetracht zentral um einen kleinen Tischaltar mit Kreuz und Kerze. Hierdurch wurde das Requiem auch liturgisch verortet und entwickelte eine tiefe Aussagekraft, die von allen Mitwirkenden getragen wurde. Zwei Choralstrophen waren für den Gemeindegesang vorgesehen und mit Noten im Programmheft notiert, so dass in diesem Mittun alle Anwesenden – Chöre, Instrumentalisten und Zuhörer zu einer musikalischen Gemeinschaft zusammengeführt wurden.

Stefan Kordes ist zu danken, dass er den Anlass wahrgenommen und mit dieser Göttinger Erstaufführung ein Zeichen gesetzt hat. Zudem hat er durch die überaus geschickte Inszenierung  dafür gesorgt, dass dieses Requiem in einem liturgischen Rahmen stattfand und es konsequenterweise auch keinen Applaus gab – aber umso mehr eindrückliche Erinnerungen aller Anwesenden an eine herausragende Aufführung. Selten erlebt man Aufführungen, in denen Stück, Aufführungspraxis und Anlass so perfekt korrespondieren.

Montag, 05 August 2013 16:01

30 Minuten Orgelmusik am Freitagabend

mit Arne zur Nieden

orgel-jacobiIn der Reihe "Orgelmusiken an St. Jacobi" spielt am Freitag, den 9. August, der Organist Arne zur Nieden. Er spielt Werke von Johann Ludwig Krebs. Beginn ist um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

Die Reihe "Orgelmusiken an St. Jacobi läuft von März bis Dezember jeweils freitags um 18 Uhr. Organisten aus Göttingen sowie Gastmusiker aus Deutschland und Europa spielen eine halbe Stunde Orgelmusik bei freiem Eintritt. Seit 1966 hat es in der Reihe bereits rund 1.650 Konzerte gegeben.

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