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Anzeige der Artikel nach Schlagwörtern: Jochen Faulhammer

Mittwoch, 22 Juni 2016 21:50

Musikalischer Start in den Sommer

Das diesjährige Sommerkonzert der Kantorei St. Albani stand ganz im Zeichen der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ von Johann Sebastian Bach. Diese Kantate besteht aus zwei Teilen, die jeweils mit derselben beliebten und bekannten Choralvertonung auf die Texte „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ und - im zweiten Teil - „Jesus bleibet meine Freude“ enden. Zwischen den beiden Teilen der Kantate gab es zu Bachs Zeiten im Gottesdienst die etwa einstündige Predigt. Im Konzert wurde an dieser Stelle die Messe in G-Dur von Franz Schubert eingeschoben.

Die Kantorei und das Collegium coll’arco musizierten solide und zuverlässig. Allerdings hätte man sich insbesondere im Choral eine etwas sensiblere und elastischere Bassbegleitung gewünscht. Glanzpunkte setzten die Gesangssolisten: Johanna Neß als stets strahlender Sopran mit ihrer faszinierenden und disziplinierten Stimmführung, Marie Sande-Papenmeyer mit einem schlanken Alt sowie Jochen Faulhammer als flexibler Bass gestalteten ihre Partien sehr ansprechend. Zu nennen ist auch der Tenor Sven Olaf Gerdes, der in der Psalmvertonung von Heinrich Schütz „Lobe den Herrn meine Seele“ durch seinen schön gestalteten Part besonders Eindruck machte. Alle vier Solistinnen und Solisten harmonierten stimmlich hervorragend miteinander.

Die Streicher des Orchesters konnten nicht immer mit dem Niveau der Solisten mithalten. Auffällig war dies vor allem zu Beginn des Konzerts bei der Sinfonia in G-Dur für Streichorchester von Michael Haydn, die nicht immer frei von Intonationstrübungen war.
Arwed Henking hatte die Sängerinnen und Sänger der Kantorei gründlich vorbereitet, so dass diese sicher und frei musizieren konnten. Die Werke aus verschiedenen Epochen erklangen frisch und abgerundet im Stil. Das Publikum bedankte sich mit herzlichem Beifall für diesen musikalischen Start in den Sommer.

Montag, 31 März 2014 16:22

Anhaltende Stille als Applaus

Für sein Passionskonzert holte Arwed Henking Werke von gleich drei Komponisten in die Albanikirche. Die „Markus-Passion“ des unbekannten Komponisten Keiser hatte Johann Sebastian Bach mehrfach zur Aufführung gebracht. Zur letzten Aufführung hat er das Werk um Arien von Georg Friedrich Händel sowie um eigene Choräle ergänzt. Diese „Drei Komponisten Fassung“ („Pasticcio“) hatte Henking nun für sein Göttinger Konzert ausgewählt.

Das war musikalisch eine sehr gute Wahl und machte die Aufführung spannend und vielseitig. Das lag aber nicht nur an den Noten sondern auch an den Wiedergebenden: das von Henning Vater zusammengestellte Kammerorchester war klein, aber sehr fein besetzt. In den Arien konnten die Oboe (Martin Jelev), beide Geigen (Henning Vater und Franziska Hahn) glänzen, das Continuo war mit Steffen Voss (Fagott), Anne Sabin (Violoncello), Martin Fliege (Kontrabass) und Monika Henking (Orgel) mehr als zuverlässig besetzt.

Und auch bei der Wahl der Solisten bewies Henking ein glückliches Händchen: Sven Olaf Gerdes ist ein gerne gesehener Tenor-Solist in St. Albani. Die Rolle des Evangelisten gestaltete Gerdes vielfältig und wirkungsvoll. Johanna Neß konnte mit ihrem klaren, schlanken Sopran begeistern, Christoph Grasse zeigte als Altus viel Kraft und Virtuosität. Jochen Faulhammer zeigte als Bassist vor allem in der Tiefe eine wunderbar warme Stimme – die ganze Passion konnte man sich auf seine Arie im Schlussteil freuen. Lediglich bei den Passagen und Arien mit Tobias Wolff (Tenor) hätte man sich etwas mehr Volumen  und Klang gewünscht.

Die Kantorei St. Albani war gut vorbereitet. Die Choristen waren die einzigen Laienmusiker an diesem Abend. Sie waren aber hellwach und gestalteten ihren Part lebhaft und klangschön. Auch nach langen Passagen des Schweigens und darauf folgenden plötzlichen Einsätzen wirkten sie konzentriert. Gerade in den Chorsätzen konnte man sich vorstellen, wie sich Bach von der Art der Chorsätze hat inspirieren lassen.

Zum Abschluss des knapp zweistündigen Konzertes in der gut besuchten Albanikirche erklang die tiefe Glocke der Kirche. Die langanhaltende Stille ist als langanhaltender Applaus für diesen Abend zu bewerten.

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